Seelenworte

Easy Props, Folge 2-08: Faule Äpfel

Ja ja, ich weiß, einen Tag zu spät – aber es ist wieder so weit, eine neue Folge Easy Props ist angesagt:

Wie auch im Video angedeutet, ist diese Folge mehr oder weniger ein Nebenprodukt von Dagonett, aber ich dachte mir, wenn ich schon ein Requisit für den Film bastle, kann ich das ja auch gleich dokumentieren.
Zumal’s irgendwie gut in den Halloween-Monat Oktober passt, fand ich.

Viel Spaß damit – und euch allen morgen einen schönen Feiertag!
Vielleicht ist das für euch ja auch noch mal eine gute Chance, etwas zu basteln oder zu werkeln?

Viele Grüße,
Thomas

Allerlei: Podcast-Gastspiel, Mystics of Mana, Filmgedöns, Dreieich und Vögte

Hallo zusammen!

Heute ist nicht wirklich was Großes dabei, aber eine Handvoll nennenswerter Updates, denke ich.

Philipp und ich auf der … öhm … Ratcon 2018, meine ich.

Zunächst: Schon vorletzte Woche habe ich ein Podcast-Gastspiel aufgenommen. Philipp Lohmann hat mich zu seinem Der niveauvolle Trashtalk mit Philipp & Gast eingeladen und wir reden interessanterweise weder über Rollenspiel noch übers Tanzen. Wer hier mitliest, kann vermutlich per Dreisatz lösen, was das Thema sein wird, aber ich will Philipp da nicht vorgreifen.
Die Folge sollte, wenn ich das richtig auf dem Schirm habe, Anfang Oktober scheinen – da sag ich dann aber nochmal Bescheid. Den Podcast an sich gibt es hier.

Weg vom Audioformat und hin zu geschriebenen Worten, sei zunächst gesagt, dass Mystics of Mana weiterhin rapide Form annimmt. Es sind jetzt noch vier kleinere Kapitel, die ich überarbeiten muss, dann geht’s in die Nachbearbeitung (Lektorat, Layout, Fahne). Alles auf Kurs also.

Auch wirklich wieder konkret auf dem Tisch gelandet ist Einfach Filme machen V2, sicherlich auch motiviert durch diversen Drehtage der letzten Wochen. Wobei das Buch irgendwann dringend einen neuen Titel braucht, denn es wird immer klarer, dass das im Endeffekt ein neues Projekt geworden ist.
Interessant ist für mich dabei, wie viel kompakter meine neuen Texte sind; aber ich glaube, es ist eine starke Verbesserung. Einfach Filme machen ist immer noch okay, denke ich, aber da ist so viel Fett und so wenig Fokus in dem Buch, das kann ich heute denke ich auf jeden Fall besser machen. Und praxisorientierter.
Ich will hier nicht’s versprechen … aber 2020 sollte denkbar sein.

Tom und ich am Set von Morold. (Foto © 2019 by Ralf Murk)

Und wo wir schon vom FIlmemachen reden – vom Morold-Drehtag berichtete ich ja die Tage schon. Da könnt ihr uns erst mal die Daumen drücken, dass der nächste geplante Drehtag Anfang Oktober klappen wird.
Ende Oktober drehen wir planmäßig dann hoffentlich die nächsten neuen Folgen Easy Props. Die letzte tatsächlich für dieses Jahr noch fehlende Sache habe ich gestern kurz runtergekurbelt, insofern läuft das weiterhin gut.

Dann sei hier nur kurz drauf verwiesen, dass ich entgegen früherer Ankündigungen dieses Jahr wohl doch nicht auf der Dreieich-Con sein werde. Keine dramatischen Hintergründe, einfach nur ein Fall von „Ressourcen sinnvoller einsetzen“. Ich wünsche euch aber, solltet ihr da sein, natürlich dennoch viel, viel Spaß dort!

Und zuletzt noch ein Fremdtipp an dieser Stelle – Judith und Christian Vogt sind ja bekanntermaßen Freunde von mir und die haben gerade, zusammen mit Harald Eckmüller und weiteren Helfern, das Crowdfunding zu ihrem neuen, eigenen Rollenspiel Aces in Space in Schwung gebracht.
Da habe ich genau nichts mit zu tun, aber ich bin ja nach wie vor gerne im Rahmen meiner Möglichkeiten Multiplikator für die Projekte von Freunden. Insofern, wenn ihr Rollenspiele im Allgemeinen, FATE und Space Operas im Speziellen mögt, schaut doch mal rein.

Und das war’s für heute schon.
Wie gesagt, nichts Weltbewegendes, nur Updates und Hinweise heute.

Viele Grüße,
Thomas

Was wirklich wichtig ist

Hallo zusammen!

Voriges Jahr ging ich durch Aachen und traf durch Zufall eine alte Bekannte. Wir hatten uns lange nicht gesehen, also quatschten wir ein bisschen. Der Grund, zeigte ich dann, dass wir uns so lange nicht gesehen hatten, war, dass sie mit Brustkrebs gekämpft (und gewonnen) hatte. Ihr ging es wieder gut, sie wirkte gesund und energiegeladen, aber das hatte Zeit gebraucht.
Letztes Jahr, das war entsprechend auch im Nachklang des Todes meines Vaters – und wir bemerkten, dass wir aus zwei verschiedenen Richtungen kommend eine gleiche Erkenntnis erlangt hatten – manchmal muss man sich einfach im Leben die Zeit nehmen und entscheiden, was einem wirklich etwas bedeutet. Und was nicht. Und wer.

