Schreibmusik anno 2012

Hallo zusammen!

Fangen wir mit der etwas peinlichen Anekdote an: Viele Leute, die ich kenne und die kreativ arbeiten, betonen genau wie ich, dass Musik für sie dabei eine Rolle spielt. Ich habe auch nicht immer Musik laufen, wenn ich an Texten, Layouts oder Bildern arbeite, aber nun doch eher häufiger ja als nein, wie man so sagt.
Nun sprach ich auch immer mal wieder mit den entsprechenden Leuten darüber und immer wieder wurde ich in dem Bestreben bestärkt, doch dazu auch mal ein Blogpost zu schreiben.  Da hatte ich selber auch immer schon mal drüber nachgedacht und, ja, das war immer auf dem Plan.
Und wie ich mich anschickte, diesen Beitrag hier zu schreiben und so durch mein Blog klickte, stellte ich fest … ich hab das nicht nur schon geplant. Ich hab das auch schon gemacht. Es ist sogar fast bis auf den Tag ein Jahr her.
Wow. Das mit dem Alter setzt weitaus früher ein, als ich dachte, scheint es.

Nun, wer also meine generelle Einstellung zu „Schreibmusik, Kreativmusik“ nicht kennt, der findet den entsprechend betitelten Blogbeitrag hier. Aber ein bisschen was nachzutragen hab ich durchaus!

Musik übt eigentlich seit jeher eine gewisse Faszination aus. Von all dem, was man klassischerweise als Kunstfertigkeiten betrachten könnte – nicht so sehr im Sinne der septem artes, aber halt im Sinne musischer Künste –, ist Musik stets die gewesen, die sich mir am ehesten verschließt. Ich habe das theoretische Verständnis seit frühesten Jahren dank musikalischer Früherziehung; ich kann durchaus was damit anfangen, gerade was Takt und Rhythmus betrifft, was sich ja auch etwa in dem Umgang mit Musik rund ums Thema Film und natürlich im Tanzsport äußert, aber ich kann sie nicht selber erschaffen. Weder kann ich singen, obschon ich’s manchmal ohne Zeugen gerne mache, noch möchte jemand, dass ich mich mit Glockenspiel oder Blockflöte bewaffne, die beiden Instrumente, die ich als Kind gelernt habe. Und zwar habe ich gerade für die DORP am Computer schon das eine oder andere Dingen zusammengeklickt, aber weder hat das wirklich was mit Musizieren zu tun, noch war es von sonderlichem Erfolg. Mundharmonika hat mich immer gereizt, vielleicht auch weil die mein Vater früher zumindest gespielt hat, aber dazu habe ich mich bisher auch nicht aufschwingen können.
Nein, Musik ist immer etwas gewesen, mit dem ich arbeite oder das meine Arbeit begleitet, was aber zugleich großen Einfluss auf mich haben kann. Gerade auch durch die hohe emotionale Strahlkraft sowie die stark ausgeprägte Möglichkeit, mittels Musik etwas zu kommunizieren. Es erscheint also letztlich nahe liegend, dass ich in Musik starke Inspiration und Motivation finden kann.

Spannend finde ich dabei aber immer wieder, welche Musik sich letztlich durchsetzt. So schrieb ich ja schon in dem Artikel vor einem Jahr, dass der Soundtrack zu „The Village“ treuer Begleiter war, während ich Die Bestie von Widdau schrieb. Das dürfte sich schnell erklären wenn man beides kennt, aber beispielsweise hat der Soundtrack zu „Pakt der Wölfe“ für mich gar nicht funktioniert, obwohl der sich hätte anbieten sollen, wo dieser Film doch auf derselben Quelle – la bête du Gévaudan – basiert wie meine Bestie.
So ganz erklären kann ich es also auch nicht.

Was also ist derzeit bei mir so angesagt, während ich arbeite?
Schreibend ist das ja im Moment vor allem Schleier aus Schnee, ein Buch, das schon seit Monaten fast exklusiv zum „Social Network“-Soundtrack von Trent Reznor und Atticus Ross entsteht. Interessant ist, dass der in meinen Augen vergleichbar gute und mit einer höchsterfreulich langen Spieldauer gesegnete Soundtrack zu „The Girl With The Dragon Tattoo“ von den beiden wieder so ein Fall von „Passt einfach nicht“ ist. Er läuft gerade im Moment, aber zu Schleier aus Schnee passt er einfach nicht.

