Seelenworte

Das wird 2019

Hallo zusammen!

Also dann, um den verkürzten Jahresend- und -anfangsreigen hier noch zu beschließen, soll ein Ausblick auf dieses noch so junge Jahr folgen. Denn, keine Frage, ich habe viel vor. Wie immer.
Wird nicht alles klappen. Auch wie immer.
Aber lieber hoch zielen und mittig treffen, denke ich mir.

In Sachen Buchveröffentlichungen wird es auf jeden Fall Verdorbene Asche geben. Ostern ist Ende April, bis dahin wird es allemal erschienen sein, vermutlich auch deutlich früher – aber das ist auf jeden Fall das unverhandelbare Ziel.
Zur Erinnerung: Verdorbene Asche spielt in der gleichen „Gruselversion“ der Eifel wie schon die beiden Novellen aus Verfluchte Eifel, steht aber für sich alleine. Der Klappentext Stand heute lautet:

Jedes Jahr pilgern die Leute aus dem ganzen Umland in ein kleines Eifeldorf, um einem ganz besonderen Osterritus beizuwohnen: Große Räder aus Holz werden mit Stroh und Reisig versehen, entfacht und eine kleine Steilklippe nahe der Siedlung hinabgeschickt, um die bösen Geister zu vertreiben. Ein Brauch, vielleicht so alt wie das Dorf selbst.
Als jedoch der ansässige Pfarrer während der Karfreitagsprozession ums Leben kommt, gerät das ganze Fest aus den Fugen. Weder der junge, vor kurzem erst zugezogene und unerwartet an sein Amt gekommene Bürgermeister, noch eine Journalistin, die eigentlich nur für einen Brauchtumsbericht angereist ist, können sich auf die Vorgänge einen Reim machen.
Zunächst gehen sie von einem einfachen Verbrechen aus, doch als schon am Tag nach dem Mord ein Ersatz für den verstorbenen Priester eintrifft, direkt aus der Heiligen Stadt, wie man sagt, ist den beiden eines klar: Hier geht es um mehr, als es zunächst den Anschein hat.

Ich bin ziemlich stolz auf das Buch und guter Dinge, dass es den Lesern Freude machen wird. Derzeit steht es kurz vor dem Layout, danach wird’s noch einmal gegengelesen – und dann raus damit.
Danach werde ich mich vermutlich erst einmal an Weltenscherben setzen, meine ja ebenfalls schon halb fertige Kurzgeschichtensammlung. Ob die es dann auch noch 2019 schafft, wird man sehen müssen; der Wille ist da.
Zu Geschichten aus Condra 2 will ich hier hingegen akut nichts sagen, da haben letztes Jahr so viele äußere Einflüsse drauf eingewirkt, dass ich da dieser Tage erst mal den Ist-Zustand prüfen und Scherben zusammenkehren muss. Ich habe noch nicht aufgegeben.

Sachbücher sind ja auch weiterhin zwei bei mir in Arbeit (der geistige Nachfolger zu Einfach Filme machen sowie Variationen meines Tanzbuchs), aber da mache ich auch akut keine Versprechen.
Ein Bildband ist Stand heute geplant – eine Aufarbeitung der Portugal-Reise im Mai –, aber der wird ein limitierter Druck werden.

Im Rollenspielbereich sind meine Ambitionen hingegen wieder deutlich ausgeprägter. Wir feiern ja 2019 20 Jahre DORP und im dem Zuge ist eine ganze Menge geplant. Wie immer gilt, bitte alles, was ich nun schreibe, erst mal cum grano salis zu lesen; das sind (zumindest teilweise) Absichtserklärungen, keine Versprechen:

