Das war 2014, Teil 4: Mediales

Hallo zusammen!

(Kleiner Hinweis vorab: Es ist eine neue Folge Easy Props heute erschienen. Elektrozünder für Pyrotechnik ist hier zu finden; die kriegt hier auch noch ihren verdienten Eintrag, aber eben erst nach den ganzen Neujahrs-Postings.)

Nachdem wir die letzten Tage geschaut haben, was ich 2014 alles fertig und nicht fertig bekommen habe, schauen wir doch heute in jährlicher Tradition einmal mehr auf meinen Medienkonsum.
Drei wichtige Hinweise: Einerseits gilt wie immer, dass alles, was hier folgt, strikt subjektiv ist und niemand in jedem Punkt meiner Meinung sein muss. Kommt generell ja eher selten vor. Und andererseits sei gesagt, dass es um mein 2014 geht und nicht darum, was tatsächlich 2014 veröffentlicht wurde. Allerdings geht es um neu-konsumierte Sachen; Lieblingsfilme nochmal gucken und auf die Hitliste setzen zählt also nicht. Ach ja, und Produkte, an denen ich beteiligt war, sind natürlich auch raus.
Und damit genug gesagt, auf in den langen Medien-Reigen:

Spielfilme, Kino

Ich war 2014 atemberaubende sechs Male im Kino; also sechsmal mehr als 2013. Und tatsächlich war nicht alles perfekt, was ich gesehen habe, aber so richtige Rohrkrepierer im Sinne einer „Red Riding Hood“ waren dieses Jahr auch echt nicht dabei. Sogar – steinigt mich nicht gleich – „Transformers 4“ und „Ninja Turtles“ waren besser, als ich geahnt hatte.
Beide sind aber weit davon ab, mein Favorit des Jahres zu sein. Der Preis geht, ohne zu zögern, an „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, die wundervolle John-Green-Verfilmung von Josh Boone. Eine hervorragende Adaption eines tollen Buches, und zugleich auch insgesamt mein Kino-Besuch des Jahres.

Spielfilme, Heimkino

Im heimischen Filmkonsum war’s ein wenig durchwachsener und ich tue mich gerade etwas schwer. Gleich zu Jahresbeginn habe ich „Amadeus“ gesehen, Milos Formans Historienfilm von 1984, und ich glaube rückblickend betrachtet war dies dennoch bereits das Highlight des Jahres. Vieles war gut, aber so beeindruckt wie der hat mich danach nichts mehr.
Eine Nennung ehrenhalber gebührt aber der Langfassung von „Smaugs Einöde“; mein Kinofilm 2013, nur sinnvoll und bereichernd erweitert.

Spielfilme, Animation

Einmal bewusst ausgegliedert habe ich an dieser Stelle hier die Animationsfilme, weil die in vorigen Jahren immer so ein wenig übersehen wurden von mir, wenn es darum ging, das Jahr Revue passieren zu lassen. Klarer Sieger, wenn auch echt in letzter Minute, ist Disneys „Die Eiskönigin“, also „Frozen“. Toller Film mit viel Herz, einigen interessanten Twists was die klassische Disney-Prinzessinen-Formel anbelangt, visuell toll und durch Olaf mit dem ersten lustigen Sidekick seit Jahren gesegnet, den ich ganz ehrlich vom ersten Moment an toll fand und in mein Herz geschlossen habe.

Serien

Ich habe fast keine Serien gesehen im letzten Jahr, aber dennoch war das hier ein harter Kampf um Rang 1. Wobei letztlich dann der unangefochtene Sieger „True Detective“ in seiner ersten Staffel sein muss. Mein Gott ist das ein heißes Teil, toll gefilmt, toll gespielt, toll geschrieben – das war die beste Fernseh-Serie seit langem für mich.
Etwas abgesetzt, aber dennoch weit oben folgt dann irgendwo „Fringe“, ebenfalls in seiner ersten Staffel, für mich eine ehrliche Überraschung. Da muss ich auch dringend mal zum Weitergucken kommen …
Irgendwie will ich auch auf „Puschel, das Eichhorn“, eine alte Kinder-Anime-Serie, hinweisen, aber tatsächlich fällt die zumindest teils durch die „Keine schon bekannten Medien“-Regel raus …

