Das war 2011, Teil 3: Mein mediales Jahr

Hallo zusammen!

Drei Bemerkungen vorweg, bevor ich direkt in meine Highlights des Jahres einsteige: Zum einen ist diese Liste natürlich vollkommen subjektiv. Zudem kommt es in einigen Bereichen vor, dass auch Produkte genannt werden, die älter als 2011 sind. Ich glaube zwar, die eigentlichen Nummer-1-Nennungen sind tatsächlich alles genuine Letztjahrsprodukte, aber diese Liste spiegelt halt zudem auch einfach wieder, was ich 2011 konsumiert habe. Und zuletzt, aber nicht minder wichtig: Ich habe keine Produkte mit aufgenommen, an denen ich mitgewirkt habe. Das betrifft natürlich vor allem den Bereich Bücher; Lektoratstitel etwa waren von vorneherein ausgeschlossen.
Alles andere wäre unfair auf diversen Ebenen.

Und insofern – here we go:

Kino

Mein Kinofilm des Jahres 2011 war ganz klar X-Men: First Class. Nicht nur finde ich James McAvoy und Michael Fassbender beide uneingeschränkt sehenswert, was ihre Schauspielkunst betrifft, aber zudem konnte mich der Film mit seinem Zeitkolorit, in Ausstattung wie Inszenierung, sowie seiner gelungenen Atmosphäre einfach überzeugen.
Er setzt sich damit recht knapp vor Tron Legacy, der zwar jetzt inhaltlich keine Wucht war, aber mich audiovisuell ziemlich begeistert hat. Außerdem eine Ehrennennung kriegt Conan, teils aus Liebe zu Genre, teils aus Wohlgefallen am Film, teils aus subjektiver Wohlgeneigtheit dem spezifischen, eigentlichen Kinobesuch gegenüber.

Heimkino

Ich schwimm mal mit der Masse: The Social Network.
Ich denke, viele kluge Leute haben viele kluge Sachen zu dem Film gesagt, darum bringe ich es auf einen für mich zentralen Punkt: Es ist ein Film über einen fanatischen, getriebenen Geist, über jemanden, bei dem Hingabe grenzenlos, Sozialgefühl dagegen nur bedingt ausgeprägt ist. Solche Leute faszinieren mich. Wenn das dann so hervorragend besetzt und gespielt sowie von einem der besten Regisseure unserer Zeit inszeniert wird, bin ich an Bord.
Er setzt sich damit vor eine recht starke Konkurrenz, denn auch an Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt und Ridley Scotts Robin Hood habe ich sehr viel Lob auszusprechen. Und an Centurion, so als obskurer Außenseiter, der mir aber auch sehr gut gefallen hat.

Bücher, Sachbuch

Da sah es sehr lange sehr mau aus und ich war mir unsicher, ob sich da überhaupt viel Konkurrenz finden ließe. Aber ja, zum Jahresende fand sich da einiges. Not bad for a human, die Biografie von Lance Henriksen, gemeinsam mit ihm verfasst von Joseph Maddrey, ist dabei mein Gewinner. Hier greift derselbe Grund wie beim Social Network: Henriksen ist ein Irrer, der aber seinen Irrsinn an ein Maß von Kunstfertigkeit und vor allem Hingabe zur Kunst gekoppelt hat, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.
Nennungen Ehrenhalber gehen aber auch an Die alten Tänze von Agnes Schoch und Platt öss Prima von Manfred Lang. Beide mutmaßlich aus offenkundigen Gründen.

Bücher, Belletristik

Hier war es ein blutiges, hartes Gefecht ohne Gnade. Oder, eher, ein langer Akt purer Unentschlossenheit meinerseits. Ich denke aber mein Buch des Jahres war Ready Player One von Ernest Cline. Eine wunderbare Liebeserklärung an all jene, die in den 80ern aufgewachsen sind. Das Buch erzählt eine schöne Geschichte und das auch noch spannend, aber in seinem Herzen lebt es vor allem von dem Zeitgeist, den es mit jeder Faser, jeder Zeile, jedem Wort atmet.
Damit ist das Trio nicht voll geworden und dieses Jahr wandert William Gibsons neues Buch, Zero History, mit erhobenem Haupt auf Platz 2 ein. Tolles Buch, zweifelsohne, aber die beiden Vorgänger haben mich auch etwas mehr bewegt. Weitere Nennung verdient Die Dame vom See, der letzte Band von Sapkowskis Hexer-Zyklus, sowie Die Glasbücher der Traumfresser von Gordon Dahlquist, was ich zwar gerade verschlinge, aber somit frühestens in einem Jahr wirklich Anspruch hat.

