Die Schultheatertage im Rückblick

Hallo zusammen!

So denn, die Schultheatertage sind bereits seit etwas mehr als zwei Wochen vorbei und damit naturgemäß auch meine Tätigkeit als Bühnenfotograf dort. Nutzen wir die Gelegenheit einmal und werfen einen Blick zurück auf diesen recht eigenartigen, aber sehr schönen Monat Juni.

Insgesamt habe ich elf der zahlreichen Theaterstücke begleitet, die im Rahmen der Tage aufgeführt wurden. Das reichte quer durch alle Altersstufen, von jungen Grundschülern bis hin zu Oberstufen und gymnasialen Literatur-Kursen. Doch wäre es ein Fehler, daran in irgendeiner Form die Erwartung an die Qualität der Darbietung zu knüpfen.
Sicher, es gab bessere und schlechtere Stücke im Rahmen der Tage, aber ich möchte heute ganz explizit

Ein Sommernachtstraum

über die Highlights sprechen. Da gab es etwa eine absolut einmalige Darbietung des „Sommernachtstraumes“ von Shakespeare, die ein 70er-Jahre-Ambiente von Abba bis Easy Rider, moderne Anspielungen und eine durch das in dem Stück vorhandene, aber oft missachtete Indien-Thema vielleicht noch am ehesten zu beschreibende, abschließende Tanzeinlage mit dem klassischen Stoff des Engländers verband. „Die Stärke des Regisseurs“, sagte mir jemand, „läge bei dieser Gruppe vor allem darin, dass er es schaffen würde, die Texte so aufzubereiten, dass sie junge Zuschauer ansprechen könnten.“

Nun bin ich zwar der erste, der sich Fahnen schwenkend in die Reihen derer begibt, die von der Zeitlosigkeit der Texte Shakespeares predigen, aber hier kann ich einfach sagen: Es ist ihnen einfach unglaublich gut gelungen, den Text umzusetzen.

Ab ins Leben

Ebenfalls sehr beeindruckend fand ich das Stück „Ab ins Leben“, das von den Schülern selbst geschrieben wurde. Es drehte sich dann auch um Themen aus ihrem direkten Umfeld, also Stress in der Schule bis zum Burnout, falsche Freunde aus dem Internet und im wirklichen Leben sowie allgemein die Schwierigkeit, sich von seinen Eltern zu lösen.
Das klingt gefährlich, so ein Stück kann auch schnell ins Obskure abgleiten, hier aber nicht. Zwar schien der eigene Anspruch der Gruppe bisweilen zu hoch, aber der Gesamteindruck des Stückes war durchweg positiv. Besonders gut gefallen hat mir hier die Einbindung von Musik und Beamer-Präsentationen, der sehr minimalistische, aber gelungene Gebrauch von Set-Requisiten und vor allem die Leistung vieler der jungen Schauspieler.
Über weitere Teile wirkte es wie ein Episoden-Stück, doch am Ende liefen die Fäden dennoch alle zusammen und der Applaus für die Gruppe war definitiv wohlverdient.

Breakfast Club

Mein persönliches Highlight aber war definitiv die Adaption des Filmes „Breakfast Club“ für die Bühne. Ich schätze den Film sehr, wie so viele andere Teenager-Filme der 80er Jahre (denn „Komödien“ trifft es oft nur so halb), und er ruht in meiner privaten Wertschätzung ganz oben, dicht bei „Ferris macht Blau“. Insofern freute ich mich zwar auch auf das Stück, die Erwartungshaltung war aber natürlich auch immens.
Ich wurde nicht enttäuscht. Die fünf Darsteller, die quasi nonstop auf der Bühne standen, alle hervorragend spielten und die Handlung mit eingespielter Musik, Beamer-Projektion und dennoch vor allem vielen schönen, kleinen Momenten zwischen den einzelnen Figuren wussten alle zu begeistern. Es gab viele Lacher, aber eben auch einige sehr ernste, fast traurige Momente und insgesamt einfach die intensivste Vorstellung, die ich während der Schultheatertage gesehen habe.

Dabei gibt es eine ganze Reihe Stücke, die ich während der Tage aus anderweitigen Verpflichtungen heraus leider nicht besuchen konnte. Alles voran „Die Welle“, denn gerade dieses Stück ist absolut dafür prädestiniert, von Schülern aufgeführt zu werden. Es soll wohl auch sehr gut gewesen, aber nun gut, man kann nicht alles haben.

Insgesamt kann ich aber sagen, dass die Schultheatertage eine absolut positive, um nicht zu sagen beeindruckende Erfahrung waren. Das beginnt mit ausgesprochen netten Ansprechpartnern seitens der Organisatoren, eine unglaublich angenehme Arbeitsatmosphäre, geht über sehr viele tolle Stücke, gute Stimmung bei den Zuschauern der durch die Bank weg kostenlos aufgeführten Theaterstücke und endet letztlich bei der Foto-Arbeit selbst, die kreativ anspruchsvoll war und zu einen großen Satz Bilder geführt hat, mit denen ich auch sehr zufrieden bin.
Insofern hoffe ich sehr, bei den nächsten Schultheatertagen in zwei Jahren wieder dabei sein zu können. Mein Dank geht an die Veranstalter, für diese schöne Chance, die ich hatte und meine Empfehlung geht an euch, die Leser – zumindest jene aus dem Aachener Umland – euch das beim nächsten Mal nicht entgehen zu lassen.

Und in den kommenden Tagen komme ich auch zum Thema Theater noch mal zurück und schreibe noch einige Zeilen zu Actor’s Nausea.

Viele Grüße,
Thomas

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