Bücher, Sachbuch

So richtig gelesen, von vorne bis hinten, habe ich 2014 nur ein einziges Sachbuch, bzw. ich bin sogar noch dabei. „Die Romantherapie“ von Ella Berthoud und Susan Elderkin mit Traudl Bünger ist ein spannendes kleines Buch, das jeweils das passende Buch zum seelischen Wiederaufbau, geordnet nach möglichen Problemen und Lebenskrisen, vorstellt. Auf der einen Seite vielleicht echt eine wertvolle Hilfe für den einen oder anderen, auf der anderen Seite zudem eine phantastische Leseliste mit Inspirationen aus tatsächlich allen belletristischen Kreisen. Toll!
Eine Nennung ehrenhalber geht an „Daily Rituals“ von Mason Currey, das die Routinen des täglichen Schaffens von 162 „großen Geistern“ auflistet. Wie bestritt Kafka seinen Tag, wie Freud, wie Tschaikowski, wie Faulkner? Eine spannende Lektüre, die ich aber noch immer nicht von Deckel zu Deckel gewagt habe und die eben daher hier nur am Rande erwähnt sei.

Bücher, Belletristik

Im Bereich Belletristik geht der Lorbeerkranz dieses Jahr an eine Anthologie. Ich bin dieses Mal hinter mein Vorsatz, 50 Bücher zu lesen, insgesamt ein Stück zurückgeblieben, aber generell war es – wie bei den Filmen – ein Jahr vieler guter und zugleich weniger herausragender Titel. Mein liebstes Buch des Jahres hätte sich aber auch gegen ein stärkeres Feld sicherlich behaupten können, denn Stephen Kings „Nachtschicht“ mag alt sein, aber ist auch heute noch großartig. Fernab der manchmal etwas eigenartigen Auflösungen seiner langen Erzählungen, ist diese Horror-Anthologie präzise geschrieben, auf den Punkt gebracht und fast immer gruselig. Ein tolles Buch.
Ansonsten hatte das Jahr zwei nennenswerte Gaimans („Fortunately, the Milk“ und „The Sleeper and the Spindle“) und aus der Klassiker-Ecke noch den etwas zu meinem ehrlichen Erstaunen richtig guten „Hitchiker’s Guide to the Galaxy“ von Douglas Adams, aber nein, der King darf dieses Jahr die Krone tragen.

Musik

Zunächst mal, allem voran: Marcus Wiebuschs neues Album „Konfetti“ ist wie ich finde der Kracher. Gute Texte, tolle Musik, interessante Bandbreite was die transportierten Stimmungen angeht – Wiebusch gewinnt ganz einfach auf ganzer Spur. Das wird vermutlich keinen, der mich kennt, wirklich überraschen, aber insofern war der Platz der besten Musik relativ sicher vergeben.
Nachdem ich aber gerade mal meine Musik nach Datum sortiert habe, zeigt sich, dass 2014 auch sonst ein paar nette Sachen bot. Lindsey Stirlings neues Album „Shatter Me“ mochte ich durchaus sehr, von vorne bis hinten, genauso wie das bei Fans ja etwas umstrittene neue Zaz-Album, „Paris“, meinen Geschmack traf. Allerdings mag ich die Lieder auch, die sie darauf covert, ohne zugleich Chanson-Purist zu sein; das scheint zu helfen.
Und mein Neu-Fund des Jahres, einen wenigstens gab es da, der geht an Tessa Violet, deren Album „Maybe Trapped Mostly Troubled“ ich hier ja schon mal erwähnte und zu dem ich, obwohl es erst gar nicht mein Ding zu sein schien, doch sehr konstant immer wieder zurückgefunden habe, seit ich es im September erworben habe. Muss also was dran sein …