Musik

Machen wir es dreigeteilt. Die geilste Musik zum Schreiben, mit Abstand, war dieses Jahr für mich der Soundtrack The Social Network von Trent Reznor und Atticus Ross. Der hat viel zu Schleier aus Schnee beigetragen.
Die besten Musik im Alltag geht, ein bisschen verquer und für meine Gewohnheiten ab vom Schuss, an das Album Zaz der gleichnamigen Künstlerin. Dann hör ich jetzt wohl auch französischen Neo-Chanson, gut, weiteres Künstlerklischee erfüllt.
Ansonsten gab es 2011 viel von Bands, die ich mag, aber die irgendwie auch vor allem mehr vom Üblichen serviert haben, ganz gleich ob das jetzt Saltatio Mortis (Sturm aufs Paradies), Subway to Sally (Schwarz in Schwarz) oder Nightwish (Imaginaerum).

Fernsehen

Ich schau im Grunde kein fern, muss ich zugeben. Das Angebot der Sender und ich, wir liegen glaube ich nicht mehr wirklich auf einer Wellenlänge. Wohl aber gibt es gute TV-Serien, die ich noch immer gerne konsumiere. Und – ich bin teils dieses Jahr unkreativ, was meinen Geschmack betrifft, scheint mir – hier geht der Preis klar an Game of Thrones. Beste TV-Fantasy ever. Wird übrigens, wenn man sich mit einer guten Freundin auf je eine Folge trifft und die Stunde Fernsehunterhaltung mit gemeinsamem Kochen aufrüstet, auch noch mal besser. Aber auch ohne dieses Extra: Die Serie ist exzellent. Unanständig am Rande dessen, was man vermutlich durchkriegt, aber auch wer sich daran stört, wird mit einem rundum gelungenen Restpaket verwöhnt.
Damit das nicht ganz Klischee bleibt: Weitere Highlights waren für mich Dexter, wider Erwarten die Blurays von Terminator: The Sarah Connor Chronicles (weit besser als ihr Ruf, wenn man die Show als das zu nehmen weiß, was sie ist) und zuletzt Harper’s Island; das kennt kein Schwein, lohnt sich aber.
Wenn ich einen Sender nennen müsste, würde ich hingegen „Channel Awesome“ sagen. Das erklär ich aber demnächst mal.

Videospiele

Mein Spiel des Jahres wäre vermutlich Skyrim, hätte ich es denn schon gespielt, aber ich hab es nur bei Freunden gesehen und war da schon rechtschaffen beeindruckt. Nee, mein Spiel des Jahres ist Deux Ex: Human Revolution. Gutes Gameplay, spannende Geschichte, sehr schöner Look und vor allem etwas, bei dem ich immer weich werde – guter, old-schooliger, Blade-Runner-schwangerer Cyberpunk. Einfach gut.
Auf den Plätzen dicht dahinter findet man dann Batman: Arkham Asylum für ein weiteres Rundum-Gut-Paket, Price of Persia (das mit dem Cell-Shading von 2008) für eine Atmosphäre, die das fragwürdige Gameplay aufwog und eines der schönsten Enden seit langem sowie, völlig von der Seite, Baphomets Fluch – Director’s Cut, weil es einfach mein Lieblingsspiel aller Zeiten ist, was nun qua Steam auch mal auf dem Mac ordentlich läuft.

Rollenspielprodukte

Das ist jetzt knallhart.
Keines.

Soweit mein mediales Jahr 2011. Wieder arg lang geworden, sorry dafür. Aber ich hab es ja thematisch gruppiert, damit es leichter zu durchblicken ist. Hoffe das half.
Morgen wird es dann zukunftsträchtig, wenn das hier in Runde 4 geht.

Viele Grüße,
Thomas

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