  • Nach dem DORP-Rollenspiel wird auch das DORPendium Maleficarum noch eine milde Neuauflage erhalten, diesmal aber mit Anbindung an den Buchhandel
  • Die 1W6 Freunde: Allzeit bereit soll dieses Jahr erscheinen, eine neue Abenteuer-Anthologie mit Beiträgen von Michael Mingers, Matthias Schaffrath, Ralf Sandfuchs und mir
  • Die 1W6 Freunde: Ihr Name ist Mensch soll in einer wie auch immer gearteten Form gedruckt erscheinen; erneut mit dem Plan, alle Erlöse zu spenden
  • Mystics of Mana, das 16-Bit-JRPG-Pen&Paper-Werk von Michael Mingers und mir, soll dieses Jahr endlich erscheinen
  • 1W6 Fäuste für ein Halleluja, unser Bud-Spencer-und-Terrence-Hill-inspiriertes Rollenspiel, könnte dieses Jahr auch klappen
  • Motel, bisher ein Abenteuer für das Angel-Rollenspiel, soll eine spürbar überarbeitete Neuauflage nach FATE-Regeln (und ohne den direkten Lizenz-Bezug) erhalten.

Und mehr. Nein, ernsthaft, das ist kein leeres „und noch viel mehr“, nur die anderen Dinge sind zwar konkret in Arbeit, mir selbst noch zu schwer greifbar, um sie hier explizit anzukündigen.
Auf der Ulisses-Seite wird ja auf jeden Fall mein Essay Aus einem Guss in dem Handbücher-des-Drachen-2-Essayband erscheinen, so wie ich ja generell die Redaktion dort inne habe. Und wer weiß, vielleicht erscheint bei Ulisses auch noch mehr aus meiner Feder; da gilt auch – das Jahr ist ja noch jung.
Zuletzt, auch noch etwas vage, bin ich bin den Machern von FHTAGN in Kontakt, was mögliche Neuauflagen meiner Abenteuer aus Cthulhus Ruf angeht, also konkret dem Mittelalter-Abenteuer Der Herr von Nombrecht und dem Noir-Abenteuer Tränen einer verlogenen Wahrheit, je nebst Quellenteil. Das ergab sich mehr durch Zufall, aber da ich meinen Kram gerne verfügbar halte und die Jungs angeboten haben, die Konvertierung zu übernehmen – was den Vorteil hat, nicht mit der Cthulhu-Lizenz zu hadern –, bin ich da guter Dinge.

Und dann ist da noch die Filmfront. Vorweg direkt: Xoro 2 ist nicht vom Tisch. Ich hatte 2018 einfach nicht den Kopf für so ein großes Projekt und auch jetzt sind wir alle vorsichtig, was den ersten Spatenstich angeht, aber der Wille ist da. Wir wollen es wenn halt nur auch ordentlich machen.
Zwei weitere Kurzfilme sind daneben aber konkret in Arbeit: Morold and the Map of Carthagena ist offensichtlich im Xoro-Setting angesiedelt, aber mehr verrate ich noch nicht. Das ist noch ganz frisch. Wichtig ist mir nur zu betonen: Es wird ein Kurzfilm, also bitte nicht die Eifelarea-typischen 35-40 Minuten erwarten; andererseits wird es – anders etwa als Carport – durchaus ein richtiger Film mit Anfang, Mitte und Ende.
Dagonett wird dagegen der zweite Condra-Kurzfilm; es gibt ein Treatment, ich habe seit den Weihnachtstagen meine Besetzung zusammen, jetzt fehlen „nur“ noch das finale Drehbuch und ein Termin. Wie schon Actuarium ist es einerseits wieder eine Chance, ein paar Effekte und Kamera-Dinge zu testen, es ist aber auch inhaltlich einfach ein Film, den ich gerne machen möchte. (So wie ich generell Ambitionen habe, diese A Condra Story-Reihe fortzusetzen.)
Was aber auch zweifelsohne 2019 noch einen großen Anteil haben wird, ist Easy Props. Das Warten hat bald ein Ende, die zweite Staffel ist komplett abgedreht und noch diesen Monat folgt dann auch ein Trailer, mit dem zusammen Startdatum und Veröffentlichungsplan folgen werden. 10 Folgen sollen es sein. Mit klarer Intention/Option auf eine dritte Staffel 2020.

