Spiel mit dem Vertrauen: Meine Beiträge

Hallo zusammen!

Wie versprochen Teil 2 von 2 meiner kleinen Con-Rückschau, bevor wir hier wieder zu den allgemeineren Themen zurückkehren. Gestern schrieb ich von der Veranstaltung allgemein, heute will ich doch zumindest in Auszügen zeigen, was ich eigentlich gemacht habe, wenn ich hier mal wieder nur kryptisch schreiben konnte, Zeit in Spiel mit dem Vertrauen investiert zu haben.

Im Großen und Ganzen waren es, neben vielen Sachen, an denen ich mitgewirkt habe, vor allem drei Gebiete, die federführend auf meine Kappe gehen. Es gab noch einen vierten Nebenschauplatz, aber der ist noch „im Spiel“, daher lasse ich den außen vor.

Flüstern aus der Hölle

Wenn man im Fantasy-Bereich, gerade bei Rollenspielen, mit Dämonen zu tun hat, dann sind das oft und gerne „Zwietracht“-Dämonen. Es macht einfach Spaß, auch den Spielern, wenn Charaktere gegeneinander aufgehetzt werden. Wir wollten anders arbeiten, wir wollten die Leute weniger aufwiegeln als vielmehr verunsichern.
Und eines unserer Mittel dafür waren kurze Audio-Einspieler, die wir für jeden einzelnen Spieler vorbereitet hatten. Unser Schurke sprach darin, zweistimmig und somit quasi im Dialog mit sich selbst, jeweils rund zwei Minuten lang einen kleinen, maßgeschneiderten Text. Es stand den Leuten frei, darauf zu reagieren wie es ihnen angemessen schien, aber alleine für einen Moment gestoppt zu werden und dann mit Stereokopfhörern – eine Stimme links, eine rechts – versehen zu werden, hat glaube ich restlos allen Leuten hervorragend gefallen.

Die zwei gedruckten Exemplare der Typoskripte zu unseren Einflüsterungen

Dem ging aber natürlich eine große Menge Arbeit voraus. Das volle Manuskript der Einflüsterungen bringt 83 Seiten auf die Waage, was aber im Schreiben gerade aufgrund der etwas eigenwilligen Form noch deutlich mehr Aufwand war, als man meinen sollte. Schaut man sich mal einen entsprechenden Auszug aus dem Skript an, wird schnell klar, woran das lag.

Eingesprochen hab ich den ganzen Wust dann mit meiner eifrigen Mit-Orga-Frau Kathi. Leider kann ich nicht so ohne weiteres 1:1 die Fassungen vom Con posten, da einige der darin noch verwendeten Ambiente-Tonkulissen eine Verbreitung über Webseiten nicht zulassen. Ich kann zwar daher die zwei Tonaufnahmen zu den obigen Skript-Auszügen präsentieren, allerdings sage ich vorweg, dass ohne die Ambientekulisse (und die damit verbundene finale Abmischung) eine durchaus wichtige Ebene hier dann verloren geht. Aber wer neugierig ist, kriegt so zumindest ein Fragment zu hören!
Nebenbei hab ich im Zuge der Operation hier noch bemerkt, dass WordPress einen ohne ‚space upgrade’ keine MP3s hochladen lässt. Das ist ärgerlich; ich biete die Dateien gerade über meine Dropbox an; wer diesen Beitrag in einer fernen Zukunft vorfindet, mag aber möglicherweise dahingehend dann hier auf tote Links stoßen. Zur Not schickt mir doch einfach eine Mail!
Bis dahin aber: Cyon.mp3 und Nepomuk.mp3
(Ach ja: Es sind keine netten Einspielungen; wem’s nicht behagt, der lasse es lieber bleiben.)

Credo in Pyrdracorem

Wir brauchten eine ganze Reihe formalisierter Gebete unserer fiktionalen Religionen für das Con – und schnell hatte ich zumindest für mich entschieden, dass ich das unserer „bösen“ Religion auf Latein machen möchte, einfach weil es vom Stil her passt.
Nun ist mein Latein nicht mehr so 100% frisch und alle, die mir hätten helfen können und die mir pauschal in den Sinn kamen, waren Spieler. Dementsprechend musste ich selber ran, was eher mühevoll war, mir aber offenbar gelungen ist. Immerhin kann man da beim Christentum auch immer ganz gut klauen.
Wer also vor Ort war und irgendwas auf Latein aufgeschnappt hat – das war mutmaßlich von mir.

