SPIEL mir das Lied der Spielemesse

Hallo zusammen!

Am Wochenende war ja mal wieder die SPIEL in Essen und auch wenn die seligen Vier-Tage-vor-Ort-Zeiten lange vorbei sind, hab ich es doch mal wieder geschafft, wenigstens einen Tag dort zu sein. Interessant ist dabei, wie sich die Zeiten doch geändert haben.

Meine erste SPIEL, sicherlich zehn Jahre her, vermutlich sogar mehr, war damals für mich noch maximal geprägt vom Thema Pen&Paper-Rollenspiel. Wir waren alle Konsumenten, rannten völlig reizüberflutet durch die Hallen und ich kann mich noch lebhaft dran erinnern, wie ich am ersten Abend damals eine vermutlich 30 Kilo schwere Reisetasche mit Einkäufen den irrsinnig steilen Weg hoch zur Jugendherberge geschleppt habe. Endlich die Leute, die eben jene Spiele schrieben bzw. gestalteten, in die wir unser halbes Leben versenkten, einmal treffen zu können war ein Event, war fast noch wichtiger als der Konsum am Wegesrand. Das war auch die Zeit, in der Das DORP-Rollenspiel entstanden ist, in der wir maximal in dem Hobby aufgingen.

Die SPIEL 2011 hat eigentlich drei-und-dann-noch-eine Erkenntnis mit sich gebracht. Zunächst, dass es ganz klar beruflich geworden ist. Etwa die halbe Zeit, die ich vor Ort war, schwankte zwischen konkreten Projekt- und Auftrags-Gesprächen sowie einem je gleichen Anteil von Socializing und Networking. Das ist nichts Schlimmes, im Gegenteil sogar, aber es steht in einem immens krassen Gegensatz zu den obigen Erfahrungen „von früher“ her.
Dann, an zweiter Stelle, kam mit dieser Professionalisierung auch zugleich ein Verlust vom „Sense of Wonder“, der früher von der Messe ausging. Das ist schon eher schade, aber vermutlich unvermeidlich. Ich liebe es, an Büchern zu arbeiten und derartige Projekte entstehen zu sehen, aber diese jugendliche Naivität, mit der man die Werke beschaut – vermutlich die Grundlage, die es braucht, damit man irgendwann später mit dem Kopf voran selber aktiv wird – kann dabei nicht koexistieren.
An dritter Stelle ist ein Verschieben der privaten Interessen dabei. Alle meine privaten Einkäufe sind im LARP-Bereich gewesen. Das wäre anno damals für mich nicht mal vorstellbar gewesen, aber so verlagern sich offenbar die Tätigkeiten. Zumindest aber kann ich sicher sagen, dass es nicht daran liegt, dass ich quasi LARP jetzt als neues reines Hobby entdeckt habe, wo das andere mittlerweile teils ernste Arbeit ist. Wie neulich noch geschrieben, bin ich da ja auch mehr oder weniger direkt hinter den Kulissen eingestiegen. Von Sachen wie der condrianischen Bibliothek ganz zu schweigen.

Das bringt uns nun aber zu dem herausgestellten vierten Punkt der Erkenntnis: Es macht noch immer Spaß. Sich zu fünft in einen Wagen zu hocken, nach Essen zu jetten, dort dann Leute zu treffen, die man eh nur auf Messen sieht, mit Bekannten zu plaudern und dann in der besagten Fünfergruppe auf eine Shopping-Tour zu gehen, wie sie nur in diesem Hobby möglich ist („Meinst du, der Dolch passt?“, „Sitzt die Rüstung richtig?“, „Was meint ihr, den Kapuzenmantel in grau oder schwarz?“) und dann, völlig geschafft, wieder heimzufahren, hat nichts von seinem Reiz verloren.
Mein Fokus auf der SPIEL war schon immer relativ eng auf den Inhalt der Halle 6 gezogen, das hat sich auch kaum geändert. Ich nehme aber an, denen in den anderen Hallen geht es auch nicht anders, jeweils auf ihr respektives Sub-Hobby bezogen.
Aber darum macht die SPIEL noch immer Spaß.
Und dafür sind Tage, an denen man was mit guten Freunden unternimmt, ja schließlich auch da!

Viele Grüße,
Thomas

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