Und ich denke das ist es soweit. Bestimmt habe ich etwas vergessen und z.B. über Foto-Projekte habe ich ganz bewusst jetzt noch gar nichts geschrieben. Auch einige Konstanten wie den DORPCast oder diese Seite hier habe ich nicht weiter ausgeführt, die gehen halt weiter. Und einige andere Unterfangen, wie das Hörspiel-Projekt Hallo Anne von Gérard und mir, leben ebenfalls noch, sind aber zeitlich so ungewiss planbar, dass ich keine Aussage wage. Aber egal wie – ich bin voller Hoffnung, dass 2019 ein gutes Jahr werden wird, was Veröffentlichungen und Projekte angeht.

Packen wir’s an!

Viele Grüße,
Thomas

Jahres-End-Allerlei: Tanz, Rollenspiel, Romane, Film – alles drin diesmal

Hallo zusammen!

Das Jahr neigt sich dem Ende und es hat sich einmal mehr viel gesammelt, während ich aus diversen Gründen nicht zum bloggen kam. Herrje, könnte sogar ein bisheriger Highscore sein.
Aber eben drum – in medias res!

Zunächst quasi nur ein „Shoutout“, wie die hippen Leute sagen, aber wir hatten zu Beginn des Monats die jährliche Ulisses-Weihnachtsfeier, in deren Zuge das nachfolgende Foto entstanden ist:

Und alles was ich dazu sagen wollte, ist, wie glücklich ich bin, mit diesen tollen Menschen zusammenzuarbeiten! Sicher, es ist auf der Mikro-Ebene manchmal ziemlich stressig und fordernd, aber auf der Makro-Ebene bin ich sehr zufrieden. (Mikro/Makro … das wird ein eigenes Thema im Januar.)

Aus der Kategorie „Projekte, von denen ich noch gar nicht richtig erzählt habe“ hingegen kommt das Tanzfilm-Projekt mit dem Ballett-Atelier in Stolberg, bei dem ich primär als einer der Kamera-Menschen – korrekterweise vermutlich als einer der lichtsetzenden Kameramänner – mitgewirkt habe. Dazu werde ich dann auch mehr schreiben, wenn es fertiger ist – aber geplant ist die Aufführung für kommendes Jahr, soweit ich weiß.
Auch hier gilt aber: Ich bin einfach immens froh, mit diesem großartigen Wurf Menschen immer wieder zusammenarbeiten zu können. Die Leute vor und hinter der Kamera sind alle wundervoll und das stimmt mich froh.

Lässt man den Blick hingegen ein wenig in die Zukunft wandern, so landet er im Filmbereich irgendwann bei einem Eifelarea-Film-Projekt für kommendes Jahr. Nein, nicht Xoro 2 (der weiterhin geplant ist), sondern ein kleines Spin-Off – explizit ein Kurzfilm – fürs Frühjahr. Ralf und ich haben uns da letztes Wochenende zusammengesetzt und geplant, haben sogar eine Location noch besichtigt – und das könnte wirklich cool werden.

Zurück in der Gegenwart verdienen im Podcast-Bereich zwei Sachen Erwähnung. Zum einen – irre cool – ist der DORPCast für den PodcastPreis 2019 nominiert. Auch das kriegt definitiv noch einen eigenen Beitrag. Wir sind ganz folgerichtig in der Kategorie Spiele nominiert, wo wir Seite an Seite mit einigen ziemlich großen Namen stehen. Abgestimmt werden kann bis zum 15. Februar 2019.

Wiederum mehr so einen „Shoutout“ hingegen möchte ich noch Richtung World of Darkness News schicken, die schon vor zehn Tagen in ihrem Blog die jüngere DORPCast-WoD-Berichterstattung zusammengefasst haben – das hat mich massiv gefreut!
Dass mein Herz laut und stark für die Welt der Dunkelheit schlägt ist ja kein Geheimnis, und zu sehen wie das auch anderen so geht ist ja immer eine Freude. Insofern lieben Dank und Gruß an Jennifer, die die Seite betreibt.

Wo wir schon von der DORP sprechen – kommendes Jahr wird ein besonderes Jahr, denn es heißt 20 Jahre DORP. Es gibt ein Logo dazu, was wir dieses Jahr noch enthüllen werden, und wir haben zumindest viele Ambitionen. Mal sehen, was die Realität dazu sagen wird.

