Das erste Mal im grünen Gewand: Die Ratcon 2016

Hallo zusammen!

Ganz offiziell …

Ganz offiziell …

Am vergangenen Wochenende fand in Limburg an der Lahn die Ratcon 2016 statt, und ich war wie angekündigt dort. Es war meine erste Ratcon seit einer ganzen Weile. Die vorigen Jahre kam immer etwas dazwischen, die zwischenzeitige Location, als die Con von Dortmund nach Unna umgesiedelt war, habe ich sogar vollständig verpasst, aber dieses Jahr nun wollte ich das doch mal ändern.
Zumal der wirklich einschneidende Unterschied ganz privat für mich ja auch weniger war, dass es nun nach Limburg statt nach Dortmund (respektive Unna) ging, sondern, dass ich als Ulisses-Mitarbeiter dort war.
Meine bisherigen Cons dieses Jahr – RPC und Feencon – habe ich ja „privat“ als DORP-Person absolviert, aber hier nun war ich also auch das erste Mal im grünen Hemd unterwegs.
Und es hat mir richtig, richtig viel Spaß gemacht.

Zum einen, erst einmal, weil ich mich immer freue, die Kollegen zu treffen. Nein, ist mein Ernst!
Ich arbeite zwar von daheim aus, bin einer derer, die nicht in Waldems sitzen, aber ich mag die Leute, mit denen ich sonst jeden Tag Mails schreibe, chatte, skype und telefoniere, echt gerne. Es ist cool, sie zu treffen und ich hatte alleine deshalb schon viel Spaß in Limburg. Die Stimmung war locker und gelöst, auch wenn es natürlich zugleich von der Con an sich her betrachtet anstrengend war.

Es war aber auch cool, die ganzen Leute, die Gäste, euch dort zu treffen. Auch die Besucher waren gut gelaunt, auch dort war die Stimmung super und ich habe mehr nette, freundliche und engagierte Gespräche geführt, als ich zählen könnte.
Das Feedback, was kam, war zudem auch sehr positiv. Gerade von jenen, die wussten, dass ich seit Jahresbeginn u.a. halt für das DSA-Layout verantwortlich bin, kam sehr viel Zuspruch und glaubt mir mal, das macht mich sehr glücklich. Ich bin ja ganz persönlich vollends von unserer Sache überzeugt, doch wenn dann eben auch mir unbekannte Leute kommen und noch einmal bestätigen, dass sie mögen, was wir da tun, gerade wenn es so ein heiliger Nerd-Gral wie eben DSA ist, dann tut das schon sehr gut.
Also ein klarer Dank schon mal von mir.

Natürlich war ich zwar in Grün gehüllt, aber dennoch auch einer von der DORP; das geht darum ja nicht weg. Insofern war mein erster, kleiner Ego-Boost direkt am Freitagabend der Moment, als ich mit Scorp am Stand aushing und wir gemeinsam irgendeinen Unfug redeten, einer stehen blieb und – als er unsere Stimmen erkannte – das Gespräch mit den Worten eröffnete: „Ach, ihr seid das!“
Total cool!
Eine ganze Menge Leute waren über die zwei Tage bei uns am Stand und haben sich für die DORP, den DORPCast oder andere Projekte bedankt, haben mit uns über den DORPatreon geplaudert und vieles mehr. Es freut mich sehr, dass das sozusagen beides ging und geht, und viele dieser Gespräche schwammen dann auch zwischen Ulisses- und DORP-Themen hin und her. Und wenn dann einer kommt, sich als DORPCast-Hörer zu erkennen gibt, sich wahlweise zu Team Thomas oder Team Michael bekennt, dann aber noch ein Pathfinder– oder DSA-Buch kauft und glücklich weiterzieht, dann ist das schon echt das Beste aller Welten.
Ach, wie ich schon sagte, es hat einfach Spaß gemacht mit euch!