Vor jetzt auch schon wieder einigen Monaten war Tobi bei mir abends mal zum Essen zu Besuch. Tobi, wer hier mitliest weiß das, ist Strahlenphysiker und ringt seinerseits nun schon mehr als ein Jahr auch öffentlich mit Leukämie. Wir sprachen vor allem über einige mögliche zukünftige Projekte, aber wir sprachen natürlich auch über das, was uns privat so umtrieb.
Und tatsächlich fand ich auch im Gespräch mit ihm den gleichen Impuls. In einem aktuellen Beitrag schreibt er: „Mein Mitgefühl für BS aka “Erste-Welt-Probleme” war früher auch schon recht bescheiden und ich kann wenig Toleranz für Leute aufbringen, deren größtes Problem darin besteht, dass an ihrem Arbeitsplatz die Parkplatzsituation so bescheiden ist, dass sie 15min länger jeden Morgen brauchen oder der Küchenmonteur die Küche falsch eingebaut hat.”
Das ist noch mal eine andere Facette, aber dennoch ein wichtiger Aspekt.

Unsere Zeit hier ist begrenzt, und das nicht nur im Sinne, das wir alle einmal sterben, sondern schon alleine etwa hinsichtlich unserer Gesundheit. Tobi, meine Bekannte und mein Vater – in allen drei Fällen war es Krebs; bei meiner Mutter zuvor ja auch.
All diese Pläne, die wir alle haben – ein Buch schreiben, mehr Zeit für etwas oder jemanden aufbringen, einmal mit eigenen Augen die Sonne im Meer versinken sehen –, wir müssen sie nicht alle sofort umsetzen. Aber es muss einem klar sein, dass der Tag kommt, an dem wir sie nicht mehr umsetzen können.

Einige solche Entscheidungen können hart sein. Beziehungen, die nicht mehr funktionieren? Die Erkenntnis, dass einen die Lust an einem Hobby verlassen hat? Der Umstand, dass Zeit ein begrenztes Gut ist und man irgendwann nicht mehr alles machen kann, was man möchte? Die Situation, in der man begreift, dass ein Mensch im direkten Umfeld ein negativer Einfluss ist oder man vielleicht einfach nicht mehr das Gleiche sucht?
Vielleicht enttäuscht man Leute durch seine Entscheidung. Sicherlich ist es in gewisser Weise Egoismus, aber ausnahmsweise keiner, den ich verurteilen würde.
Leben ist hart. Aber man muss es sich nicht härter oder elender machen, als es ist. Umgekehrt ist es legitim etwas dafür zu tun, dass es einem Freude bereitet.

Auch ist die Perspektive wertvoll, worüber man sich wirklich aufregen möchte. Wie es schon Tobi umreißt: Vieles von dem, was uns ärgert oder aufregt ist, letztlich, trivial und nichtig. Weshalb bin ich weniger in sozialen Medien unterwegs? Weshalb meide ich viele Kritiken mittlerweile? Fandoms umso mehr? Weil es, wenn ich ganz ehrlich bin, in den meisten Fällen für mein eigenes Leben völlig egal ist. Im Angesicht dessen, was einem in einem Menschenleben so alles widerfahren kann umso mehr.
There but for the grace of God go I,1 sagt ein englisches Sprichwort.

Oft hört man ja im Umfeld von Entrepreneur-Life-Coaches, dass man, wenn man einen Job hätte, den man hasst, etwas ändern solle. Das hat immer was von „Trau dich und spring“ mit einer irrationalen Prise Optimismus für mich; aber in einer Hinsicht steckt etwas sehr Wahres darin – wer wirklich unzufrieden ist, nicht nur mal genervt sondern ernsthaft unzufrieden, der sollte etwas ändern.
Vielleicht nicht, weil er alles erreichen kann, wenn er nur will. Definitiv aber, weil wir in diesem einen Leben halt auch nur die eine Chance haben.
Das ist definitiv etwas, was mich antreibt. Sicherlich einer der Gründe, warum ich immer so viele Projekte habe. Beispielsweise auch einer der Gründe, warum ich es mir gar nicht leicht gemacht habe zu entscheiden, ob ich im vergangenen Frühling erneut für mein Vorstandsamt bei Saltatio antreten sollte. (Ich habe es getan und bisher nicht bereut.)
Es ist schlussendlich eine grundlegende Perspektive, die vieler meiner Entscheidungen beeinflusst. Man weiß ja nicht, wie viele Chancen wir in einem Leben so haben. Ich bin damit nicht alleine, aber ich hoffe, dass andere vielleicht weniger eigenen Lack lassen müssen, um für sich zu dieser Erkenntnis zu kommen.

Wie ihr gemerkt habt, habe ich diesen Artikel nicht geschrieben, nachdem mein Vater starb. Oder nachdem ich die Bekannte traf. Oder nach dem Essen mit Tobi.
Gestern aber erfuhr ich – mehr durch Zufall – dass ein Freund von mir aus Schultagen tödlich verunglückt ist. Wir hatten seit sicher 15, eher 18 Jahren keinen Kontakt mehr gehabt, hatten uns gänzlich aus den Augen verloren.
Und jetzt ist er nicht mehr da.
Es hat mich deutlich mehr geschockt und traurig gestimmt, als ich es nach der Zeit wohl erwartet hätte.
Er war nur wenige Monate älter als ich. Viel zu jung also, um schon zu gehen.

Wir haben nur dieses eine Leben.
Wir sollen verdammt sein, wenn wir nichts daraus machen.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Die Redensart hat mich bei der Übersetzung der Dumarest-Romane wirklich Nerven gekostet. Vor allem weil es als Credo eines Ordens dort auch nicht zuließ, dem Sinn nach frei übersetzt zu werden.
    „Einzig durch Gottes Gnade bin nicht ich es, der dort wandelt“ vielleicht. 
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