Zu Lektoraten habe ich im Grunde keine feste Auswahl, da ist es immer etwas instrumentales, aber was, variiert je nach Tagesform. Der „Van Helsing“-Soundtrack ist nie verkehrt, ebenso der „Hellsing“-Soundtrack, obwohl der so ganz anders ist. „Black Hawk Down“ hat einen wie ich finde angenehmen Klang, aber „Sherlock Holmes“ oder „Tron Legacy“ können das auch. Und bisweilen ist auch der eine oder andere Morricone-Soundtrack eine gute Wahl, wobei ich mich nicht entscheiden kann, ob jetzt die Musik von „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder die von „Zwei glorreiche Halunken“ besser sein mag.
Wie gesagt, immens von der Tagesform abhängig.

Sehr fest hingegen steht meine Begleitmusik bei der Arbeit an Mystics of Mana. Neben Retro-Soundtracks wie halt der Musik von „Secret of Mana“ oder „Terranigma“ ist mein bedeutsamster Begleiter derzeit der Videospiel-Soundtrack zu „Shadow of the Colossus“. Unfassbar melancholisch, aber auch unglaublich schön. Leider bockschwer zu bekommen und daher nur eingeschränkt als Tipp zu gebrauchen.
Hinzu kommen die wunderbaren CDs vom WDR Rundfunk-Orchester mit Stücken berühmter Konsolen-Rollenspiele – „Symphonic Fantasies“ und „Symphonic Legends“ – sowie ein Kleinod, dass ich erst zu nehmen lernen musste, dass mir aber mittlerweile am Herzen liegt: Unter dem Titel „25YEARLEGEND“ haben Internet-Künstler Remixes und Rearrangements bekannter Zelda-Melodien angefertigt. Die sind unterschiedlich gut und teilweise auch nicht so meins, aber alleine die von – hüstel – „HyperDuck SoundWorks“ produzierte Coverversion von u.a. dem Wind Waker-Theme unter dem Titel „Hoy, Small Fry“ ist großartig.
Ach ja, kostenlos ist das Album auch noch. Man schaue hier.

Verbleiben Layout und Photographie, also die beiden Bereiche, bei denen ich mit gesungenen Texten als Begleitung arbeiten kann. Das ist immer so ein bisschen meine höchste Annäherung an „generischen Musikkonsum“ und erfolgt oftmals weitaus spontaner und weniger projektgebunden als bei der Textarbeit; entsprechend ambivalent ist oft das Angebot.
Der derzeitige krude Mix umfasst Zaz’ Debutalbum „Zaz“, Nightwishs Neue „Imaginaerum“, Kettcars Neue „Zwischen den Runden“, das eine oder andere The-Crüxshadow-Album, den Gesamtwust der Alben von Nine Inch Nails, Blind Guardians Best-Of-Album „Memories of a Time to Come“ sowie ein Bündel, geschnürt quer aus den dunklen und weniger dunklen Bereiche deutscher Mittelaltermusik. Letzteres ist manchmal irgendwie genau das Richtige, manchmal fällt es aber auch mehr unter „guilty pleasure“. Ach ja, und obschon weitestgehend instrumental, drängt der „Skyrim“-Soundtrack sich immer wieder in diese Nische hier.

Nun, wer hier im Sinne allgemeiner Fortbildung mitliest, für den wird das Posting vermutlich nur bedingten Nutzen gehabt haben. Wer sich für den Kerl hinter all diesen Zeilen, also mich,interessiert – reine Hypothese – der hat aber hingegen vielleicht das eine oder andere hinzugelernt oder das eine oder andere Mal mit gefurchter Stirn finster gestarrt ob der sich mir selber nicht immer wirklich erschließenden Musikauswahl.
Nun. Wie dem auch sei. Das nächste Mal gibt es dafür dann auch wieder was zu lernen, und zwar ganz allgemeingültig. Dann sprechen wir über Buchrücken.

Viele Grüße,
Thomas

PS: Beim Kochen, Autofahren, Haus- und Pflanzenarbeiten höre ich auch sehr begeistert Radio. WDR2 ist das Mittel meiner Wahl. Aber auch dazu schrieb ich schon an anderer Stelle mehr.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s