Was wir allerdings jetzt schon umgesetzt haben, ist eine Senkung des Preises vom DORP-Rollenspiel. Ich gebe zu, wir wollten schon länger vom Schwellenpreis weg, weil all unsere anderen Bücher ganz bewusst auf glatte Beträge setzen und dieser hier eher ein Relikt aus alten Tagen war. Dass wir nun aber von ehemals €23,95 ganz glatt auf €20,- runter sind, ist auch dem Jubiläum geschuldet. Aber 20 Jahre/20 Euro passte einfach zu schön.

Ansonsten gibt es natürlich die große DORP- und DORPCast-Umfrage weiterhin, die ist noch bis zum 20. Januar geöffnet und nach wie vor hier zu finden.
Und nach wie vor am Start ist der DORP-Shop, unser T-Shirt- und Merch-Shop bei GetShirts, der seit einigen Tagen neue, schicke Motive zu Mystics of Mana und Schrecken aus der Tiefe feilbietet.

Und damit bleibt nur noch ein letzter Punkt: Verdorbene Asche, mein nächster Roman, hat die Testleserinnen hinter sich gelassen, ist überarbeitet und geht irgendwann im Januar nun ins Lektorat und Layout. Danach möchte ich noch ein paar Augen auf Fehlersuche schicken, aber damit steht auch dort einer Veröffentlichung im Zeitfenster Winter/Frühling nichts mehr im Wege. Definitiv vor Ostern. Aus Gründen.
Oh, und das überarbeitete Cover versteckt sich schon eine Weile hier auf der Seite, kann aber ja auch noch mal ins Rampenlicht gerückt werden:

So. Das war noch mal ein satter Rundumschlag für dieses Jahr. Wenn’s klappt gibt’s Weihnachten noch eine Kleinigkeit von mir hier – und allerspätestens zum Jahreswechsel lesen wir uns dann ja definitiv wieder für meine obligatorischen, zahlreichen Beiträge zum Jahresbeginn.
Wobei ich da auch noch mal kritisch hinterfragen werde, ob ich die nicht etwas eindampfen mag. Mal sehen.

Viele Grüße,
Thomas

Spooky Scare Writing (bisserl spät, aber hey)

Hallo zusammen!

Wir traten ans Fenster. Es donnerte abseitwärts, und der herrliche Regen säuselte auf das Land, und der erquickendste Wohlgeruch stieg in aller Fülle einer warmen Luft zu uns auf. Sie stand auf ihren Ellenbogen gestützt, ihr Blick durchdrang die Gegend; sie sah gen Himmel und auf mich, ich sah ihr Auge tränenvoll, sie reichte mir eine Reihe von Fragen und sagte: »Blogstock!«
(Sorry, Goethe.)

Und so begab es sich, dass Ela Sonntag mir mal wieder ein Blogstöckchen zuwarf – und ich dem natürlich wie immer gerne nachkomme. Wie dann und wann ja schon erklärt, ich mag Blogstöckchen.

Wie immer nominiere ich niemanden explizit, aber wer dies hier liest, darf sich eingeladen fühlen, das aufzugreifen. Ich bin da nicht so.
Und ja, Halloween ist ja eigentlich schon durch, aber Ela warf es mir recht spät zu und der Tag selber war ja schon für Pole Madness reserviert, sodass es dann halt heute erst passiert. Sei’s drum, sage ich mal!

Sodann, die Regeln:
Es gibt 10 Fragen rund um 10 gruselige Kreaturen, denen man an Halloween so begegnen kann und es gibt keine Einschränkungen zu irgendwelchen Antworten – let’s do this! :-)

1. Geister
Hast du jemals einen Charakter/eine Szene/ein Thema ohne Wiederkehr aus einem Buch entfernt?

Ach, klar, haufenweise. Um ein Beispiel von vielen heranzuziehen – Schleier aus Schnee hat im Laufe der Bearbeitung mehrere Szenen verloren, die ich mal (inkorrekt) als „Stillleben“ bezeichnen würde; Momente, in denen sich die Leute (und die Erzählung) mehr noch als eh schon in diesem Gesamtzustand der vom Schnee umschlossenen Stadt verlieren. Die Idee dahinter war, so eine Art meditative Momente für die Hauptfiguren zu schaffen – vielleicht ein wenig wie der Moment mit dem Koyoten in Collateral –, aber am Ende bremsten sie mir das Buch zu sehr aus. (Wir kommen bei Frage 9 darauf.)