Podcasts

Mein liebster Podcast 2014 war, ohne zu zögern, „Hello Internet“. Großartiges Teil. CGP Grey und Brady Haran haben kein Thema und reden darum über eigentlich alles, und weil sie das tun, ist es zugleich einer der persönlichsten und doch informativsten Podcasts, die ich kenne. Halt auf seine Art. Es hat aber auch glaube ich in diesem Jahr kein anderer ganz global mein Bild des Mediums Podcasts so geprägt wie dieser hier.
Eine Nennung ehrenhalber gebührt zudem „Scriptnotes“, in dem sich John August und Craig Mazin mit allem befassen, was mit Drehbuchschreiben zu tun hat, vom kreativen Handwerk über die gelungenen und weniger gelungenen Werke anderer bis hin zu harten Themen wie Finanzen, dem amerikanischen Guild-System und mehr. Eine wertvolle Ressource für jeden Kulturschaffenden, wie ich persönlich finde.

Youtube

Drei Kanäle, zu unterschiedlich, um mich zu entscheiden:
Film Riot ist eine wundervolle, meist lustige, liebevoll produzierte und wissensreiche Show rund ums Filmemachen, die hier auch ganz sicher noch einen „Webtipp“ kriegt, irgendwann in der Zukunft.
Game Sack ist eine eher alberne, aber sehr liebenswerte Show rund um Retro-Videospiele mit zwei ziemlichen Geeks, „die auch wir sein könnten“ wenn man so will, als Moderatorengespann. Allenthalben findet nicht jeder Gag zu mir, aber alles in allem schaue ich jede Folge gerne.
Und Wood Working for Mere Mortals ist, wonach es klingt. Aber es ist so positiv, so wohltuend nicht zynisch und kreativ schaffend … wie kann man das nicht lieben?
Na ja, gut, Viertes von Drei, die Vlogbrothers sind eine Konstante.

Fernsehen

Es gab nur ein Fernseh-Event, das ich dieses Jahr bewusst wahrgenommen habe, und – auch wenn mich das jetzt zumindest bei allen, die dies nicht zu Ende lesen, Nerd-Cred kosten mag – dies war das Fußball-WM-Endspiel. Jaaa, ich weiß.
Nein, ich finde Fußball noch immer an sich nicht interessant genug, um es mir aktiv anzuschauen. Was ich aber mag, das sind meine Freunde. Und mit einem wirklich großen Haufen davon um einen Fernseher zu sitzen, erstaunlich geeint in der Meinung, wem wir den Sieg wünschen, ein dann sogar wirklich spannendes Spiel schauend in dieser gemeinschaftlichen Atmosphäre – das war cool. Das hat mir Spaß gemacht.

Videospiele

Das beste Spiel für mich 2014 war eines, das ich tatsächlich gerade erst ins Finale gebracht habe. „The Wolf Among Us“ (gespielt auf der 360) ist eine packende Noir-Erzählung mit einer tollen Optik und einer fesselnden Geschichte. Ja, sicher, es ist in vielen Teilen eher vorgegaukelte denn gelebte Interaktivität, aber es macht Spaß, und dafür machen wir das Hobby doch, oder? Ganz, ganz klare Empfehlung.
Weiter Tipps aus dem gespielten Jahr wären Metroid Zero (GBA), Contre Jour (WP8) und The Stanley Parable (OS X).

Rollenspiele

Ich denke das bedeutendste Rollenspielprodukt war klar das Erscheinen von D&D5 für mich. Jetzt muss man sagen, dass ich es aus diversen Gründen noch nicht habe anspielen können, aber alleine was es mir beim Lesen verspricht, gibt mir guten Gewissens das Gefühl, dass dies endlich mein D&D sein könnte. Und das heißt ja schon was.
Die DSA-5-Beta war signifikant, aber eben auch nur eine Beta und es wäre ungerecht, das Spiel danach zu beurteilen. Und „Namenlose Nacht“ (DSA) scheint ein verdammt gutes Abenteuer zu sein, aber ein neues D&D wiegt da einfach mehr.

Und damit wären wir durch, der langen Worte genug geschrieben für heute, und blicken nun voraus auf morgen, der Tag, an dem ich dann wiederum auf das gesamte, kommende Jahr zu blicken versuche.

Viele Grüße,
Thomas

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