Credo in Pyrdracorem,
Sacerdotis Flammas
Officium aeternum
Et omnipotentiam dei.
Laudate Pyrdracor!

Das Zimmer eines Irren

Ihr kennt das ja sicher aus Filmen – die Helden betreten ein Zimmer und es wird klar, das hier offenbar ein Irrer haust, der jedoch einem Masterplan folgt. Der zweite Teil der „Sherlock Holmes“-Filme mit Downey Jr. hatte so ein Zimmer – sehr zu unserem Missfallen, da es nach unserer Idee aber natürlich vor unserem Con dadurch noch mal populär wurde –, aber auch viele andere Vorbilder lassen sich quer durch alle Medien finden, von den eng beschriebenen Tagebüchern des Mörders aus „Sieben“ bis hin zu dem Irren in der zweiten Millennium-Staffel, der die „Wahrheit“ in Tageszeitungen und Nachrichtenübertragungen „erkennt“.
Kurzum: Wir wollten so etwas auch haben und schon früh hab ich gesagt, wenn das sozusagen mein Schwerpunkt sein kann, dann schaffe ich so ein Zimmer.

Und da ging dann natürlich viel Zeit hinein. Weshalb in den Rest dieses Beitrags ein paar Schnappschüssen einiger der vielen, vielen Elemente widmen will, die ich zur Dekoration dieses Zimmers gemacht und herangezogen habe.

Jeder gute Irre braucht eine Wand mit Zeitungen – in diesem Falle alle bisher veröffentlichten Ausgaben der Tröte

Gespannte Bindfäden zeugten vom Netz, dass der Widersacher geflochten hatte

Denunzianten im Volk berichten den Attentätern. Meine Zettel …

… ergänzt um einige weitere, die meine Handout-Helferin Lina beigesteuert hat

Die Täter hinterlassen blutverkrustete "Visitenkarten"; da dies ihr Hauptquartier sein sollte, brauchte es entsprechend viele. Die "Blutkruste" ist aus Acrylfarbe gemischt.

"Dieser Mann ist wahnsinnig!" Eine Art Organigramm der Anführer der anrückenden Spieler als Mobile

Der Arbeitstisch des Drahtziehers

Wahnsinnige, die in der Zeitung geheime Botschaften suchen sind schlimm. Schlimmer sind die, die sie finden – ein Artikel der letzten Tröte ergibt, wenn nicht von links nach rechts, sondern von oben nach unten gelesen, die Zielbestimmung der Spieler: den Ort "Sandheim"

Diverse Steckbriefe aus den vergangenen Jahren; man beachte die Liebe zum Detail am oberen Rand, wo die Ausrisse zu sehen sind an den Stellen, wo diese hier ursprünglich mal angebracht gewesen sein dürften

Einige subtile Bodenmuster aus gelegten Steinchen wie diese Triskele überlebten nicht einmal das erste Betreten des Raumes durch die Spieler

Ein Passierschein nebst Auftrag einer befeindeten Nation, scheinbar drappiert auf einem Stuhl am Rande des Raumes

Soviel an dieser Stelle zum Spiel mit dem Vertrauen. Ich bin immens stolz auf das, was wir geleistet haben und gehe zufrieden durch den Tag in dem Wissen, dass eine so komplexe und eindrucksvolle Operation von sieben Leuten getragen und zum Genuss von glatt 60 Leuten umgesetzt werden kann.

Vielleicht hatte der eine oder andere ja auch Spaß an diesem Überblick!

Das nächste Mal, wenn ich hier das Wort ergreife, ist es dann aber wirklich soweit und es wird an mir sein, mal ein paar Takte zum Deutsch-Abi 2012 in NRW loszuwerden.
Für irgendwas muss ich ja Literaturwissenschaft studiert haben. Anscheinend im Gegensatz zu denen, die die Lehrpläne machen. Aber dazu, wie gesagt, kommendes Mal mehr.

Viele Grüße,
Thomas

2 Gedanken zu “Spiel mit dem Vertrauen: Meine Beiträge

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