Meine primäre Perspektive währen der Con

Meine primäre Perspektive während der Con

Dieser Stand, den ich da erwähne, das war übrigens der B-Waren-Stand. Das war nicht explizit so geplant, ergab sich aber freitags irgendwie bei der Eröffnung so und ist dann einfach so geblieben.
Es war aber auch echt spaßig, mit den Besuchern da ein wenig einen auf Basar von Bagdad / Agrabah / Khunchom / Throal zu machen und um den Nachlass der Mängelexemplar-Produkte zu feilschen.
Ich denke, wir konnten eine Menge Leute durchaus glücklich machen und ich hoffe, sie haben neben der Beute auch ein paar spaßige Erinnerungen an die Verhandlungen mitgenommen.

Der einzige richtige Termin, während dem man mich nicht dort fand, war der für Samstag um 15 Uhr angekündigte Workshop, na ja, Vortrag, den ich mit Nadine Schäkel gehalten habe. Das Thema war die optische Gestaltung von DSA 5, was wir uns dabei so denken, wozu die einzelnen Elemente so dienen, aber auch, wie ein Bild entsteht, wie aus einer Word-Datei ein Layout wird und derlei mehr.
Wir „waren“ keine elaborierte Keynote, wie einige der größeren Panels rund um DSA sie durchaus boten – übrigens auch cool: die kommen auch noch auf Youtube! –, aber ich denke, Nadine und ich sind erfolgreich gewesen in unserer Mission, den Leuten für einen bisher vermutlich manches Mal weniger reflektierten Bereich des Hobbys, das wir alle so lieben, die Augen zu öffnen.
Mit der Ankündigung des Scriptorium Aventuris, also der Möglichkeit für Fans, eigenes DSA-Material zu erstellen und dies sogar gegen Geld (mit Verlagsbeteiligung) im Ulisses-Digitalschuppen zu vertreiben, ist ja sogar noch mal ein ganz anderer Aspekt im Raum gewesen, was die Interessen an der visuellen Umsetzung von aventurischen Aventüren betrifft. Damit konnten wir im Vorfeld nicht werben, aber als wir wussten, dass die große Präsentation vor unserem Termin lag, passte das ja nur noch umso besser.
Ein weiteres Highlight im Workshop war aber für mich, dass Nadine unserem Chef Markus kurz seine D&D White Box aus den Fingern geleiert hatte, damit wir sie dort zeigen konnten. Sozusagen als Beispiel, wie „das alles“, über DSA hinaus, einmal seinen Anfang genommen hatte. Das gute Stück ist neun Jahre älter als ich, meine ich, und optisch natürlich extremst ein Kind seiner Zeit, aber es war auch ein großartiger Icebreaker gleich zu Beginn.

DSA 1, live auf der Bühne, war eine absolute Gaudi!

DSA 1, live auf der Bühne, war eine absolute Gaudi!

Auch hier: Die Resonanz war sehr positiv, sowohl zur Idee des Workshops, zur Ankündigung, in der Zukunft mehr in die Richtung machen zu wollen, als auch zum anscheinend recht kurzweiligen Vortrag an sich.
Und mit all dem bin ich auf dutzende Dinge noch gar nicht eingegangen. Die launige Stadttour mit dem Kollegen Mirko Bader, der sich vor keinem Fremdenführer in Limburg verstecken müsste. Die extrem spaßige DSA-1-Live-Runde, auf der Bühne und mit Publikumsbeteiligung. Die Auktion, bei der eine Menge Geld für einen guten Zweck, zu Gunsten des Kinderhospizes Bärenherz, zusammengekommen ist.
Und so vieles mehr.

Ach, ich schwärme, merkt ihr das?
Ich wusste nicht, was mich in Limburg erwarten würde, wusste nicht, wie es insgesamt werden würde und zumindest das Wetter ließ ja schreckliche Hitzequalen erwarten, aber ich hatte ein absolut großartiges Wochenende auf der Ratcon, habe meine Zeit dort sehr genossen, habe mich über alle gefreut, die ich getroffen habe und kann nur sagen: Danke. Danke an alle, die das möglich gemacht haben.

Die erste Ankunft auf dem Parkplatz in Limburg nach der langen Autobahnfahrt weckte Assoziationen an die Spanien-Urlaube meiner Kindheit

Die erste Ankunft auf dem Parkplatz in Limburg nach der langen Autobahnfahrt weckte Assoziationen an die Spanien-Urlaube meiner Kindheit

Es war anstrengend. Nachdem ich meine Layout-Kollegin Nadine Hoffmann auf dem Rückweg noch in Jülich abgesetzt hatte und erst mal wieder in Aachen war, bin ich echt nicht mehr alt geworden.
Auch der Montagabend war noch eher bewusst kurz und geprägt von schweren Augenlidern.
Aber sei’s drum: Nächstes Jahr definitiv gerne wieder!