2. Fledermäuse
Wer ist der am meisten missverstandene Charakter in deinem WiP?

Oh, so Fragen finde ich immer knifflig, weil Stand heute, egal was ich antworte, außer mir genau zwei Leute wissen können, wovon ich rede. Ich denke in Verdorbene Asche ist es Fra Lorenzo, aus … verschiedenen Gründen.

3. Kürbislaternen
Was ist deine erfolgreichste Schreib-Inspiration?

Ach Gott … alles? Wobei, nein, das muss ich einschränken.
Dokus und Sachbücher inspirieren mich, dokumentarische YouTube-Videos inspirieren mich, Gespräche mit anderen Menschen inspirieren mich, aber auch narrative Medien jeder Art. Wandern inspiriert mich, weil ich Zeit alleine mit mir und meinen Gedanken verbringen kann. Einen Frontrunner gibt es da aber nicht.
Die Einschränkung: Social Media hat für mich nahezu alle Inspirationskraft eingebüßt. Gefühlt ist das, was im Internet zu lesen ist, in den anderthalb Jahren, seit ich mein Plädoyer in der Sache geschrieben habe, nur in jeder Beziehung schlimmer geworden und mit wenigen Ausnahmen saugt mir alles an Kommentarspalten und Social-Media-Feed momentan eher den Schaffenswillen aus dem Mark. Insofern … alles außer dem.

Eine liebe Freundin hat das obere Schild für mich und mein vor sich hinrenovierendes Haus gemacht – da muss also zumindest was dran sein!

4. Zombies
Was ist dein bevorzugter Schreib-Treibstoff (Kaffee, Tee etc.)?

Morgens brauche ich meinen Kaffee, das ist unverändert. Ich versuche meinen Kaffeekonsum bewusst im Rahmen zu halten, aber meine rituelle große Tasse morgens muss sein. Ist das Schreib-Treibstoff? Hm, vermutlich indirekt.
Tee und Kakao sind für mich eher Wohlfühl-mit-einem-Buch-ans-Fenster-setz-Getränke, die sind mehr oder weniger raus. Oh, und explizit wider dem Autorenklischee: kein Alkohol beim Schreiben für mich.

5. Vampire
Was ist das kitschigste Klischee, das es in deine Geschichten geschafft hat?

Hm, ich denke das hält sich halbwegs in Grenzen. Vermutlich am ehesten die verknallten Anwandlungen Natalies in Verfluchte Eifel, wobei sich das ja auch im Laufe der Novelle entwickelt.

6. Spinnen
Welcher Charakter in deinem WiP ist nett anzusehen von Weitem, aber du würdest ihm NICHT zu nahe kommen wollen?

No comment, weil Spoiler und so Dinge. Sorry.

7. Frankensteins Monster
Hast du jemals einen Charakter zweigeteilt – also in 2 Charaktere aufgeteilt;-) – oder verschiedene Charaktere zu einem verbunden?

Immer mal wieder. Die drei Ermittler in Schleier aus Schnee waren ursprünglich nur eine Figur, die dann aber „aufgefaltet“ wurde, als ich mich mittendrin entschied, dass es besser wäre, wenn die Polizei auch eine Erzählperspektive hat. Die Wirtschaftsexpertin der Zeitung war auch in verschiedenen Planungsphasen 0 bis 2 Charaktere, das schwamm lange.

