RPC: Auf nach Köln!

Hallo zusammen!

Heute kurz und knapp, der übliche Hinweis:
Dieses Wochenende steigt in Köln die RPC; Samstag und Sonntag locken Aussteller aller Couleur in die Messehalle Köln Deutz, um dort Pen&Paper-Rollenspieler, LARPer, Cosplayer, Videospieler und andere wundervoll Verrückte an einem Ort zu bündeln.
Und wir sind natürlich auch da.

Ulisses Spiele sind selbstredend da (und Michael ist dort anzutreffen), aber auf der RPC hat auch die DORP wie jedes Jahr einen Stand und neben mir sind auch Tom, Matthias, Markus und Janine mit an Bord.
Der DORP-Stand steht in Halle 10.2 auf der Fläche F-076. Wir glauben, dass das der gleiche Ort ist wie letztes Jahr. Wenn ihr also auf der RPC seid, schaut doch mal vorbei, sagt „Hallo“, esst ’n Keks und all diese Dinge.
Ich freue mich auf jeden Fall drauf!

Insofern die Losung: Auf nach Köln!

Viele Grüße,
Thomas

Einige Gedanken zu YouTube und Videos im Netz

Hallo zusammen!

Vor einigen Tagen sprachen wir im Freundeskreis in irgendeiner Form über ein Internet-Video und eine Freundin proklamierte, nicht zum ersten Mal und ich glaube nicht ohne einen gewissen Stolz, also sie schaue ja keine Internet-Videos. Ich fragte sie, wie sie denn glaube, dass John Oliver abends in ihr Fernsehen käme und letztlich wurde mir das als Spitzfindigkeit ausgelegt, aber tatsächlich denke ich, wir haben in diesem Moment ein relativ relevantes Thema tangiert. Zumindest relevant im Sinne meiner kleinen obskuren Internet-Nische hier.
Denn im Kern glaube ich, es gibt gewissermaßen mehrere YouTubes. Es gibt das YouTube der Katzenvideos, das YouTube der Filmtrailer, das YouTube des aufbereiteten Fernseh-Contents von John Oliver bis zu unserem recht frischen, deutschen FUNK-Programm. Manches davon ist sehenswerter Content, manches eher nicht, manches hat professionelles Niveau, manches ganz sicher nicht. Aber irgendwie ist das am Ende alles „YouTube“.

In meiner Filter Bubble gibt es Untersegmente, in denen es irgendwie angesagt und hip zu sein scheint, sich über „YouTuber“ lustig zu machen. In denen es unter Umständen sogar eine regelrechte Beleidigung ist, jemanden so zu nennen. Und das betrübt mich.
Sicher, es ist im Grunde sehr einfach, Ansatzpunkte für Spott und Häme zu finden, wenn man sich mit dem deutschen YouTube befasst – und lange habe ich auch selbst aktiv den Standpunkt vertreten, dass das deutsche YouTube mir nichts zu bieten scheint, weil da ein Zeitgeist und eine Form von Humor bedient werden, die mich einfach nicht abholen.
Aber was mich fuchst, immer wieder, ist es, wenn angesichts dieser Beispiele alles über einen Kamm geschoren wird.

Einerseits ist da schlicht das Haten, die Häme, der Zynismus und teils die Beleidigungen, die sich teils bei Betrachtern manifestieren und gegen die ich ja in letzter Zeit in anderen Medienbereichen schon öfters Position bezogen habe.
Andererseits gibt es im Netz wirklich eine ganze Menge Macher, deren Material wirklich lohnt. Die mit Können, Talent, Medienverständnis, Einsatz und Leidenschaft weitgehend kostenfreie Inhalte generieren, für jeden Gelangweilten am Bildschirm, für jeden Interessierten. Wer generell dagegen ist, für den habe ich ohnehin kein Verständnis.

