Die deutsche Wired, Teil 1: Oberflächlichkeiten

Hallo zusammen!

Das ist sie also: Die Erstausgabe der deutschen Wired

Wer mich kennt, der weiß, dass dieses Posting unvermeidlich ist. Ich habe ja auch hier schon oft genug auf die amerikanische Wired verwiesen und mehr als einer meiner Artikel fußte auf einer Inspiration, die ich aus dem Magazin aus Übersee oder deren Webseite erhalten habe. Und nun gibt es eine deutsche Ausgabe.
Deutschland, das Klischee-Land der Spießbürger, Miesepeter und Technophoben, wenn ich oft der Tagespresse glauben will. Und eben dieses Deutschland hat nun eine eigene Ausgabe des technophilsten, eigenwilligsten und nerd-igsten Magazins, dass ich kenne. Sogar eine ziemlich deutsche Ausgabe.
Man darf also gespannt sein. 

Das mit dem Bündel

Wen das Thema interessiert, der weiß, dass die deutsche Wired zumindest zunächst nicht als eigenes Heft erschienen ist, sondern als Beilage zu einer anderen Zeitung. Nämlich der GQ.
Ich bin jetzt nicht gerade Kern der GQ-Klientel, denke ich – und vermute, das trifft auf viele zu, die die Wired potentiell lesen würden. Ein Eindruck, der für mich darin bekräftigt wird, dass die fünf Doppelseiten (!) der GQ nach dem Einband jeweils Werbung sind, und zwar in dieser Reihenfolge für Gucci, Dolce & Gabbana, Prada, Emporio Armani und Hugo Boss. Wo wir schon von Klischees sprachen.
Aber darum soll es hier gar nicht groß gehen, doch ich wollte zumindest vermeiden, dass ein Nichtkommentieren nachher als Desinteresse gelesen wird. Wobei ich die Bündelung mit dem „Herrenmagazin“ für ungünstig halte – noch schlimmer aber finde ich, dass man in das Heft am Kiosk nicht reinblättern kann. Wie denn auch, man kriegt seine Finger ja nicht mal an den Einband, ist es doch mit der GQ zusammen in einer Plastikfolie verschweißt.

Das äußere Erscheinungsbild

Wer die Wired nicht liest, weiß vielleicht nicht, was ich meine, aber es gibt so eine ganze Reihe Faktoren, die das Magazin rein äußerlich vom Rest des Marktes trennen. Das beginnt bei dem Papier des Einbandes – der ist nämlich traditionell rau. Nicht matt, sondern wirklich rau. Und ich hab mich schon sehr gefreut zu bemerken, dass die deutsche Ausgabe – sogar, wo sie erst mal nur als Einzeltat geplant ist – dem auch nachkommt. Auch das Seitenformat ist nicht einfaches A4.
Weiterhin ist das Innenlayout der Wired speziell. Ist schwer zu erklären, aber wer mal in eine reinblättert, wird es schnell merken. Bei „meinem ersten Mal“ fand ich die Zeitung unglaublich verwirrend und hart an der Grenze zum Reizüberfluss, doch mit jeder Ausgabe bin ich mehr an das Layout herangewachsen und mittlerweile finde ich es nicht nur intuitiv, sondern wirklich gut und ein Qualitätsmerkmal. Anders ist halt nicht immer schlecht.
Auch hier war ich sehr erfreut zu sehen, dass die deutsche Ausgabe bis auf die Sprache im Grunde nicht von der Vorlage zu unterscheiden ist. Das „Feeling“ – und das spielt erstaunlicherweise für mich eine große Rolle – stimmt hier einfach. Klarer Pluspunkt für die deutsche Ausgabe.

Zum Inhalt

Im Detail will ich auf den Inhalt eingehen, wenn ich mal ordentlich in das Heft habe reinlesen können. Ich wollte allerdings diesen Artikel nicht bis da hin ziehen, denn bei meiner momentanen Arbeitsauslastung könnte das gut jenseits des Zeitpunktes sein, an dem man das Heft noch erwerben kann. Und ich hoffe ja durchaus, dass das viele noch riskieren werden.
Aber was ich nach erstem Querlesen schon mal sagen kann, ist, dass die Eigenproduktionen inhaltlich durchaus einen sehr guten Eindruck machen und sich homogen in Bild und Stil des Originales einfügen. Was ich etwa von der britischen Wired nicht immer sagen würde.
Das Themenspektrum reicht von Johannes Gutenberg, dem „ersten Geek“ laut dem Aufmacher, über deutsche Themen wie AKWs und Fußball hin zu allgemeinem Feldern wie Darknets (übrigens nicht aus der amerikanischen „Underworld“-Ausgabe der Wired übernommen, sondern neu) und etwa ein Sex-orientiertes Social Network. Da gibt es durchaus wirklich eine Menge zu entdecken und, vielleicht das größte Kompliment zu diesem frühen Zeitpunkt – ich freu mich echt drauf, das Heft zu lesen.
Was will man mehr?

Mehr?

Ich werde wie gesagt noch was zum Inhalt schreiben, wenn ich durch bin. Ohne Versprechungen, wann das sein wird. Bis dahin gibt es halt noch die offizielle Seite zum Magazin unter wired.de – ich denke, die Art und Weise wie man dort auf Anregungen und Kritik reagieren wird, wird auch schon ein gutes Indiz dafür sein, ob die deutsche Ausgabe des mit „Ideen, Technologie, Kultur, Wirtschaft“ übertitelten Heftes mit der schwarzrotgoldenen Randgestaltung ein Strohfeuer sein wird, oder etwas mit Dauer und Bestand.
Jetzt, so nach dem ersten Eindruck, hoffe ich auch Letzteres.

Viele Grüße,
Thomas

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