Blogtipp: 1jahr1monat

Hallo zusammen!

Ich habe hier ja häufiger schon auf Blogs von Freunden und Bekannten hingewiesen, auch gerne, obschon sie wenig bis gar nichts mit dem zu tun haben, was ich hier so treibe. Dem möchte ich heute treu bleiben, allerdings ist das Thema diesmal vielleicht ein wenig ernster als sonst.
Ich muss vielleicht ein wenig ausholen. Wer hier regelmäßig mitliest, der weiß vielleicht, dass ich einen sehr großen und zugleich dennoch sehr engen Freundeskreis habe, dass ich diese Freunde oftmals als zweite Familie in meinem Leben behandle. Was ich damit verbunden hier allerdings in der Regel weniger anspreche, ist, dass ich nicht sonderlich gut darin bin, neue Leute in mein Leben zu lassen. Zumindest diesen einen Schritt, der über „man sieht sich und man kommt miteinander aus“ hinausgeht, den mache ich sehr dosiert. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die irgendwo hinkommen und sofort sieben Leute kennenlernen und sich verabreden. Ich bin im Umgang mit anderen Leuten in der Tendenz introvertiert, bin zugleich sehr wählerisch und manchmal auch ein wenig einzelgängerisch; was alles okay und kein Problem ist, weil, wie gesagt, der große Freundeskreis über die Jahre ja schon gewachsen ist.

Aber das ist ein wenig relevant zur Einordnung, wenn ich sage, dass ich Till Hensen, Urheber des Blogs 1jahr1monat, über das ich heute schreibe, aus der Uni kenne. Wir haben nie privat etwas unternommen und kannten uns demnach nur aus den Hörsälen, aber dennoch gehört er zu den wenigen, mit denen ich seit dem Abschluss dennoch weiterhin losen Kontakt unterhalte; und sei es nur die Facebook-Nachricht zum Geburtstag. Demnach wusste ich zwar, aber auch nur am Rande, weshalb es insgesamt eher ruhig um ihn schien im vorigen Jahr.
Und das möchte ich in seinen Worten sagen:

Genau vor einem Jahr und einem Monat bekam ich die Diagnose Krebs, das war am 17. September 2014. Mein ursprüngliches Leben eines ganz normalen Durchschnitts-20something wurde an einem einzigen Abend auf den Kopf gestellt, radikal gewandelt und in vielen Bereichen auch ganz einfach pausiert. Mein Körper drückte eine Stoptaste und stellte sich die Frage: Ruhemodus? Neu starten? Herunterfahren?!

Dreizehn Monate später nun ist der Tumor überwunden, doch geht das Leben nicht einfach an der Stelle weiter, wo es – wie er schreibt – pausiert werden musste. Und über all das, was im Anschluss nun folgt, den „Wahnsinn danach“, wie es auf seiner Seite heißt, will Till nun in seinem Blog 1jahr1monat schreiben.
Etwas, was ich mutig, lobenswert und durchaus auch schlicht sowohl lesens- als auch unterstützendwert finde.

Krebs. Krebs ist immer ein elendes Thema. Das erste Mal begegnete er mir als Kind in Fernsehserien und schien ein seltsames, fernes Krankheitsbild zu sein, das aber mit meiner Lebenswirklichkeit schlicht keine Berührungspunkte besaß. Oh, wie hat sich das über die Jahre gewandelt.
Krebserkrankungen in der Familie, Krebserkrankungen im Freundeskreis und noch mindestens zwei Verdachtsfälle, die sich allerdings nicht bewahrheitet haben, oben drauf. Irgendwie ist Krebs zu einem Thema geworden, was immer wieder und wieder in mein Leben tritt – und ich vermute, den meisten Menschen geht es genauso.
Zugleich ist es ein schwieriges Thema; auch ich tue mich mit meinem Beitrag hier gerade schwer, immer besorgt, nicht neunmalklug, nicht trivialisierend, aber auch nicht heuchelnd zu klingen. Wer in seinem direkten Umfeld mit Krebserkrankungen zu tun hat oder hatte, der kann es vermutlich ein wenig nachfühlen. Aber wirkliches Verständnis ist noch immer etwas anderes.
Darum hoffe ich, neben der Dokumentation des fortschreitenden Wieder-ins-Leben-Findens meines Studienbekannten, dass Tills Blog auch dazu dienen kann, ein wenig Bezugspunkt und Verständnishilfe zu sein, für jene, denen es vielleicht selbst einmal so ergeht, und für jene, die selber Menschen kennen, deren Leben durch eine Krebserkrankung einen tiefen Einschnitt erfuhr.

Ich wünsche Till alles Gute.
Ich wünsche aber auch seinem Schreibprojekt alles Gute – und vor allem Leser.
Insofern: Schaut doch einfach mal herein, vielleicht nehmt ihr ja auch etwas daraus mit. In den Lesetipps rechts hier hat die Seite jedenfalls ihren Platz auch bereits gefunden.

Viele Grüße,
Thomas

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