Ich finde diese Macher zum Teil sogar durchaus inspirierend und motivierend; teils auf analoger kreativ-schöpfender Ebene, teils aber auch auf einer menschlichen, miteinander-orientierten Ebene. Das ist dann auch der Anschlusspunkt, den ich im letzten Beitrag hier schon angedeutet habe. Wie ich es von den Mitmenschen sagte, so gilt auch hier: Es lohnt sich in meinen Augen, sich Kanäle zu suchen, die mit dem eigenen Schaffen auf Augenhöhe sind. Die Qualität bieten, die man wertschätzen kann, aber denen auch ein gewisser positiver Ansatz anhaftet. Es gibt natürlich auch sackweise YouTube-Kanäle, die euch bereitwillig erklären werden, wie schlecht jener Film, jenes Buch, diese Welt und unser aller Leben ist, aber … warum?
Wenn ihr mich fragt, sucht euch Leute, die lieben, was ihr liebt, und zelebriert mit ihnen (oder über sie) eure Leidenschaft, anstatt euch hinter Mauern zu verschanzen und zu maulen, was alles wieder schlecht ist.
Und weil es dem Feedback nach in meinem letzten Beitrag noch immer nicht deutlich genug herausgestellt war: Es geht nicht um Kritikfreiheit, es geht nicht um das bedenkenlose Abfeiern von allem. Es geht um eine Grundeinstellung. Dingen eine Chance geben, seine eigene Meinung bilden, offen sein für Neues, bei Dingen, die man selber liebt, auch mal ungeniert und schamlos offen Fan sein und – wichtig – akzeptieren, dass andere Menschen andere Vorlieben haben werden, die man nicht teilen, aber unbedingt respektieren sollte.

Und weil es keinem hilft, wenn ich hier nur in abstrakter Form rede, so als Rauswerfer noch ein paar Vorschläge, wo man in meinen Augen durchaus sehenswerten Content findet; auf die Gefahren hin, dass ich selbst was mir Wichtiges vergesse, ich euren Geschmack nicht treffe oder aber, dass ihr, wenn ihr hier schon länger mitlest, das eine oder andere auch schon kennt.
Ich habe derzeit 93 Abos bei YouTube am Start, es ist also eine Auswahl:
Easy Allies habe ich hier schon oft erwähnt und ist derzeit vermutlich meine Primärinspiration, was z.B. auch Formate wie den DORPCast angeht. Eine Gruppe von neun Leuten mit einer ganzen Bandbreite an Formaten rund um Videospiele, von Rezis bis zu exzellenten Podcasts. (Ich schrieb es neulich schon mal auf Twitter: Ihr Ankündigungsvideo von damals habe ich bis heute auf dem Handy, wenn ich mal Motivation suche.)
LGR habe ich dagegen ggf. noch gar nicht hier erwähnt gehabt. Ein Kanal über Retro-Computerspiele und Retro-Hardware, inklusive ziemlich cooler Mini-Dokus über Technik-Firmen und Obscurae vergangener Tage.
Tom Scott hat hingegen nun gar nichts mit Videospielen zu tun; kurze Sach-Beiträge (meist unter fünf Minuten) über things you might not know und amazing places, geeint durch eine tolle Moderation.
CGP Grey ist einer, der auch mal weit mehr in die Tiefe von Dingen geht. Ebenfalls Sachvideos, quer durch alle Themen, schwer zusammenzufassen aber unbedingt sehenswert.
Veritasium ist noch so einer; hier sind die Videos teils auch länger und der Fokus ist weit naturwissenschaftlicher, aber die Präsentation ist exzellent und auch für Geisteswissenschaftler wie mich angenehm zu verfolgen.
Gary Vaynerchuk hat in seinem Leben die markante Kurve vom Weinhändler zum Marketing-Firmen-Besitzer geschlagen und bewegt sich manchmal in Welten, die entschieden nicht meine sind, aber positive Grundeinstellung und durchaus motivierender Antrieb? Check.
Film Riot ist eine exzellente Quelle für alles Mögliche rund ums Filmemachen, von praktischen Tipps bis hin zu eigenen Kurzfilmen. Charmant gemacht, praxisorientiert, fachlich sehr gut.
Tested ist auch ein ganzes Netzwerk von Shows, wobei ich davon nicht alle konsumiere. Aber alles was mit Requisiten zu tun hat und den Ex-Mythbuster Adam Savage als Host bietet, landet in meiner Playlist. Wenige Leute erreichen für mich dessen Maß an völliger Leidenschaft.
Die Vlogbrothers hatten wir hier schon: John und Hank Green mit kurzen Videos über alles. Manchmal alberner Unfug, manchmal aber auch wissenschaftlich fundierte Info-Videos; für mich einer der archetypischen „Vlogger“-Kanäle und zugleich direkt ein Beispiel dafür, dass auch das Format mehr sein kann als die Spötter proklamieren.

