Hier schreibe ich

Hallo zusammen!

Schreiben ist ein obskurer Akt. Man sitzt da, mehr oder weniger fokussiert auf wahlweise ein Blatt oder einen Schirm, konzentriert sich, versucht sich in bestimmte Situationen oder Personen hinein zu versetzen … und jeder macht es anders.
Ja, doch, jeder macht es anders. Und das beginnt schon bei der grundlegenden Frage, wo man schreibt. Bevor ich also in späteren Postings auch mal auf lustige Fragen wie Quellen der Inspiration und dergleichen eingehe.

Anregung für diesen Text fand ich via Andreas Eschbach – der mittlerweile ja schwer erfolgreiche deutsche Autor hat auf seiner Webseite einen spannenden Text darüber veröffentlicht, wie er sich ein gutes Arbeitszimmer für einen Autoren vorstellt.
Nun hat Eschbach bei seinen Tipps für Autoren immer einen Duktus drauf, mit dem ich mich nie so recht anfreunden kann. Kurz gesagt gewinne ich immer den Eindruck, dass er sehr, sehr dogmatisch zu sein scheint. Weniger „Für mich funktioniert…“ anstelle von zu viel pauschalem „Für Autoren funktioniert“; der Erfolg seiner Bücher sei unbestritten und die beiden, die ich gelesen habe („Das Jesus-Video“ und „Der Nobelpreis“) sind grandios gewesen, dennoch bin ich ja immer zu haben für jede Form von Ambivalenz.

Ich bin ja auch ein bekennender Fan von Natalie Goldbergs schönem Buch „Writing Down the Bones“, das zu Deutsch sehr treffend „Schreiben in Cafés“ getauft wurde. Doch so sehr ich die kreative Kraft von Cafés schätze, so sehr muss ich doch auch sagen, dass ich auch ihrem Ansatz nicht ganz folge. Und so dachte ich mir, wenn ich weder dem Eschbach noch der Goldberg zustimme – wie mache ich es denn dann?
Und wenn ich mich das schon frage – dann kann ich ja auch gleich mal drüber bloggen.

Mein Küchen-Arbeitsplatz

Ich besitze interessanterweise daheim sogar zwei unterschiedliche Arbeitsplätze, auch für unterschiedliche Tätigkeiten. In unserer Küche ruht mein Acer AspireOne und wartet jeden Morgen friedlich auf mich. Es ist meine „portable Schreibmaschine des 21. Jahrhunderts“, allerdings mit praktischem Internet-Zugang und allem, was man möchte. Hier entstehen meine Blog-Texte, die Artikel für die Aachener Zeitung, große Teile meiner Internet-Korrespondenz und nicht zuletzt der Kram für die Uni. Das nebenstehende Foto, vorgestern irgendwann morgens aufgenommen, zeugt davon und zeigt noch einen der Werksbände Walthers von der Vogelweide sowie mein Mittelhochdeutsch-Wörterbuch. Wichtiger aber ist: Es zeigt meine Kaffeetasse. Von einer guten Freundin handgefertigt ist sie mein treuester Begleiter durch den gesamten Tag, kann man sagen.

Mein "Büro"

Der andere Arbeitsplatz ist mein stationärer Rechner. Ein mittlerweile auch schon fast in würden gealteter Mac, der mir in Sachen Fotobearbeitung, Bildbearbeitung, Layout und – demnächst ja wieder wichtiger – Videobearbeitung als aktiver Helfer zur Seite steht.
Wichtig auch: Bücher schreibe ich an dem Rechner. Etwas isolierter vom ganzen Alltag, frei von den Schreiberzeugnissen anderer Baustellen kann ich da ruhig und konzentriert bis tief in die Nacht an Texten schrauben, wenn es notwendig ist. Etwas betagt ist mittlerweile sicherlich der Röhrenmonitor, aber hey, dafür ist der wenigstens exakt kalibriert für die Vorbereitung von Druckaufträgen. Derzeit, noch immer, Julia Osterbrinks Living Fantasy.

Duden, Wahrig, Textor & co.

Dritter wichtiger Dreh- und Angelpunkt meines täglichen Tuns sind meine Bücher. Nachdem ich Eschbach und Goldberg schon widersprochen habe, reihe ich mal noch Georges Simenon in die Liste derer ein, denen ich nicht zustimme. Der hat mal gesagt, er lese keine anderen Bücher, warum auch? Seien sie besser als seine, würde er sich nur ärgern, seien sie schlechter, wäre es hingegen eh verschwendete Zeit.
Wie gesagt, ich sehe das anders und lese daher, wann immer ich Zeit finde. Für das Schreiben aber, worum es hier ja geht, ist nicht zuletzt das nebenstehend abgebildete Fach für mich extrem wichtig: Ich nehme an, der Grund dafür erschließt sich relativ schnell…

Und um dem hier einen gewissen Hang zur Interaktivität zu geben, lade ich einfach mal die Mitlesenden ein, es mir gleich zu tun: Wo schreibt ihr? Wo arbeitet ihr, wenn ihr Texte produziert? Oder ist das für euch insgesamt alles eher nebensächlich?
Schreibt mir!

Viele Grüße,
Thomas

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