Gelesen im November 2015

Hallo zusammen!

Hallo und willkommen zu Gelesen im …, meiner neuen Rubrik hier im Blog. Den Gedanken ausführlich darzulegen habe ich mir hier ja schon mal die Zeit genommen, aber in Kürze geht es einfach darum, kurz die Gedanken zu den Büchern, dienlich privat so lese, für den Rest der Welt hier festzuhalten. Als Reflexion für mich, als Anregung für euch und einfach, weil ich Belletristik verdammt noch mal liebe und diese Liebe ein Aspekt ist, der hier im Blog neben meinen eigenen Werken viel zu oft viel zu kurz kommt.
Natürlich ist die Idee eigentlich eher, zum Monatsanfang den Blick zurück zu wagen, aber seht’s mir nach, die Festanstellung bei Ulisses hat doch ein wenig Chaos in meine zuletzt oft doch recht schematischen Wochen gebracht. Gutes Chaos, aber eben dennoch Chaos.
Doch genug der Worte, auf und ran an die Bücher.

Gelesen_2015-11

Das erste Buch, das ich im November ausgelesen habe, war The Black Company: Seelenfänger von Glen Cook (Mantikore Verlag, 2015). Das ist eine Neu-Übersetzung, eine (mir unbekannte) alte deutsche Fassung gilt den Kritiken nach aber als unlesbar. Die Reihe und ich, wir gehen grob bis zu meiner Zivi-Zeit Anfang des Jahrtausends zurück, als ich die englische Ausgabe das erste Mal las – und seither Fan bin. Es geht um eine Söldnergruppe, die in die Dienste der „Lady“ tritt, die sich ihrerseits mit Aufständlern herumschlagen muss. Der Reiz: In den meisten Fantasy-Romanen wäre die Lady mehr der Sauron der Geschichte. Cook aber nutzt diese Prämisse dann für eine unerwartet menschliche Geschichte über die Sinnlosigkeit des Krieges und darüber, wie „der kleine Mann“ auf dem Feld gar nicht erfassen kann, auf welchen Wegen das politische Gefüge dort über ihr Wohl und Wehe entscheidet. Military Fantasy, wenn man so will, und ein gutes Buch, wenngleich in dem sehr abgeklärten und damit etwas gewöhnungsbedürftigen Stil des Chronisten der Schwarzen Kompanie geschrieben.

Das zweite Buch, das ich im November gelesen habe, kommt aus einer ganz anderen Richtung: Karl – Geschichten eines Großen, herausgegeben von Michael Kuhn und Judith C. Vogt (Ammianus Verlag, 2014). Man kann von außen kaum begreifen, wie völlig verrückt die Aachener hier nach Karl dem Großen sind. Weiß man dies aber, so ist es wenig verblüffend, dass zum Karlsjahr 2014 eine Anthologie zu Charlemagne erschienen ist. Es ist allerdings ein etwas eigenwilliges Buch geworden. 11 Texte, vorwiegend Kurzgeschichten, doch auch Sachtexte, ein Auszug und ein Gedicht sind darin vertreten, was beim Lesen auf mich ein wenig unfokussiert gewirkt hat.
Ein Blick ins Impressum zeigt einen Reihe durchaus nicht unbekannter Namen (regional, aus dem Verlagsportfolio sowie dem AKzwanzig13-Umfeld) und die guten Texte des Buches sind sehr gut. Leider ist die Qualität nicht ganz konstant, das Thema schon speziell und einige konkrete Textthemen sogar noch etwas spezieller, sodass ich das Buch Öchern und Karls-Fans ans Herz legen, jedoch nicht jedem blind dazu raten kann.

Das dritte und letzte Buch im November ist dann noch ein Klassiker: Alice hinter den Spiegeln von Lewis Carroll (Anaconda Verlag, 2012). Das Buch fand interessanterweise über den diesjährigen All Hallow’s Read zu mir, war aber schon lange auf meiner Liste. Alice‘ im Besuch im Wunderland ist denke ich jedem mal begegnet, ihre Reise durch das Spiegelland dagegen ist etwas obskurer. Auch gerade, weil sie oft auch ausgeschlachtet wird wie ein altes Auto, um Wunderland-Adaptionen auszupolstern.
Humpy Dumpty, Tweedledum und Tweedledee, der Jabberwocky? Alles „hinter den Spiegeln“. Dazu die starke Schachmetapher, die hier das Spielkartenmotiv des Vorgängers ablöst – wir schreibenden Leute, aber auch generell wir hier im Westen, machen im kulturellen Bewusstsein so viele Bezüge auf Elemente dieser Geschichte, wenngleich sie wie der Vorgänger recht arm an konsistenter Handlung ist, dass man den Text wirklich mal gelesen haben sollte. Es macht auch einfach Spaß, das Büchlein.

Disclaimer: Ich habe bis einschließlich 2015 für den Mantikore Verlag freiberuflich gearbeitet. Mit der „Black Company“ hatte ich dort jedoch nie direkt zu tun.
Judith und Christian Vogt sind Freunde von mir. Die eBook-Ausgabe von „Karl“ wurde von Michael Mingers gesetzt, ebenfalls ein guter Freund, Mit-Podcaster und zugleich mein Vorgesetzter bei Ulisses.

Viele Grüße,
Thomas

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