Viele Grüße,
Thomas

Analoges

It its simplest form, we have in a photograph
surrogate possession of a cherished person or thing.

– Susan Sontag (On Photography, 1977)

Hallo zusammen!

Vorgestern stand ich nach der Geburtstagsfeier eines gemeinsamen Freundes noch eine Weile mit Xoro-Regisseur Matthias am Straßenrand und sprach mit ihm über Wunsch-Filmprojekte, die wir beide so hegen. Ein Wunsch, der mich persönlich dabei umtreibt, ist es, einmal mit Film zu drehen. Also nicht nur einen „Film“ auf ein Hi8- oder DV-Band, oder eine SD-Karte zu bannen, sondern wirklich Fimmaterial durch die Kamera zu jagen.

Der Gedanke ist nicht ganz unrealistisch. Kodak arbeiten gerade daran, den Super-8-Markt wiederzubelegen, was anlässlich von analog gedrehten Filmerfolgen wie „The Hateful Eight“ oder „The Force Awakens“ auch nicht unrealistisch erscheint.
Aber auch im Angesicht eines geschätzten Preises von 400 bis 750 Euro für eine der neuen Kameras muss man sich natürlich die Frage gefallen lassen, wozu das gut sein soll.

Die digitale Technik bringt auf den ersten Blick natürlich maßlos viele Vorteile. Die nahezu unbegrenzten Kapazitäten, die Möglichkeit, Aufnahmen sofort zu sichten, zu sichern und zu teilen, aber auch die immer besser werdende Technik dahinter. War alleine die digitale Fotografie vor 15 Jahren noch etwas, vor dem anspruchsvolle Fotografen nur die Nase rümpfen konnten, stehen einem heute für relativ schmales Geld Foto- und Video-Aufnahmemittel zur Verfügung, von denen man vor wenigen Jahren noch bestenfalls träumen konnte.
Warum sollte man das alles aufgeben, um wieder analog zu arbeiten?

Fakt ist, dass Analoges teils wieder im Kommen ist. Allerdings wäre es in meinen Augen verfehlt, das auf eine monokausale Erklärung einzudampfen. Doch während etwa der von manchen erwartete, aber nun doch ganz offensichtlich ausgebliebene vollständige Sieg digitaler Bücher über ihre gedruckten Pendants – was aus meiner Sicht auch mehr eine Dystopie, aus dem Blickwinkel manch eines Lesers aber auch eine Utopie gewesen wäre –, noch mal ein komplexeres Thema für ein anderes Mal ist, so finde ich beispielsweise die Renaissance von Musikkäufen auf Vinyl ein interessantes Fallbeispiel.
Vielleicht weil die Schere schon gar nicht mehr weiter aufgehen könnte – auf der einen Seite kehrt da ein Medium wieder, das viele schon vor 30 Jahren auf dem absteigenden Ast gesehen haben –, während auf der anderen Seite des Spektrums ich hier gerade beim Schreiben dieses Artikels das neue Album von Lindsey Stirling über Apple Music im Abo höre, abgespielt über eine Sound-Anlage, die per Bluetooth naht- und drahtlos vom Rechner versorgt wird. Es scheint widersprüchlich, dass das beides in der gleichen Welt existiert, während gerade erst jüngst beispielsweise das letzte VHS-Endgerät vom Band gelaufen ist.

Am Ende läuft es aber in beiden Fällen, beim Vinyl-Album wie auch beim Film, auf eine gewisse Frage der gewünschten Perfektion hinaus. Eine digitale Audio-Datei hat das Potenzial, wirklich perfekt zu klingen. Es liegt in der Natur von analogen Daten, dass alleine durch das verwendete Medium, den Abspiel- oder Aufnahmeprozess und damit verbundene Elemente „Störungen“ aufkommen.
Eine Frage, der wir uns aber einfach zunehmend stellen müssen, ist die, ob wir diese Perfektion denn auch wollen.