8. Skelette
Dein bester Ratschlag emotionales Gepäck und Backstory unterzubringen ohne Info-Dump?

Wie mit so vielem, löst sich das denke ich zum Teil schon auf, wenn man eine einfache Leitfrage beherzigt – warum erzählen Leute einander Dinge?
Erzählen sie sich Dinge, weil es für sie in diesem Moment Sinn ergibt? Awesome.
Erzählen sie sich die Dinge aber nur, damit der Leser sie erfährt, dann weg damit. Niemand mag sowas, behaupte ich.
Generell hilft es denke ich aber auch, zu berücksichtigen, dass Leser denkende Wesen sind. Ich verstehe es als Autor ja nicht als meine Aufgabe, haarklein alle Versatzstücke der Erzählung an den Leser zu kommunizieren, sondern mehr, ihm eine Idee zu vermitteln. Mir als Schreibendem ist es wichtig, für mich selber zu wissen, warum bestimmte Figuren in bestimmten Situationen dieses oder jenes tun, aber im Zweifel vertraue ich auch darauf, dass der Leser mitläuft und selbständig Schlüsse zieht.
Schleier aus Schnee macht sich in einem Aspekt ja sogar einen Spaß daraus, dem Leser eine bestimmte emotionale Information bis zum Ende vorzuenthalten.

9. Katzen
Welche polarisierende Buch-/Schreibbezogene Meinung hast du?

Provokant formuliert: Das Buch ist zu lang.
Es gibt sie, die Ausnahmen, keine Frage – gerade dieses Jahr hatte ich gleich eine Reihe guter Beispiele dafür –, aber oftmals, wenn ich sehe, dass ein Buch 500, 600 Seiten hat, so frage ich mich unweigerlich … warum?
„Aber das Worldbuilding“, „Aber die Entwicklung“, klar. Gibt es. Aber ein guter, knackiger Roman, der mir auf 200, 300, 400 Seiten seine Geschichte präsentiert, hat es in der Regel deutlich leichter, meine Gunst zu gewinnen.
Marcel Reich-Ranicki – jemand, den ich von seiner grundsätzlichen Art der Kritik übrigens wirklich nicht schätze – sagte dazu mehrfach griffige Zitate, etwa: „Jeder Roman – bitte nicht Zauberberg oder Buddenbrooks! – der mehr als 500 Seiten umfasst, ist schlecht.“ Das unterschreibe ich nicht.
Wie gesagt, es gibt sie, die guten Bücher mit vielen Seiten. Aber für mich gilt ganz klar: Oftmals wäre weniger für mich mehr.
(Ich unke da ja gerne mal, dass in einem Fantasy-Titel wie Leigh Bracketts 1949 veröffentlichtem „The Sword of Rhiannon“ der Protagonist auch mal von einer fremden Kultur zum Galeerendienst verklavt werden kann und sich schon wieder daraus befreit, während in manch modernem Roman die Protagonisten noch nicht die Stiefel angezogen haben … aber ja, so ein wenig genau das. Was zugleich auch eine nette Ergänzung ist, bevor mir hier jemand kommt mit jungen Leuten und Aufmerksamkeitsspannen …)

10. Dämonen
Häufigste Schreib-Ablenkung?

Hm, wenn ich mich hinsetze um etwas zu schreiben, dann schreibe ich. Da bin ich auch immun gegen Internet, Fernsehen, Hausputz und was man so nennen mag. Die größere Hürde ist es oft, den nötigen Schwung nach Feierabend noch zu finden – mein Job ist halt auch kreativ durchaus anhaltend fordernd, sodass ich abends oft einfach leer bin.
Manchmal kommt es noch zu späteren Schreib-Sprints, wenn ich gegessen habe, was spazieren war und ein wenig gelesen, fern gesehen oder gezockt habe, aber halt auch nicht immer.
Was das betrifft, war mein Studenten-Ich sicherlich beschwingter, aber hey, dafür darf ich auf der Arbeit konstant schöne Bücher gestalten, und insofern wäre ich der letzte, der meckert.

Soweit von mir.
Wie gesagt, ich nominiere niemanden, aber wenn ihr euch berufen fühlt – greift zu und gebt Laut.

Viele Grüße,
Thomas

%d Bloggern gefällt das: