Theaterposter: Antigone

Hallo zusammen!

Es ist mal wieder soweit – Actor’s Nausea schicken sich einmal mehr an, die Bühne zu erobern. Dieses Mal haben sie sich für einen antiken Griechen entschieden, aber nach allem, was mir Regisseurin Elisabeth Raasch so erzählt hat, scheint es alles, aber keine abgedroschene Inszenierung zu werden.
Gespielt wird Sophokles’ Antigone, in einer Adaption/Übersetzung von Ian Johnston.
Und so sieht das dann aus:

Actor's Nausea spielen Antigone

Actor’s Nausea spielen Antigone

Und weil es vielleicht mal ganz spannend ist und ich das so glaube ich noch nie erläutert habe – wie kommt man zu so etwas?

Elli und ich hatten uns im Vorfeld schnell dazu entschieden, eine etwas symbolischere Interpretation anzustreben, da eine Szenendarstellung in diesem Falle nicht wirksam schien. Mein erster Gedanke, einfach als wilde Inspiration von der Seite, war, dass man etwas machen könnte, was sich von dem ersten Poster zu David Finchers Version von „Verblendung“ inspirieren ließ – siehe hier –, aber das alleine überzeugte uns nicht. Von Chip Kidd kommt die Lektion, dass man auf ein gutes Cover entweder „Apfel“ schreibt oder darauf einen Apfel zeigt, und ähnlich wäre vermutlich ein Motiv, das Antigone zeigt und „Antigone“ sagt.
Was hingegen immer wichtig ist, ist Konflikt. Wer also konnte symbolisch für das stehen, was das Stück in seiner Gesamtheit aussagt, und wie kann man andeuten wohin der Hase läuft – ohne zu viel zu verraten? (Klar, bei einem vermutlich 2.400 Jahre alten Stück ist denke ich alle Spoiler-Toleranz bereits erfüllt, aber dennoch, man muss es ja nicht provozieren.) Sinnbilder mussten her.
Insofern haben wir hier Antigone und Kreon, gewissermaßen als die zwei Grundpositionen des Stücks. Ich persönlich mag die Idee, dass der Widerstreit beider Figuren sich schon in der Bildaufteilung niederschlägt, indem Kreon zwar recht dominant platziert wurde, der Fokus aber auf Antigone ausgerichtet ist.

Wenn keiner schöne Galgen hat, dann mach ich ihn halt selber ;)

Wenn keiner schöne Galgen hat, dann mach ich ihn halt selber!

Und der Galgen im Hintergrund ergibt natürlich überhaupt keinen Sinn, wenn man ihn unter logischen Gesichtspunkten betrachtet, aber ich denke als Vorausdeutung funktioniert er sehr gut; wer das Stück oder die Geschichte kennt, der weiß auch, was ich meine.
Spaßig war, dass wir den Galgenstrick als obskures Detail sogar selbst fotografiert haben, einfach weil ich kein schönes Bild von einem fand, bei dem die Rechtesituation klar und verwendbar war.

Ich mag das Ergebnis. Klar kann ich daran auf hohem Niveau meckern, aber nein, es ist exakt, was es sein sollte.
Das Stück, alldieweil wird dann Anfang Mai aufgeführt, genauer gesagt vom 7. bis 10. Mai, jeweils im Aufführraum The Space im Ludwig Forum in Aachen. Mehr Infos gibt es auf der Webseite der Gruppe.

Viele Grüße,
Thomas

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