Wichtig: Das ist keine fundamentale Frage. Es ist durchaus möglich, beispielsweise analoge Musikwiedergabe zu bevorzugen, aber bei Filmen nicht mehr auf hochwertige, digitale 4K-Bildsignale verzichten zu wollen.
Und gleiches gilt für Aufnahmevorgänge.
Ich liebe meine Canon EOS 600D. Sie ist nicht mehr die Oberkante der Technik, selbst nicht in dem Mittelklasse-Segment, zu dem sie wohl zu rechnen ist. Dennoch: Ein phantastisches Stück Technik, dass ich nach wie vor mit großer Freude nutze.
Dennoch gibt es Anlässe, an denen die Zenit 122 meines Vaters ein ganz anderes, viel faszinierenderes Ergebnis liefert:

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Wem das bekannt vorkommt, ich habe vor fast zwei Jahren schon mal über ein vergleichbares Thema geschrieben.
Noch extremer ist es wohl, wenn man von Polaroids spricht. Dank dem Impossible Project bekomme ich wieder Filme für meine Polaroid 636, und auch die Ergebnisse damit sind nicht mal im Ansatz vergleichbar mit dem, was einem die heutige digitale Optik einer DSLR auf den Chip zaubert.

Polaroid

Es ist also gerade diese Imperfektion, oder neutraler, einfach dieser grundsätzliche Look (oder Klang), der einen Reiz des Analogen ausmacht. Gut. Das ist nachvollziehbar.
Aber um beim letzten Beispiel zu bleiben – ein S/W-Film für die Polaroid-600-Reihe kostet um die 20 Dollar; das macht über 2 Dollar pro Bild. Ist es das nun wirklich Wert? Gleiches gilt für die Super-8-Filme, wo einen fünf Minuten Film schon spürbares Geld kosten, ganz zu schweigen von sagen wir dem gesamten Rohmaterial, das ein ambitionierter Kurzfilm schlucken würde.

Zunehmend aber beginne ich, auch darin einen Vorteil zu sehen. Sicherlich keinen allumfassenden Vorteil, kein Muss; ich käme ebensowenig auf die Idee, die nächste Ballett-Aufführung des Ateliers in Stolberg mit der Zenit abzulichten, wie ich Xoro 2 auf Super 8 drehen wollen würde.
Aber dennoch: Man arbeitet dann einfach anders. Wenn meine Sofortbild-Kassette acht, oder mein APX-Film 36 Bilder bietet, dann plane ich natürlich anders, als wenn man per „Fire and Forget“ auch mal 1.000 RAWs auf eine SD-Karte schießen kann.
Wenn schon sonst nichts, ist es eine Lektion darin, zu entscheiden, was einem wirklich wichtig ist, wenn man mal gezwungen wird, wählen zu müssen.
Und das ist vielleicht eine Lektion, die sogar auf kommende Digitalprojekte abfärbt.
Sicher gibt es Versuche, das etwa mittels Apps zu emulieren. Apps, die versuchen, die Bildästhetik einzufangen, aber auch Apps, die etwa die Anzahl der Bilder oder die Möglichkeit, sie zu sichten, stark reglementieren. Aber ich finde, das verfehlt stets den Punkt – denn dort ist es eine künstliche Verknappung.

Das ist es bei den analogen Medien nicht, dort ist es nach wie vor notwendig. Vielleicht ist es künstlich in dem Sinne, dass man ja jederzeit auf das digitale Gerät ausweichen könnte, aber dann wiederum müsste man eben auf die vorgenannte Ästhetik verzichten.
In gewisser Weise gilt dieser Verknappungsgedanke sogar für die Vinyl-Scheiben. Die zuvor genannten Abos, aber auch zunehmend die CDs und digitalen Käufe, scheinen die Einschränkungen der möglichen Menge an Liedern in erheblichem Maße aufzuheben. Eine LP ist so lang, wie eine LP lang ist – das ist und bleibt einfach ein gegebener Faktor. Und das zwingt, ganz ähnlich, zu einer bewussten Beschränkung.
Eine Freundin hat in ihrem Wagen noch immer eine Tape Deck. Manchmal stelle ich ihr Mix Tapes dafür zusammen – und erfahre dort genau den gleichen Faktor. Auf die MCs, die ich im Haus habe, gehen 90 Minuten – 45 Minuten pro Seite. Und wo schon auf LAN-Partys, die ich noch als Schüler besuchte, digitale Musik in unermesslicher Menge geteilt wurde, zwingt die MC zu einer ganz anderen Überlegung: Wo man sonst heute sagen würde, dass jemand dringend mal in diese oder jene Band reinhören solle und er – über die Abo-Dienste sogar legal – möglicherweise Zugang zum gesamten Lebenswerk der Künstler hat, zwingt die Musikkassette zu einer konkreten Entscheidung: Wenn du ein Lied der Band anbieten kannst, um den anderen zu überzeugen, welches wählst du?
Es zwingt letztlich auch zu einer bewussteres Reflexion über das eigene Nutzungsverhalten.

