Deutscher Phantastikpreis 2017 – Die Endrunde

Hallo zusammen!

Als der Deutsche Phantastikpreis dieses Jahr an den Start ging, war es eine Sache der gemischten Gefühle. Einerseits war da Freude, weil auch Kollegen und Freunde von mir nominiert wurden, denen ich den Erfolg nach wie vor allen gönne, andererseits war da eine relativ große Menge gebotener Skepsis, da der „neue“ DPP gleich eine Reihe von potenziellen Problemen im neu gewählten Verfahren barg. Da wurde viel zu geschrieben, auch hier an dieser Stelle.

Nun ist die Short List der Endrunde da, nun geht es ans Eingemachte. Ich sehe meine Kritikpunkte weiter bestehen, insbesondere die Mischung aus vorgegebenen Namen, für die schon abgestimmt werden konnte mit der zeitgleich vorhandenen Möglichkeit, Leute nachträglich zu nominieren, das ist aus statistischer Sicht ein völliges NoGo.

Ich habe in den Wochen seit meinem ersten Artikel dazu auch noch mal reflektiert, warum mich das hier eigentlich so fuchst. Ich denke, es liegt zu einem gewissen Teil am Titel des Preises. Ich würde sagen, etwa im Gegensatz zu einem „Seraph“ steckt in einem Deutschen Phantastikpreis ein gewisser Geltungsanspruch, der über das Maß der Auszeichnung an sich hinausgeht. Er erhöht die Vergabe zumindest schon mal nominell auf etwas mit dem bundesweiten Anspruch einer Institution, einer Instanz. Das kann intendiert sein oder nicht, ist auch egal, aber es bietet Potenzial. Schon öfters erwähnte ich ja, dass die Phantastik in Deutschland einen Preis mit einem gewissen Renommee durchaus gebrauchen könnte. Innerhalb der Szene ist ja alles gut, aber nach dem Gegacker um Cosplayer neulich auf der Leipziger Buchmesse reichte ja in der vergangenen Woche auch mal wieder ein Blick ins Feuilleton, um die anhaltende Herablassung gegenüber unserer schönen Nische eskapistischer Literatur zu entlarven.
Ein guter, starker, professioneller (und fairer) DPP wird die Welt alleine nicht retten können, aber es wäre sicherlich eine Hilfe. Neben den genannten Problemen bei den Rahmenbedingungen zeigt aber auch etwa ein exemplarischer Blick auf die Nominierten-Videos des DPP-YouTube-Kanals, dass da Anspruch und Wirklichkeit jedenfalls für mich nicht zusammenfinden werden.
Zumindest halt dieses Jahr. Meine Hoffnung, dass die Kritik dennoch gehört wurde und kommendes Jahr Dinge anders laufen werden, besteht weiterhin. Um es noch mal klar zu sagen: Ich habe nichts gegen den DPP, im Gegenteil, ich finde einen zentralen Publikumspreis für die Phantastik als Signalgeber und Institution wichtig. Aber gerade darum geht das einher mit dem Wunsch, dass es alles runder, durchdachter, professioneller wäre. Denn „Professionalität“ erreicht man nicht durch ein erstmals vergebenes Preisgeld, Professionalität steckt in der Verwirklichung.

Egal wie: Meine Kritik gilt dem Preis, nicht den Nominierten. Wer in diesem Jahr seine Stimme abgeben mag, der kann jedenfalls diesem Link folgen und auf der Seite des DPP alle weiteren Infos abgreifen.
Unabhängig von meiner Verfahrenskritik wünsche ich allen Nominierten viel, viel, viel Erfolg.

Viele Grüße,
Thomas

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