Schleier aus Schnee: Das erste Viertel steht

Hallo zusammen!

Schleier aus Schnee

Unfassbar, aber wahr: Das erste Viertel steht. Komplett. Sicher, da mögen sich noch einige kleine Details ändern und die Testleser kommen ja noch, aber dennoch ist das ein Grad der Fertigstellung, den das Buch noch gar nicht gekannt hat.

Die Überarbeitung gestaltet sich dabei sehr spannend. Nicht nur, dass ich ja vor einer auch schon wieder geraumen Weile mal die komplette Struktur von Schleier aus Schnee noch einmal umgestellt hatte, das Buch ist auch schon einfach lange in der Entstehung.

Nirgends aber wird das deutlicher als bei der Beschreibung einiger Dinge, die sich in einem Raum befinden. Der Gedanke dahinter war stets, dass das, was da liegt, total modern, vielleicht technophil, aber auf jeden Fall aktuell ist.
Zu den dortigen Geräten gehörte in der ersten Fassung des Abschnittes ein Subnotebook. Als Hersteller anfingen, den Namen dafür zu ändern, wurde daraus ein Netbook. Letztes Mal hab ich daraus ein Tablet gemacht. Bei der jetzigen Überarbeitung hab ich dann einen weiteren Schritt mit der Zeit gemacht und hoffe, genug Vorsprung bis zum finalen Erscheinen hinzulegen – jetzt liegt da ein Ultrabook.
Aber den Abschnitt, wo ich erklärt habe, was ein Smartphone ist, den hab ich auch mehr oder weniger gestrichen.

Dafür funktioniert der ganze Rest nach wie vor hervorragend – der hat nämlich auch nichts mit Technik zu tun.
Ich bin nun bereits an Viertel Nr. 2 dran und werde vermutlich den ersten Teil dieser Tage der ersten Testleserin in die Hand drücken. Es geht also mit großen Schritten voran.

Sonntag gibt es aber erst mal den versprochenen Lehrbeitrag rund ums Buch.

Viele Grüße,
Thomas

7 Gedanken zu “Schleier aus Schnee: Das erste Viertel steht

  1. Ähnliches erlebe ich auch gerade. Zum Beispiel ärgere ich mich mit Anspielungen auf einen Film, der zur Zeit des ersten Entwurfs ziemlich aktuell war, an den sich heute wahrscheinlich niemand mehr erinnert.
    Und meine Lektorin hat mir Klapptelefone verboten…
    Lästig, finde ich.
    (Du sagst, wenn ich nerve, ja?)

    • Moin!
      Ja, kontemporäre Anspielungen sind immer so ein Problem. Wobei es halt immer so eine Sache ist … wenn ich ein Buch aus den 60ern lese und das nimmt Bezug auf etwas, was damals halt gerade hipp war, dann gibt es zwei Varianten. Entweder es ist erfolgreich dem Zahn der Zeit entgangen und auch heute noch bekannt, dann ist es ein riesiges Plus, da es historischen Kontext schafft. Oder halt nicht, und keiner kann mit der Referenz noch etwas anfangen.
      Ich sehe das aber nicht nur mit Medien so. Welche politischen Ereignisse sind wohl brisant genug, oder relevant genug, dass sie auch in fünf oder zehn Jahren – und die Arroganz, eine so lange Reichweite zu haben, gönne ich mir mal – noch nachvollziehbar sind und nicht zu eigenartigen Relikten wurden? Immer schmwierig.

      Bei den Klapptelefonen gebe ich ihr übrigens Recht. Jetzt nicht mal primär als Lektor, sondern als jemand, der bereits vor 14 Monaten ziemlich daran gescheitert ist, zur Vertragsverlängerung eines abgreifen zu können. Außer ein paar Retro-Modellen von Nokia sollte da nicht mehr viel zu holen sein.

      Und lästig?
      Ich finde es eigentlich immer ganz spannend. Der Leser der Endfassung wird es ja eh bestenfalls über Blogeinträge wie diesen hier erfahren, aber für mich ist es gerade bei älteren Texten immer ganz spannend, auch mal zu sehen, wie sich vielleicht auch schon in kurzer Zeit der Zeitgeist völlig gedreht haben mag. Und der drehte sich noch nie so schnell wie in den letzten 10 Jahren …

      Und ja, würdest du nerven, würde ich was sagen – tust du aber nicht, ich mag Resonanz ;)

      Viele Grüße,
      Thomas

      • Interessant sind diese Anachronismen natürlich irgendwie auch immer, aber ich meinte mit „lästig“ auch eher, dass es mir schwerfällt, einen Text regelmäßig neu zu lesen, um zu schauen, ob ich irgendwas reingeschrieben habe, das heute nicht mehr aktuell ist.
        Texte zu überarbeiten und an die Änderungswünsche von Probelesern, Lektoren usw. anzupassen, ist ja auch so schon mühsam genug. Für mich zumindest.

      • Ich gebe zu, ich mach das ganz gerne – jedenfalls wenn das Lektorat gut ist. Ich hatte es auch schon, dass ich mir relativ sicher war, dass da im Lektorat ganz offenbar Stilmittel nicht als solche erkannt, sondern nur als Abweichung von der Standardsprache gewertet und ergo als Fehler geahndet worden waren. Ich bilde mir ein, bei eigenen Lektoraten immer sehr darauf zu achten, keine derartigen Eingriffe zu machen oder sie wenn ordentlich zu dokumentieren, aber ja, das sorgt natürlich potentiell für Frust beim Autor.

        Aber die Überarbeitung an sich ist halt integraler Teil des Schreibprozesses und fand ich sie auch früher mal eher nervig, hab ich mit der Zeit gelernt, sie richtig wertzuschätzen. Es ist halt auch eine Chance, dem Text noch mal mit frischem Blick zu begegnen – und die Erfahrung lehrt, dass man eigentlich immer noch ein Fünkchen Qualität rausholen kann. Darauf versuche ich auch immer meinen Blick zu richten, denn da liegt letztlich auch meine größte Motivationsquelle.

        Viele Grüße,
        Thomas

      • Stimmt natürlich alles. Aber ob bei Sachbüchern oder bei Belletristik, irgendwann nach dem vierten Durchgang geht der frische Blick bei mir weitgehend verloren.
        Vielleicht lerne ich das noch mit der Zeit.

      • Da gibt es vermutlich auch kein Patentrezept oder irgendeine Geheimtechnik, um die Distanz zum eigenen Buch besser zu wahren oder etwas in der Art.
        In meinem momentanen Durchgang, also dem, bevor es jeweils an die Testleser geht, lese ich übrigens laut. Das hilft mir persönlich, noch mal einen neuen Zugang zu dem Buch zu finden – du merkst so halt viel besser, ob die Grammatik irgendwo hakt oder ob du unschöne Gleichklänge in der Sprache hast – und kannst nebenbei auch gucken, ob sich die Dialogpartner tatsächlich sprachlich unterscheiden, wenn du auch ihre Dialoge auch einfach etwas „schauspielerst“. Mir hilft das, aber ich kann mir vorstellen, andere wiederum fänden das wieder eher enervierend.
        Ich vermute, ich könnte ein reicher Mann werden, wenn ich da mal ein Patentrezept fände ;)

        Viele Grüße,
        Thomas

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