Am Ende aber sind und bleiben es zwei verwandte, aber getrennte, wichtige Faktoren – die Anmut, und die Begrenzung.
Die einzige wirkliche künstliche Verknappung allerdings, die es in diesem ganzen Kontext geben kann, ist eine ganz andere: Sich selbst komplett auf digitale Medien zu beschränken, das ist eine Einschränkung, der ich mich zumindest nicht mehr unterwerfen möchte.

Viele Grüße,
Thomas

RatCon, Gauner, Leserstimmen

Hallo zusammen!

Ich weiß auch nicht genau, was gerade los ist, aber schon wieder hat sich allerlei kleinerer Kram angesammelt, der Erwähnung verdient hat, aber vielleicht keinen eigenen Beitrag braucht.

ratcon2016Fangen wir mit dem an, was termingebunden ist: Kommendes Wochenende steigt die RatCon 2016 – und ich werde dort sein. Die Veranstaltung erstreckt sich von Freitag bis Sonntag und findet dieses Jahr erstmals in Limburg an der Lahn statt. Und da die RatCon die Haus- und Hof-Convention meines Arbeitgebers Ulisses ist, werde ich auch entsprechend nicht für DORP, sondern im grünen Ornat dort anwesend sein.
Mehr noch: Am Samstag, um 15 Uhr, halten DSA-Art-Director Nadine Schäkel und ich gemeinsam einen Workshop namens „Illustration & Layout – Das Erscheinungsbild von DSA 5“ ab. Die Beschreibung liest sich so:

Vieles hat sich bei DSA zur fünften Edition hin geändert ? und das nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch. Art Director Nadine Schäkel und Layouter Thomas Michalski möchten diesen Workshop nutzen, um mit euch über das neue Erscheinungsbild zu plaudern. Dabei geht es um die Auswahl und den Stil der neuen Illustrationen genauso wie darum, welche Überlegungen im Aufbau und den Elementen des Layouts stecken. Doch auch ganz pragmatische Schritte ? wie gestaltet ein Autor eine gute Bildbeschreibung für die Künstler, welche Schritte und Herausforderungen liegen zwischen der schmucklosen Textdatei und der finalen Druckfreigabe ? wollen die beiden ein wenig erläutern. Abschließend wird in einer kleinen Feedback-Runde Gelegenheit zum Austausch gegeben sein.

Wenn euch die RatCon auch reizt und ihr Bock habt, mal „Hi!“ zu sagen, dann findet ihr alles Wichtige auf der offiziellen Webseite der Con.

Die RatCon ist es dafür dann aber auch Schuld, dass der nächste DORPCast sich um eine Woche verschiebt; nach dem harten Kampf, eine Folge parallel zum Feencon-Vorlauf zu produzieren, war mir das so einfach lieber.
Damit dennoch keiner mit leeren Händen an dem fraglichen Sonntag daheim sitzt, geht am 28. August die kostenlose PDF-Version des 1W6 Freunde-Abenteuerbandes Geister, Gauner und Halunken an den Start. Auch cool, oder?
Der DORPCast folgt dann am darauffolgenden Wochenende.

flucht_in_ein_sicheres_leben_coverDann möchte ich einfach noch mal eigenlobend die Aufmerksamkeit auf Lovelybooks lenken, wo in der Leserunde zu Flucht in ein sicheres Leben das Lob für meine Kurzgeschichte Vater, sie trommeln wieder nach wie vor so überaus üppig ausfällt, dass ich nur bescheiden „Danke!“ rufen kann.
Wen noch weiteres Feedback zu meinen Werken lockt, der kann im Pegasus-Forum außerdem einen Thread finden, in dem ein detaillierter Spielbericht zum Abenteuer Dschungelfieber geboten wird. Auch da ist das Feedback sehr positiv.
Danke!

