Das war 2012, Teil 3: Mediales

Hallo zusammen!

Heute ohne große Umschweife – meine liebsten Werke anderer Schöpfer 2012, geordnet nach Medientyp! Wie immer gilt: Gerade bei Kinofilmen sind es 2012er-Werke, bei allem anderen bemühterweise auch, aber nicht zwingend garantiert. Letztlich geht es um mein 2012 und … ja. So ist das. Ist willkürlich, ich weiß, aber irgendwie muss ich es ja sortieren.

Spielfilme, Kino

Mein Kinofilm 2012 heißt „Prometheus“. Jau, der Film hat eine Menge Macken, die schlechtesten Wissenschaftler, die ich seit der Ersti-Woche gesehen habe und einen etwas uneleganten Schluss, aber egal. Raumschiffe, Außerirdische, eine wunderschön gestaltete fremde Welt, eine traumhaft gute Optik und hervorragende Darsteller, bei denen mich vor allen Theron und Fassbender begeistert haben. Ich meine, ich stehe ja eh auf Scotts Filme und „Prometheus“ hat mich nicht enttäuscht.
Dicht auf seiner Spur sind Whedons „The Avengers“, Nolans „The Dark Knight Rises“ und, frisch noch vor Weihnachten eben geschaut, Jacksons „Hobbit“. Alles rundum gute Filme, von denen jeder einzelne „Film des Jahres“ verdient hätte, aber mein Bauchgefühl sagt „Prometheus“ zu mir; wie gesagt, trotz der Schwächen.

Spielfilme, Heimkino

Ich habe eine Menge netter Sachen dieses Jahr auf BluRay gesehen. Wirklich eine große Menge netter Sachen. Aber ich denke, der Film, der mich am stärksten beeindruckt hat war „Verblendung“ von David Fincher. Ich weiß, manche Fans der Bücher oder der ersten Verfilmung fanden nichts an dem US-Werk, aber wie immer haben mich Finchers minutiöse Regiearbeit, die brillante Bildgestaltung und, auch wenn man da ja offenbar auch streiten könnte, die hervorragenden Darsteller überzeugt. Ich kenne Larssons Bücher nicht, kannte aber bereits Opleys Verfilmung und dennoch hat mich der Fincher einfach weggeblasen.
Dicht gefolgt ist der Film für mich von gleich zwei SciFi-Titeln, nämlich Boyles „Sunshine“ (auch hier: trotz aller Schwächen) und Jones’ „Moon“, die ich lustigerweise ungeplant direkt hintereinander gesehen habe und die mich ebenfalls begeistern konnten. Ebenfalls phantastisch, wenn auch steinalt, ist Spielbergs „Duell“, den ich Ralf sei Dank endlich mal sehen konnte und der sein Insider-Lob zu Recht trägt; und eine Nennung ehrenhalber für „Spiel mir das Lied vom Tod“, ein Film, den ich gut kenne und der mich dennoch beim „einfach noch mal anschauen“ wie immer so gefesselt hat, dass mir über die ausgedehnte Anfangsszene glatt mein Essen völlig vergessen kalt geworden ist.

Bücher, Sachbuch

Wie immer muss doch wenigstens ein Gibson hier genannt sein – dieses Jahr allerdings bei den Sachbüchern. Derer hatte ich auch 2012 nicht unendlich viele, aber selbst wenn mehr Konkurrenz geherrscht hätte würde „Distrust That Particular Flavor“ von William Gibson vermutlich vorne liegen. Eine brillante Sammlung von Essays, die gleichermaßen eine Werkschau durch seine vielen Schaffensjahre und ein faszinierendes Sachbuch ist, das beweist, dass Journalismus und im besten Sinne narrative Schreibweise kein Gegensatz sein müssen.
Das einzige Buch, das dem nahe kam, ist „Poke the Box“, ein spannendes kleinen Manifest von Seth Godin, das auf vielen Seiten vor allem von der hohen Kunst kündet, dass man Projekte beginnen muss, wenn etwas aus ihnen werden soll. Das Buch hat weniger Fleisch auf den Knochen als man sich wünschen würde, ist aber absolut lesenswert.

Bücher, Belletristik

Uh, das war dieses Jahr hart, weil ich viel gelesen habe, aber zugleich leicht: Meine literarische Neuentdeckung dieses Jahr heißt Judith Vogt. Ich hab sie im Sommer auf der Feencon kennen gelernt und danach noch einmal in Aachen auf einer Lesung im L__rzeichen getroffen, habe seither vier ihrer Bücher gelesen und jedes einzelne war großartig. Ob nun also dem DSA-Fan zu „Herr der Legionen“ und „Herrin des Schwarms“ geraten, dem Mystery-Liebhaber „Die Geister des Landes“ empfohlen oder „Die zerbrochene Puppe“ als brillantes Steampunk-Buch gelobt sei, egal, sie ist auf jeden Fall mein Belletristik-Highlight des Jahres.
Mit einigem Abstand auf den Fersen ist ihr dann die erstmals ungekürzte Neuübersetzung der James-Bond-Romane von Ian Fleming, Dahlquists „Die Glasbücher der Traumfresser“ und Moers’ „Stadt der träumenden Bücher“, die ebenfalls Lese-Highlights 2012 darstellten.

