Heimgekehrt

Hallo zusammen!

Ich hatte es hier nicht groß extra gepostet, aber die vergangene Woche habe ich mich noch einmal mit Freunden in den Schwarzwald zurückgezogen. Dasselbe Domizil, in das wir schon zwischen den Tagen geflohen waren und das einen unter anderem mit einem vollständigen Fehlen von Internet und Telefon aufwarten kann.
Das erklärt aber auch, warum einige Kommentare hier noch nicht freigeschaltet sind, und warum ich noch nicht dazu gekommen bin, auf einige Mails zu antworten. Ich arbeite das jetzt seit heute in Reihenfolge des Eingangs ab.

Wenn mich jemand fragt, so sagte ich schon nach dem Winterurlaub bereitwillig, dass der Schwarzwald die Region ist, in der die Postkartenmotive daheim sind, und nach einer wunderbaren Herbstwoche (mit geradezu sommerlichem Wetter) möchte ich das nur umso mehr unterstreichen.

Nicht ganz ohne, aber ein Traum: Die Wutach-Schlucht

Neben der traumhaften Luft, 1000 Meter über dem Meeresspiegel, ist vor allem die üppige und abwechslungsreiche Vegetation und Landschaft ein Grund, dort mal Zuflucht zu suchen. Gerade Hilde-Lyta-Darstellerin Lina und ich haben viele Kilometer auf unsere Wanderstiefel addiert und von Hügelkämmen bis hin zu tiefen Schluchten eine Menge gesehen.

Ganz unproduktiv war der Urlaub dabei allerdings auch nicht. So haben wir etwa einige Linolschnitte (!) für den mutmaßlichen dritten Band der Condrianischen Bibliothek angefertigt; ihr mögt euch erinnern, dass ich schon mal sagte, dass die Geschichten aus Condra eine separate Linie neben eben jener Hardcover-Buchreihe darstellen. Aber Linolschnitte, das war schon was Besonderes.
Ebenso habe ich aber die nächste Kurzgeschichte aus Die blaue Gans dort anlesen können und freue mich, dass es da weiterhin vorangeht.

Aber um noch mal auf den Schwarzwald zurückzukommen: Ich finde, es sind so diese Momente, die einem helfen, den ganzen Alltag noch mal in Perspektive zu rücken. Wenn man abends durch den Wald stapft, mehr oder weniger in einer Mischung aus Bauchgefühl und Gottvertrauen in die Wander-Wegweiser, und plötzlich der Wald neben einem aufbricht und man von einem kleinen Sockelpfad aus einen Blick auf eine ewig weite Hügellandschaft nebst See erhascht, während just in diesem Moment am anderen Ende die Sonne hinter dem Horizont verschwindet – dann erhält man noch mal ein gute Erinnerung daran, was wertzuschätzen ist im Leben.

Kann die Schönheit des Augenblicks nur annäherungsweise wiedergeben: Blick herab auf den Titisee

Aber eben auch eine Zeit mit Freunden. Gemeinsames Kochen, Essen, Plaudern, in all dem liegt so viel Kraft. Schauen wir doch mal, was sich mit der Kraft so alles anstellen lässt – da findet sich sicherlich ’ne Menge in den kommenden Tagen.

Viele Grüße,
Thomas

2 Gedanken zu “Heimgekehrt

  1. Das klingt wirklich toll und ich beneide dich da sehr drum. Deine Schilderungen haben mich sofort an meine LARP-Zeit erinnert, als ich noch wirklich viel und aktiv auf Cons war. Das war vermutlich nicht unähnlich, denn da war man auch häufig einfach abgeschnitten.

    Gerade bei ein paar kleineren Cons, bei denen wir uns einfach für ein paar Tage in der fränkischen Schweiz getroffen haben und einfach so „in-character gewandert“ sind. Das war auch immer sehr intensiv, weil man so viel von der Natur und Umgebung mitbekam; zumal da dann auch nicht irgendwelche larp-üblichen Plots im Nacken saßen, sondern man einfach die Natur genießen konnte. Das war unglaublich tolles Abschalten, in den Charakter Abtauchen und Entspannen.

    Ich kann mir gut vorstellen, wie das Energie gibt. Eigentlich würde ich auch gerne mal wieder sowas machen, aber mit Wochenendpendelei fehlt mir da dann doch meist die Muße und die Ruhe am Wochenende und groß Rumfahren will ich dann sowieso nicht mehr. Wobei ich mir die vielleicht auch einfach mal nehmen sollte. Meine Frau will jedenfalls auch immer mal wieder „einfach irgendwohin“.

    Vielleicht kann ich mich ja doch aufraffen. Zumindest habe ich dank deines Beitrags wieder so ein paar Bilder und Emotionen im Kopf, die ich durch den ganzen stressigen Alltag vergessen zu haben scheine. Vielleicht hilft es ja.

    • Ich weiß auf jeden Fall, was du meinst. Wobei ich jetzt ja vergangenes Wochenende auch noch mal als Spieler „auf LARP“ war und ein echt hartes Wochenende, nahezu ohne Schlaf und Essen, hinter mir habe, was zwar sehr erschöpfend, aber dennoch auch sehr kraftgebend war.

      Was das Wandern betrifft, so weiß ich generell auch, was du meinst. Ich hab da noch mit meiner Wandergenossin Lina drüber gesprochen – wir haben ja die Eifel quasi vor der Haustüre, dennoch gehen wir viel seltener wandern, als man eigentlich meinen sollte. Aber es ist eben dieses Aufraffen und des Alltags unendliches „Eigentlich müsstest du doch gerade auch noch gleichzeitig XY tun“, was sich einem dann in den Weg wirft.
      Aber zumindest haben wir weiterhin die Ambition.

      Wie gesagt, zum Thema LARP kommt hier die Tage eh mal wieder was im Blog. Bei uns wird das ja teilweise immer mehr ein „Veranstaltungen direkt füreinander organisieren“ – andere aus unserem Verein gehen auch noch viel auf fremde Cons, aber alleine in den letzten zwei Jahren haben wir nun fünf Einzel-Tage füreinander veranstaltet und sind am Wochenende gewissermaßen in das erste rein für uns selbst intern veranstaltete Dreitägige vorgestoßen. Aber klar, so viel Arbeit das im Vorfeld ist, so unglaublich viel Energie im durchaus eskapistischen Sinne kann man letztlich auch daraus ziehen.

      Viele Grüße,
      Thomas

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