Zuletzt, wo wir schon das Pegasus-Forum erwähnen, wurde dort nun auch ein Werbetext für den kommenden Abenteuerband Dreißig gepostet, in dem ja auch mein Abenteuer Ein Foto von 30 Sternen (vormals: Ein Foto vergangener Sterne) zu finden sein wird.
Beschrieben wird das Buch so:

1986 bis 2016 – 30 Jahre CTHULHU in Deutschland!
Dies gilt es mit vier Abenteuern zu feiern, die sich rund um die „30“ drehen:
30 Liter Jungfrauenblut benötigt ein Kult in Detroit für sein Ritual. Die Investigatoren werden als Bandenmitglieder eines prominenten Gangsters in die Geschichte hineingezogen und müssen sich entscheiden, auf wessen Seite sie stehen.
Ein Foto von 30 Sternen lässt hinter den Schleier zwischen Diesseits und Jenseits blicken und treibt die Investigatoren über Berlin und Tripolis bis nach Ägypten.
30° / 30° gibt die Position an, an der die Investigatoren in diesem Einsteigerabenteuer bei einer Notlandung stranden – in der ägyptischen Wüste.
Filmriss konfrontiert die Investigatoren als One-Shot für CTHULHU NOW mit einem Mord in einem Kino … und noch mit viel, viel mehr.

Die Autoren sind ein Querschnitt durch das Autoren-Team:
Peer Kröger – von dem u.a. das bekannte „Vom Winde verwest“ stammt – vertitt die Autoren-Urgesteine;
Thomas Michalski – der zeitgleich auch in „Prag – Die Goldene Stadt“ verteten sein wird – steht für die jüngeren Autoren („jünger“ im Sinne der Team-Zugehörigkeit)
Marcel Durer – der betreits in „Feiertage der Furcht“ vertreten ist – steht für neuen Autoren und
Carsten Pohl – der bereits in „Cthulhus Ruf veröffentlicht wurde“ – gibt hier sein Debüt!

Als BONUS enthält der Band einen Rückblick auf 30 Jahre CTHULHU in Deutschland von Frank Heller (dieser wird auf der DCC auch als Vortag zu genießen sein), sowie eine Übersicht über alles CTHULHU-Veröffentlichungen von Pegasus (incl. Nennung der enthaltenen Abenteuer.
Das Posting dazu findet sich hier, das Buch wird als 120-seitiges Softcover für 9,95 Euro zur SPIEL im Oktober erscheinen.

Schon alles cool, oder?
Und in diesem Sinne, wünsche ich euch allen ein wunderbares Wochenende!

Viele Grüße,
Thomas

Leute, die noch Dinge tun

Hallo zusammen!

Um zum heutigen Punkt zu kommen – denn ja, ausnahmsweise gibt es mal einen –, müssen wir gewissermaßen eingangs gleich zwei separate Sprünge quer durch die Zeit machen.

Der erste Sprung führt uns in die letzte Woche zurück. Ich war irgendwann spät abends auf dem Weg zur Packstation, weil mir weit jenseits sinnvoller Uhrzeiten einfiel, dass ich da ja noch ein Paket abzuholen habe. Entsprechend müde stapfte ich dort hin und wurde, etwas unvermittelt, von einer fremden Frau angesprochen, die dort gerade mit einem Kumpel mit Poi übte. Sie wünschte mir einen schönen Abend, mit dem Zusatz, ich sähe aus, als bräuchte ich den.
Wir kamen ins Gespräch, kamen über die Poi aufs Tanzen, ich erzählte ein wenig von meinen eigenen Tanzsport-Aktivitäten und Saltatio, und das wiederum gefiel besagtem Kumpel der fremden Poi-Frau. Er lobte, dass er es cool fände, dass es eben doch noch Leute gäbe, „die Dinge tun“.
Will sagen: Die einfach aus Leidenschaft etwas realisieren, anstatt halt nur profit-effiziente Projekte umzusetzen.
Letztlich ließ ich die beiden hinter mir und kehrte heim, aber das Gespräch hing mir noch eine Weile nach.