Musik

Meine persönliche musikalische Entdeckung des Jahres ist ganz klar Amanda Palmer. Sicher, ich wusste, dass es sie gibt und kannte sie als Ehefrau Neil Gaimans, aber erst dieses Jahr hab ich mal selber reingehört. Und nachdem mich im Frühjahr schon das Twin-Peaks-reminiszent betitelte Album „Who killed Amanda Palmer“ begeistern konnte, hat mich „Theatre is Evil“ total weggehauen. Ein irres Teil!
Wer eine grobe Idee haben will, was mich so alles fasziniert, der sollte vielleicht mal einfach in das offizielle Video zu „Leeds United“ von dem erstgenannten Album reinschauen. Punk, Cabaret, Kunst, oder so.
Allerdings ist die Musik auch so wuchtig, dass ich sie beim Schreiben nicht gut hören kann, ohne abgelenkt zu sein. Meine schönste Neuentdeckung an der Front ist der Soundtrack zu „Deus Ex – Human Revolution“ von Michael McCann. Ein bisschen Tron, ein bisschen Blade Runner, insgesamt sehr gut.
Dann ist da Lindsey Stirling. Die ist auf so vielen Ebenen ein eigenes Posting wert, dass ich es hier mal dabei belassen will zu sagen, dass es eine tolle Violinistin ist, die diesem klassischen Instrument eine Lebensfreude entlockt und das auch noch sozusagen „im Selbstverlag“ in die Welt trägt, dass ich nur meinen Hut ziehen kann. Werde ich mal separat was zu schreiben; bis dahin als Beispiel das Video, mit dem sie mich gewonnen hat: Electric Daisy Violin.
Nennungen auf hinteren Plätzen verdienen dann noch diverse Bands, deren Genre ich mal als „Klingt ein wenig nach Nightwish“ bezeichnen würde und die mir mit je einem Album in letzter Zeit vor allem Fotoarbeiten versüßt haben. Insbesondere Xandria mit „Neverworld’s End“, Nemesea mit „The Quiet Resistance“, Amberian Dawn mit „Circus Black“ und Illuminata mit „A World So Cold“. Alles keine „große Musik“ im Palmer’schen Sinne, aber alles durchaus ohrgefällige, rockige Alben.
Außerdem sei auf Pinks „Try“ hingewiesen; das vielleicht tollste Musikvideo des Jahres, wie ich finde. Youtube hat es nicht in schön, aber auf ihrer Webseite kann man es sehen.

Fernsehen

Da hab ich in diesem Jahr nicht so viel konsumiert, wie ich gemerkt habe. Als Serie gewinnt „Sherlock“, die BBC-Serie, sozusagen ohne gleichwertigen Konkurrenten. Cumberbatch und Freeman sind brillant, die Storys gut, die Erzählweise frisch und innovativ und gerade „A Scandal in Belgravia“ ist einfach ein Meisterwerk.
Tatsächlich hab ich dieses Jahr sogar mal wieder einige TV-Sendungen gesehen. Gut gefallen und daher genannt sei „Roche & Böhmermann“, eine Sendung, die ein wenig Hommage an, ein wenig Parodie auf die Talkshow-Kultur der 60er im deutschen Fernsehen darstellt und dabei vor allem majestätisch die elementaren Grundregeln einer Fernsehsendung regelrecht dekonstruiert. Ich habe bisher nur die erste Staffel gesehen, fand sie aber extrem spannend; und das, obwohl ich mit der Roche an sich gar nicht warm werde.
Ein letztes Lob geht nach Amerika an Craig Ferguson, der dort Late-Talk betreibt, wie er in Deutschland nicht mal im Traum denkbar wäre. Zwar hatten wir auch schon mal Moderatoren denen man nachgesagt hat, zotig, frech, anarchisch oder böse zu sein, aber die verspeist Ferguson zum Frühstück. Der Mann hat mich mit den Ausschnitten, die man hierzulande kriegen kann, durch die langen Abende nach der Arbeit an Die Motiv humanoider Fisch-Mensch-Hybriden … gebracht; selten etwas gehabt, was bisweilen so clever ist (oft auf vielen Meta-Ebenen) und mich dennoch so gut abschalten lässt.

Videospiele

Hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Endeffekt ist es aber „L.A. Noire“, das Open-World-Kram ziemlich cool mit der Atmosphäre alter Noir-Geschichten verbindet, dem mein größter Applaus gebührt. Sicher, stellenweise darf man dem Spiel auch nur die Stichworte zur nächsten Cutscene geben, aber überall dort, wo es nicht so ist, ist es großartig.
Weitere Highlights 2012 für mich waren „Alan Wake“, weil es postmodern, spannend, Twin-Peaks-haft und spaßig zu steuern ist, „Enslaved“, weil es eine coole Neuinterpretation darstellt und Andy Serkis alles besser macht, „Hard Corps Uprising“, weil ich mit der „Probotector“-Reihe aufgewachsen bin und hier nach vielen Jahren fast ein würdiger Nachfolger vorliegt und „Super Puzzle Fighter II Turbo HD Remix“, weil … ach, lasst uns das Thema wechseln.

Rollenspiel

Wie im Vorjahr hab ich kein Produkt des Jahres, aber zumindest ein Spiel. Seit 2012 haben wir eine „Private Eye“-Runde und die ist seit Jahren das frischeste und beste, was mir auf den (Spiel-)Tisch gekommen ist. Sehr cool, das!

So, das wäre er gewesen, der wilde Marsch durch 2012 in drei Etappen.
Morgen dann versuchen wir uns erneut in der hohen Kunst der Prophetie und schauen mal, was ich mir für 2013 so vorgenommen habe. 2012 lag ich ja ganz gut, aber nicht überall richtig, da ist also Raum für Ehrgeiz.

Viele Grüße,
Thomas

Ein Gedanke zu “Das war 2012, Teil 3: Mediales

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s