Seelenworte

Easy Props, Folge 2-06: Die Wunderlampe

Hallo zusammen!

Nach den zwei ja insgesamt sehr bodenständigen und hausmittel-lastigen letzten Folgen, wird es dieses Mal noch mal komplexer. Wir basteln uns eine Wunderlampe – und zwar eine, der tatsächlich Rauch entsteigt, wenn wir sie reiben!

Das ist als Projekt definitiv eine der ambitionierteren Folgen bisher, aber ich finde, es lohnt sich. Ein toller Effekt, der Live wie auch im Video einfach gut wirkt.

Viele Grüße,
Thomas

Juli-Allerlei: Viel FeenCon, aber auch kleine Webseiten-Updates und Filmprojekte

Hallo zusammen!

Wie so oft: Es ist ein wenig Kleinkram aufgelaufen, der zwar vielleicht keinen eigenen Beitrag rechtfertigt, aber der dennoch gesagt werden soll.

Fangen wir mit dem zeitlich Nächstgelegenen an: Am Wochenende steigt in Bonn Bad-Godesberg die Feencon und wir, heißt die DORP, sind dabei. Samstag und Sonntag kann man Tom, Markus, ich glaube Janine und definitiv mich dort antreffen. Wir sind wie eh und je mit eigenem Stand da und wie immer gilt, dass wir uns über jeden freuen, der „Hallo!“ sagen möchte. Wenn ihr also dort seid – schaut doch mal vorbei!

Und wir kommen nicht mal mit leeren Händen. Wir haben erste gedruckte Exemplare von Ihr Name ist Mensch dabei, unserem Wohltätigkeits-Abenteuer für Die 1W6 Freunde. Kurz gesagt: 32 Seiten Abenteuer für sieben Euro, dessen Gewinn wir zum Jahresende (wie schon bei der PDF-Version zuvor) spenden werden. Wem? Das klären wir wie immer im Zuge der DORP-Jahresumfrage.

Aber mehr noch: Wir haben außerdem einige wenige, erste Seiten aus Mystics of Mana am Stand zur Ansicht. Es sind einige Auszüge aus dem Bestiarium des Spiels, die wir ganz nett und aussagekräftig fanden, weil sie sowohl ein paar der Unterschiede zum D&D-Regelwerk, von dem wir ja ableiten, wie auch einige der großartigen Bilder zeigen, die Melanie Philippi für uns geschaffen hat.
Den Auszug werden wir aber auch online stellen, keine Sorge. Eine reine Preview, noch ist das alles quasi eine Alpha-Version, aber rechnet mal am Wochenende nach der Feencon mit der Download-Version.

Und auch hier noch mal der Hinweis: Wenn ihr Merch aus dem DORPShop besitzt, auf der Feencon seid und Lust habt, euer Gesicht nebst des Merchs für ein kleines Unfugs-Projekt in die Kamera zu halten, dann zieht die Klamotten einfach an und meldet euch bei mir am DORP-Stand.

Aber keine Sorge, nicht alles hier dreht sich um die Feencon. Zum einen gab es ein kleines Update hier auf der Seite. Ich habe den Bereich mit meinen Rollenspiel-Verlagsveröffentlichungen mal aktualisiert – und nebenbei repariert, das letzte Design-Update hatte da bisher von mir unbemerkt für Unordnung gesorgt.
Neu ist dort vor allem Handbücher des Drachen – Rollenspiel-Essays 2, der ja mittlerweile überall im Buchhandel angelandet ist.

Nicht viel Neues gibt es an der Elfenstaub-Fotofront, die sind halt weiterhin in Bearbeitung. Und wie gewohnt gehen die ohnehin erst ans Ballett-Atelier und dort hat man dann das letzte Wort, was wirklich veröffentlicht werden wird.

Zuletzt gibt es aber noch Neuigkeiten in Sachen Morold und die Karte von Carthagena. Ursprünglich hatten wir auf drei Drehtage spekuliert, aber aufgrund von allgemeinem Terminmangel werden wir versuchen, es in zweien zu stemmen. Daten dafür haben wir nun jedenfalls und wenn alles klappt, werden wir den Eifelarea-Kurzfilm dann in September und Oktober 2019 drehen können.
Das trifft sich auch ganz gut, bleibt so doch etwas Abstand zum einzigen Drehtag von Dagonett im August des Jahres.
Beide Filme werden übrigens etwas intensiver in der Postproduktion sein, insofern riskiere ich mal noch keine Prognosen, wann sie erscheinen werden. Aber es bewegt sich was.