Heute ist der 15. August – und unser zweiter Sprung führt uns zurück an eben jenen Tag, nur vor vier Jahren. Da erschien der finale Trailer für To Boldly Flee, eine Woche, bevor die eigentliche Reihe begann, in mehreren Teilen online zu erscheinen.
Nun muss ich vermutlich ausholen. Channel Awesome ist ein Zusammenschluss von Internet-Video-Machern. Rund um Doug Walker und seine wohl erfolgreichste Persona, den Nostalgia Critic, betrieben und betreiben sie alle gemeinsam unter anderem eine Webseite und einen Youtube-Kanal. Sie rezensieren dort, je nach Macher und Kanal, vornehmlich Filme, aber auch Videospiele, Comics und manchmal sogar Rollenspiel-Material.
Channel Awesome war gerade damals in meinem engen Freundeskreis eine große Sache. Neue Folgen dort waren quasi verbindend, so wie für viele Leute Fernsehsendungen verbindend sind. Also war es, statt „Hast du gestern Tatort gesehen?“, entsprechend „Hast du schon die neue Folge von The Spoony Experiment gesehen?“, was unseren Smalltalk beherrschte.
(Tut es immer noch bisweilen, aber nicht mehr so oft.)
Interessant war es auch dadurch, dass die Rezensionen nicht einfach nur Betrachtungen der Medien waren, sondern im Grunde alle durch eine jeweils angepasste „Persona“ vorgetragen werden. Darum unterschied ich oben schon zwischen Doug Walker und seiner Kunstfigur, dem Nostalgia Critic. Das nahm über die Zeit dann aber noch mal ganz eigene Dimensionen an, mit einer regelrechten Form von Metaplot, als etwas, was als gegenseitige Cameos begann, langsam zu einer Form von Rahmenhandlung wurde.
Und aus diesem Geist heraus, aus einem Gefühl von Gemeinschaft, drehten sie in den ersten vier Jahren des Projektes jeweils zum Jubiläum einen Film. Der erste, „Team Brawl“, ist dabei noch eher unerheblich. In den drei folgenden Jahren aber folgten richtige Spielfilme, namentlich „Kickassia“, „Suburban Knights“ und eben, da sind wir wieder einen Kreis weiter nach innen, „To Boldly Flee“.
Dieser erwähnte Final Trailer?
Es ist dieser hier:

Ich denke, wer nicht generell in der Materie steckt, der kann aus dem Trailer alleine zwei Erkenntnisse mitnehmen: Sie haben unfassbar viel Aufwand betrieben … und ein völlig obskures, Home-Video-eskes Projekt realisiert, das sich gar nicht bemüht, das irgendwie zu kaschieren.

Schwingen wir mal zurück in die Gegenwart; warum schreibe ich diesen Text?
Keiner der genannten Filme war per se gut. Sie waren (bzw. sind) Insider-Joke-getriebene Werke, sie sind absolut nichts, was nach professionellen Maßstäben existieren sollte – und alleine der obige Trailer hat 26.000 Views. Und ist nicht mal der ursprüngliche Upload.

Ohne jetzt wieder zu sehr auf der Kritik-Kritik von neulich zu schwimmen: Dinge schlecht finden ist leicht. Und so wichtig ich Kritik finde, dies hier trifft einen anderen Nerv, und darin fügen sich beide Anekdoten dann zu einem Gesamtaspekt zusammen: Das ganze Channel-Awesome-Team besteht aus Leuten, die Dinge tun.
Sie investieren Energie, Zeit und vor allem Herzblut in etwas, was objektiv betrachtet vor allem Unfug ist, was aber zugleich vielen Leuten Freude bringt. In einer Mischung aus Perfektionsanspruch und Erfolgsorientierung scheint es mir manchmal verloren zu gehen, dass Leute einfach Bock haben, etwas umzusetzen – und es dann machen. Völlig ungeachtet der Frage, ob sie der Aufgabe gewachsen sind, ob sie es tun sollten, oder ob es eine vermarktbare Zielgruppe gibt.
Aber genau davon brauchen wir in meinen Augen mehr.
Doppelt und dreifach bei uns im deutschsprachigen Raum.