So, und dann noch drei Nennungen, die ich oben schon aus Gründen der Fairness nicht eingliedern wollte: Mein Brötchengeber Ulisses Spiele hat einen eigenen Kanal, mit dem ich nahezu nichts zu tun habe, dessen Content ich aber auch privat durchaus gerne konsumiere. Unsere Webseite, die DORP, hat einen Kanal, mit dem ich nahezu nichts zu tun habe, dessen Content ich aber auch privat durchaus gerne konsumiere.
Und zuletzt gibt es da meinen eigenen Kanal, mit dem ich alles zu tun habe und der zwar nur wenig Content generiert, aber hinter dem ich durchaus auch stehe.

Kurzum: YouTube – bzw. Internet-Videos allgemein; aber sind wir ehrlich, es gibt keine konkurrierende Plattform von Relevanz – pauschal als Medium abzutun, weil man mit Beauty-Vloggern nichts anzufangen weiß, das wäre halt so, wie Fernsehen allgemein abzuwatschen, weil man „Bauer sucht Frau“ doof findet.
Aber so, wie eben das Fernsehen auch seine Qualitätsinhalte generiert, so tut das Web es auch. Und in beiden Fällen gilt: Es haben alle mehr davon, wenn man sich einfach mal auf die Suche nach Dingen gibt, die einen selbst bereichern, anstatt mit Fackeln und Heugabeln gegen jenen Content zu ziehen, der einem selber missfällt.

Und nun entschuldigt mich; es ist Abend, als ich das hier schreibe, und ich will sehen, dass ich Feierabend gemacht bekomme, es warten schließlich noch einige ungesehene Videos des Tages auf mich bei YouTube.

Viele Grüße,
Thomas

Das Umfeld macht den Kreativen

Hallo zusammen!

Heute wollte ich noch mal eine Runde „laut nachdenken“; und wie immer, wenn ich das hier tue, kann ich nicht garantieren, dass am Ende die eine Erkenntnis stehen, oder ob es sich mehr zu einem Gedankenprozess entwickeln wird. Aber das ist ja auch ein Teil des Reizes, oder?

Im Prinzip fußt der Quell des heutigen Beitrags – und wie „meta“ das ist, darauf werden wir am Ende noch kommen – auf drei verschiedenen Ereignissen. Letzte Woche war Tobias Cronert bei mir, um das Video fertigzustellen, was ich Montag geteilt habe. Tobi hat das wiederum ja auch in seinem Blog geteilt und mich dort höchst schmeichelnd beschrieben als „Schriftsteller, Layouter und vieles mehr, der darüber hinaus auch noch [sein] Freund ist und dessen Fähigkeiten und Enthusiasmus [er] es zu verdanken habe, dass wir “mal eben” sowas machen können.“
Ich zitiere das hier nicht nur als Eigenlob; ich komme darauf zurück.

Dann habe ich mich letztes Wochenende mit „den Vögten“ zum Frühstück getroffen, sprich mit Judith und Christian Vogt. Es war ein schöner Vormittag, und natürlich wurde auch viel über die eigenen Projekte geplaudert, meine wie ihre.

Und noch diese Woche treffe ich mich mit einem Condra-Vereinskollegen, der seinerseits was „Buchiges“ im Sinn hat und der mich dazu gerade mal mit Fragen löchern wollte.

Tatsächlich sind das sogar nur Auszüge; die kreativen Vorhaben, zu denen ich entweder Input geholt oder gegeben habe, waren noch deutlich mehr.
Ich schreibe das dabei auch nicht alles, um euch zu zeigen, wie cool ich bin, sondern vielmehr, wie cool mein Umfeld ist. Und auch das nicht, um es zu loben – auch wenn es Lob verdient –, sondern um auf einen damit verbundenen, selbstverständlich anmutenden, aber relevanten Fakt hinzuweisen: Solch ein Umfeld ist wichtig.

Im Endeffekt geht es darum, sich mit Menschen zu umgeben, die dem eigenen Irrsinn gegenüber wohlwollend sind. Platt gesagt gibt es Menschen, die auf die Ansage, man schreibe ein Buch, mit der Frage reagieren, worum es denn ginge, und es gibt solche, deren Frage dann lautet: „Was, du?!“.
Ich bin mir sicher, es ist selbsterklärend, was produktiver ist.