Soweit von mir hier. Sehen wir uns auf der Feencon?
So oder so wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende!

Viele Grüße,
Thomas

Lasst uns mal übers Binge-Watching reden

Hallo zusammen!

Ich schaue mich derzeit (ziemlich begeistert) durch die dritte Staffel von Stranger Things, und das ist gewissermaßen der perfekte Zeitpunkt, um hier mal etwas anzusprechen, was mir schon länger auf der Seele brennt.

Binge-Watching. Bingen bezeichnet das Schauen einer Fernsehserie „am Stück“. Nicht wie früher eine Folge pro Woche, sondern Folge um Folge hintereinander, idealerweise bis man durch ist.
Das Konzept nahm seinen Anfang sicherlich mit dem Aufkommen von Staffelboxen auf DVD (und obskuren Time-Life-VHS-Deals, die ich mal willentlich ignoriere), aber der Durchbruch in die Allgemeinkultur kam sicherlich mit Streaming-Diensten wie Netflix.
Nicht nur, dass brandneue Serien plötzlich auf einen Schlag verfügbar waren, die im Vergleich zu früheren 20-24 Folgen stark reduzierte Episodenzahl machte es plötzlich sogar realistisch, das an einem normalen Wochenende pro Staffel problemlos machen zu können.
Und plötzlich war Bingen in. Plötzlich bingen sehr viele.1 Und ich?
Ich mag es nicht.
Heute wollte ich mal anhand von drei Schlaglichtern erläutern, warum nicht.

Nicht schlingen. Genießen.

Fangen wir mal vorne an. Zunehmend fällt mir da etwas ins Auge (bzw. Ohr), wenn ich mit Leuten über Serien rede. Es sind Aussagen wie: „… dann kann ich das auch mal von meiner Liste streichen“. Oder: „Nee, noch nicht gesehen, ich will das mal am Stück weggucken.“
Achtet mal drauf, derartige Aussagen findet man mehr, als man meint. Und merkt ihr, welcher Stil das ist? Das ist der Umgang mit einer To-Do-Liste. Als wären Serien so etwas wie medial-häusliche Pflichten, die man zu erledigen hat. Etwas, was man abarbeiten muss; sicherlich befördert durch die schiere Menge an Alternativen, die man auch sehen könnte oder auch noch sehen will.
Nur … führt das irgendwo hin?
Eigentlich, so mein Gedanke, sollten wir Serien und Medien doch konsumieren, weil sie uns Spaß bringen. Nicht, um damit fertig zu werden. Es gibt keinen Preis für x geschaffte Serien, keinen Orden für den, der seine Watchlist leer hat. Keinen Chef, der über solch einen Rückstau meckert als wäre es eine Liste noch zu bearbeitender Kundenanfragen.
Und dennoch stürzen sich scheinbar viele in dieses Hamsterrad … und ich verstehe es nicht.
Das ist ein wenig, als würde man essen und hätte eine verdammt leckere Mahlzeit vor sich, aber anstatt diese Mahlzeit zu genießen, schlingt man sie runter, nimmt etwas Übelkeit in Kauf aber hat dafür die Aussicht, direkt die nächste Speise anzugehen. Die ist lecker, sicher, aber … das war die letzte ja auch.
Ihr versteht, was ich meine.

Zeit für Reflexion

Aber während das ja noch eher eine philosophisch-abstrakte Fragestellung ist, gibt es denke ich auch einen ganz anderen Nachteil für einen selbst, den man in Kauf nimmt, wenn man sich durch die Serien frisst. Man nimmt sich selbst die Zeit zur Reflexion.
Wenn ich an Serien denke, die ich wöchentlich oder wenigstens täglich geschaut habe, habe ich eine relativ gute Intuition dafür, wie die ganze Handlung abgelaufen ist. Bei Serien, die ich am Meter „weggeschaut“ habe, verschwimmt hingegen vieles zu einem sehr undurchdringlichen Brei. Sicher, generell weiß ich auch, was darin passiert ist, aber der Kontext wird diffus.
Ein Einwand, den man bringen kann, ist natürlich, dass heutige Serien auch in sich nicht mehr die Trennschärfe alter Produktionen haben, was die Folgengrenzen angeht. Gerade etwas wie Game of Thrones ist letztlich pro Staffel eher ein zehnstündiger Film, als eine Staffel mit zehn Folgen. Stimmt schon. Aber GoT ist ein Extremfall (der, welch‘ Ironie, auch noch Woche für Woche ausgestrahlt wurde). Viele Serien haben durchaus noch erkennbar klassische Handlungsbögen pro Folge, und man sollte Cliffhanger auch nicht mit einer „durchlaufenden“ Handlung verwechseln.
Letztlich ist der Effekt aber auch kognitiv zu erklären. Unser Hirn braucht immer wieder seine Zeit (und letztlich gesunden Schlaf), um Informationen irgendwie sinnvoll abzulegen. Füttert man sie in kleineren Dosen, anstatt gleich den ganzen Eimer oben reinzuschütten, verbessert sich diese Verarbeitung. Gleich ob die Serie das von sich aus eher unterstützt, oder nicht.