Man muss auch eines sagen: Wenn ich hier davon spreche, dass die Channel-Awesome-Sachen keinem professionellen Anspruch genügen, so ist das genauso richtig wie falsch.
Wer sich enger mit dem ganzen Material befasst, der kann in vielen ihrer Projekte trotz allem augenscheinlichen Mangel an Produktionsqualität eine große Liebe zum Detail und viel Kenntnis des Mediums entdecken.
Das möchte ich nicht kleinreden.
Es ist halt nur eine ganz andere Form von Anspruch.

Insofern kann man Projekte wie To Boldly Flee finden wie man will, ich persönliche finde sie inspirierend.
Ich sprach neulich mit jemandem über Hilde und die Glocken der Amazonen und erwähnte in dem Gespräch, dass der Final Cut mehr oder weniger fertig sei und ohne Nachspann etwa 38 Minuten liefe.
Mit leicht spöttischem Ton kam dann als Antwort, na dann hätten sich die fünf Jahre Produktion ja echt mal gelohnt.
Aber ja, haben sie.
Es hat Spaß gemacht, den Film zu schreiben.
Es hat Spaß gemacht, den Film zu drehen.
Es hat Spaß gemacht, den Film zu schneiden.
Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es genug Leute geben wird, denen es Spaß machen wird, den Film zu sehen.

Das muss man auch einfach mal bedenken. Wir haben dort etwas geschaffen, was eine Anzahl von Leuten etwa eine Dreiviertelstunde unterhalten wird. Wir haben etwas in diese Welt gebracht, was ihnen Spaß und Freude in ihr Leben bringen kann.
Und das?
Ich finde das ist etwas absolut Wundervolles.

Viele Grüße,
Thomas

Allzeit bereit – eine Covervorschau

Hallo zusammen!

Gestern ging es schon auf der DORP ins Netz, heute wollte ich es dann auch noch hier präsentieren: Allzeit bereit hat ein Cover!

1W6 Freunde Allzeit bereit Frontover web

Gezeichnet hat es wieder, wie schon bei Geister, Gauner und Halunken, der großartige Jacob Müller. Geplant ist der Band dabei erst für 2017, aber da Jacob fragte, ob er das Bild nicht schon zu seinem Portfolio hinzufügen könne, haben wir den Anlass gerne genutzt, unsererseits auch schon mal die Katze aus dem Sack zu lassen.

Über das Buch selbst schrieb ich gestern auf der DORP:

Allzeit bereit ist wie schon Geister, Gauner … ein Abenteuer-Sammelband. Dieses Mal ist das übergreifende Thema allerdings der Jahreslauf – die Abenteuer in dem Band begleiten die Jugenddetektive durch das Jahr, beginnend mit einem Fall direkt zu Schuljahresbeginn, einmal durch Herbst, Winter und Frühling bis hin in die nächsten Sommerferien, wo es sie in das Ferienlager verschlagen wird, das ihr da oben auch auf dem Cover angedeutet seht.
Zwei Abenteuer werden Druckfassungen bisheriger Downloads: Die Wurst des Verderbens von mir und Die Kastanienmännchen-Verschwörung von Michael Mingers. Drei weitere Abenteuer will ich eigentlich in dem Buch haben, wovon eines von mir ist, eines zumindest auf einer Idee von Ralf Murk und mir basiert und über das ich mal noch mit ihm reden muss und eines, das abschließende Ferienlager, von Matthias Schaffrath verfasst wird.

Wenn der DORPatreon weiter so gut läuft, wird das Buch denke ich diesmal dann auch noch eingekauftes Innen-Artwork bekommen. Aber das ist dann ein Thema für später.
Heute erfreue ich mich einfach mal weiter an dem Cover – und allgemein daran, dass die 1W6 Freunde wirklich langsam aber sicher die Reihe werden, die ich mir immer erhofft habe.

Viele Grüße,
Thomas