Das scheint soweit alles selbstverständlich zu sein, aber ich glaube, es ist ein Gedanke, der in einer Zeit, in der Negativität so allwaltend ist (jaja, das Thema wieder), dennoch ein gewisses Forum verdient hat. Denn aus ihm heraus folgt im Grunde eine Aufgabe: Solltet ihr eurerseits nicht nur konsumieren, sondern auch schaffen wollen, werft einmal einen prüfenden Blick auf die Leute, die euch umgeben. Seht ihr dort Unterstützer? Nicht mal zwingend aktive Helfer, aber wenigstens moralische Multiplikatoren eurer eigenen Begeisterung? Cool.
Aber wenn nicht – dann ändert das. Ich postuliere hier nicht mal, das andere Umfeld direkt zum Teufel zu jagen – wobei das eine Diskussion ist, die man in manchen Fällen mit sich selber führen kann, aber das ist mal ein Thema für ein anderes Mal –, aber sucht euch Leute, die euch verstehen.
Das betrifft auch euer Online-Umfeld. Leute, die immer gegen alles sind, die immer unzufrieden sind, die immer schimpfen? Erwägt zumindest, sie stumm zu schalten, ihr Abonnement bei Facebook zu beenden oder dergleichen. Seid ihr in einem Forum aktiv, dass zielstrebig immer gut darin ist, auf die Fehler und Versäumnisse in allem hinzuweisen, aber nicht, auch mal das Gute zu feiern? Dann geht.
Konsumiert ihr Youtube-Kanäle oder etwas in der Art? Auch da gilt: Versucht aufgeweckte, aber positive, schöpferische Kanäle zu finden. Kanäle, die wirklich an allem nur Schlechtes finden, die lehren euch eigentlich vor allem, auch selber an allem nur Schlechtes zu finden. Aber ich denke, dazu schreibe ich kommende Woche noch mal separat etwas.

Es geht mir übrigens nicht um Claqueure. Es geht mir nicht um Leute, die haltlos alles bejubeln, was man tut. Kritiker sind wichtig. Aber es geht mir um eine positive Umgebung, die Möglichkeit des Austausches untereinander, die Freude am Produktiven.
Ich kenne ja nun, privat und auch von Berufes wegen eine ganze Reihe Kreativschaffender – und alle, ich glaube ausnahmslos, besitzen solch eine Umgebung, solch ein Umfeld.

Woher aber so ein Umfeld nehmen, wenn es nicht vorhanden ist? Kuratiert euren Alltag. Habt ihr Freunde, von denen ihr generell das aufbauendere, produktivere oder auch einfach griffigere Feedback bekommt? Dann fragt die.
Habe ihr Bekannte, die ihrerseits Kreativ arbeiten, wenn auch vielleicht nicht in eurer eigenen Domäne? Fragt dennoch mal, ob ihr mal reinschauen könnt. Ein Kumpel hat ’ne Band? Fragt, ob ihr mal eine Probe oder einmal bei dem Erarbeiten eines Songs dabei sein könnt. Freunde von euch spielen Theater? Fragt, ob ihr mal bei einer Probe Mäuschen spielen dürft.
Und findet sich um euch herum gar nichts? Dann geht auf die Suche. Gibt es vor Ort vielleicht etwas, wo man mal reinschauen kann? Ein Café, wo ihr wisst, dass es Lesungen oder etwas in der Art gibt? Oder geht auf Hashtag-Suche. Sucht nach Material, das euch zusagt, das euch inspiriert; sucht Leute, deren Art, Dinge zu machen, euch gefällt. Und schreibt sie an. Twitter, Instagram, Mail, Direktnachricht. Nicht stalken, nicht aufdrängen, aber euch einbringen, Fragen stellen, einfach ihre Arbeit internalisieren und schauen, was ihr von dort mitnehmen könnt.
Erarbeitet euch euer Netzwerk.
Dieses Netz ist eine Beziehung und die ist, wie jede Beziehung, Arbeit.
Aber es ist Arbeit, die sich lohnt.

Ich schulde euch abschließend noch, den Kreis zu schließen hin zu meiner „Meta“-Aussage vom Anfang. Ich denke es ist zumindest insofern meta, als dass ich mit diesem Blog unter anderem ja genau das versuche zu bieten, was ich hier gerade auch gepredigt habe. Klar soll es euch auch über mein Tun und Treiben informieren, soll auch als Hub dienen zwischen all den kreativen Zweigen, in denen ich meine Finger habe. Aber es geht auch darum, wie cool es ist, selber Dinge zu erschaffen, und es geht um eine positive (Medien)-Weltsicht.
In diesem Sinne: Lasst uns [Zeug] machen!

Viele Grüße,
Thomas