Der Watercooler-Effekt

Zuletzt gibt es aber noch eine ganz andere, eine soziale Ebene. Ich erinnere mich noch, als letztes Jahr beispielsweise Altered Carbon oder die Umbrella Academy auf Netflix erschienen. Als die Folgen die Plattform erreichten, gab’s überall in meinem Umfeld Gespräche darüber, in beiden Fällen wurde ich allerorts gefragt, ob ich die Serie je schon gesehen hätte.
Und dann, eine Woche später? Eine Woche später sprach dann niemand mehr davon.
Andererseits lief ja vor kurzem die zweite Staffel Star Trek Discovery über die Bildschirme. Wöchentlich. Und für drei Monate gab’s in meinem Freundeskreis, wann immer man sich sah, Gesprächsstoff über die jüngste Folge. Es gab sogar eine gewisse Gnade für Leute wie mich, die nicht regelmäßig zum Schauen kommen und auch mal eine Woche aufholen können, ohne dass direkt jedwede Relevanz bereits verflogen ist. Kurzum: Die Serie entwickelte im Gegensatz zu den anderen genannten Beispielen einen längerfristigen Watercooler-Effekt2.
Insofern finde ich diesen dritten Aspekt zugleich den vielleicht stärksten, aber auch den problematischsten, den ich hier nenne. Dieser soziale Austausch hat einen Mehrwert für mich, er gibt der Serie ein Leben über den reinen Couchkonsum hinaus. Aber zugleich ist es im Grunde der einzige Aspekt, den man selbst nicht völlig beeinflussen kann. Man kann etwa nur eine Folge pro Abend gucken und dadurch sowohl das Mahl genießen als auch dem Hirn die Chance geben, das Gesehene zu verarbeiten. Aber es erfordert deutlich mehr Absprache, um alleine im Freundeskreis dann noch parallel zu schauen, da die externe Lenkung durch den Veröffentlichungsrhythmus wegfällt.

Trotz allem, entsprechende Erlebnisse waren immer sehr stark. Ein anderes Beispiel war die erste Staffel American Gods, bei der ich Online noch viel Austausch hatte (vor meiner partiellen Social-Media-Diät seit Jahresbeginn) und bei der es auch einfach schön war, die Seherlebnisse noch miteinander zu teilen.

Vielleicht bin ich nur ein alter Mann, der Wolken anschreit.
Möglich.
Vielleicht habe ich aber auch nicht völlig Unrecht.
Vielleicht lohnt es sich für euch zumindest, auch einfach mal drüber nachzudenken. Zu Reflektieren. Und zu schauen, ob ihr gegebenenfalls auch in einem Hamsterrad lauft, ob auch ihr eigentlich phantastische Mahlzeiten verschlingt, den gierig gewordenen Blick immer schon auf das nächste Tablett gerichtet.

Wir leben, wie man so oft liest, im zweiten goldenen Zeitalter der Fernsehunterhaltung. Es wäre doch ein Jammer, das zu verschwenden.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Dass der Duden zwar nicht weiß, was Binge-Watching ist, Binge-Drinking aber kennt, verbuche ich mal unter „Hä?!“ 
  2. Der Water cooler effect kommt aus der Psychologie und beschreibt vereinfacht gesagt den informellen Austausch einer sozialen Gruppe an einem Sammelpunkt. Alternativ waren das gerade früher die Raucherecken oder sind es etwa Kaffeeecken in einer Firma. Orte, wo Leute – abteilungsübergreifend und nicht von der beruflichen Agenda angewiesen – zusammenkommen und die Chance haben, sich auch kulturell auszutauschen. 
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