Seelenworte

Was wirklich wichtig ist

Hallo zusammen!

Voriges Jahr ging ich durch Aachen und traf durch Zufall eine alte Bekannte. Wir hatten uns lange nicht gesehen, also quatschten wir ein bisschen. Der Grund, zeigte ich dann, dass wir uns so lange nicht gesehen hatten, war, dass sie mit Brustkrebs gekämpft (und gewonnen) hatte. Ihr ging es wieder gut, sie wirkte gesund und energiegeladen, aber das hatte Zeit gebraucht.
Letztes Jahr, das war entsprechend auch im Nachklang des Todes meines Vaters – und wir bemerkten, dass wir aus zwei verschiedenen Richtungen kommend eine gleiche Erkenntnis erlangt hatten – manchmal muss man sich einfach im Leben die Zeit nehmen und entscheiden, was einem wirklich etwas bedeutet. Und was nicht. Und wer.

Vor jetzt auch schon wieder einigen Monaten war Tobi bei mir abends mal zum Essen zu Besuch. Tobi, wer hier mitliest weiß das, ist Strahlenphysiker und ringt seinerseits nun schon mehr als ein Jahr auch öffentlich mit Leukämie. Wir sprachen vor allem über einige mögliche zukünftige Projekte, aber wir sprachen natürlich auch über das, was uns privat so umtrieb.
Und tatsächlich fand ich auch im Gespräch mit ihm den gleichen Impuls. In einem aktuellen Beitrag schreibt er: „Mein Mitgefühl für BS aka “Erste-Welt-Probleme” war früher auch schon recht bescheiden und ich kann wenig Toleranz für Leute aufbringen, deren größtes Problem darin besteht, dass an ihrem Arbeitsplatz die Parkplatzsituation so bescheiden ist, dass sie 15min länger jeden Morgen brauchen oder der Küchenmonteur die Küche falsch eingebaut hat.”
Das ist noch mal eine andere Facette, aber dennoch ein wichtiger Aspekt.

Unsere Zeit hier ist begrenzt, und das nicht nur im Sinne, das wir alle einmal sterben, sondern schon alleine etwa hinsichtlich unserer Gesundheit. Tobi, meine Bekannte und mein Vater – in allen drei Fällen war es Krebs; bei meiner Mutter zuvor ja auch.
All diese Pläne, die wir alle haben – ein Buch schreiben, mehr Zeit für etwas oder jemanden aufbringen, einmal mit eigenen Augen die Sonne im Meer versinken sehen –, wir müssen sie nicht alle sofort umsetzen. Aber es muss einem klar sein, dass der Tag kommt, an dem wir sie nicht mehr umsetzen können.

Einige solche Entscheidungen können hart sein. Beziehungen, die nicht mehr funktionieren? Die Erkenntnis, dass einen die Lust an einem Hobby verlassen hat? Der Umstand, dass Zeit ein begrenztes Gut ist und man irgendwann nicht mehr alles machen kann, was man möchte? Die Situation, in der man begreift, dass ein Mensch im direkten Umfeld ein negativer Einfluss ist oder man vielleicht einfach nicht mehr das Gleiche sucht?
Vielleicht enttäuscht man Leute durch seine Entscheidung. Sicherlich ist es in gewisser Weise Egoismus, aber ausnahmsweise keiner, den ich verurteilen würde.
Leben ist hart. Aber man muss es sich nicht härter oder elender machen, als es ist. Umgekehrt ist es legitim etwas dafür zu tun, dass es einem Freude bereitet.

Auch ist die Perspektive wertvoll, worüber man sich wirklich aufregen möchte. Wie es schon Tobi umreißt: Vieles von dem, was uns ärgert oder aufregt ist, letztlich, trivial und nichtig. Weshalb bin ich weniger in sozialen Medien unterwegs? Weshalb meide ich viele Kritiken mittlerweile? Fandoms umso mehr? Weil es, wenn ich ganz ehrlich bin, in den meisten Fällen für mein eigenes Leben völlig egal ist. Im Angesicht dessen, was einem in einem Menschenleben so alles widerfahren kann umso mehr.
There but for the grace of God go I,1 sagt ein englisches Sprichwort.

Oft hört man ja im Umfeld von Entrepreneur-Life-Coaches, dass man, wenn man einen Job hätte, den man hasst, etwas ändern solle. Das hat immer was von „Trau dich und spring“ mit einer irrationalen Prise Optimismus für mich; aber in einer Hinsicht steckt etwas sehr Wahres darin – wer wirklich unzufrieden ist, nicht nur mal genervt sondern ernsthaft unzufrieden, der sollte etwas ändern.
Vielleicht nicht, weil er alles erreichen kann, wenn er nur will. Definitiv aber, weil wir in diesem einen Leben halt auch nur die eine Chance haben.
Das ist definitiv etwas, was mich antreibt. Sicherlich einer der Gründe, warum ich immer so viele Projekte habe. Beispielsweise auch einer der Gründe, warum ich es mir gar nicht leicht gemacht habe zu entscheiden, ob ich im vergangenen Frühling erneut für mein Vorstandsamt bei Saltatio antreten sollte. (Ich habe es getan und bisher nicht bereut.)
Es ist schlussendlich eine grundlegende Perspektive, die vieler meiner Entscheidungen beeinflusst. Man weiß ja nicht, wie viele Chancen wir in einem Leben so haben. Ich bin damit nicht alleine, aber ich hoffe, dass andere vielleicht weniger eigenen Lack lassen müssen, um für sich zu dieser Erkenntnis zu kommen.

Wie ihr gemerkt habt, habe ich diesen Artikel nicht geschrieben, nachdem mein Vater starb. Oder nachdem ich die Bekannte traf. Oder nach dem Essen mit Tobi.
Gestern aber erfuhr ich – mehr durch Zufall – dass ein Freund von mir aus Schultagen tödlich verunglückt ist. Wir hatten seit sicher 15, eher 18 Jahren keinen Kontakt mehr gehabt, hatten uns gänzlich aus den Augen verloren.
Und jetzt ist er nicht mehr da.
Es hat mich deutlich mehr geschockt und traurig gestimmt, als ich es nach der Zeit wohl erwartet hätte.
Er war nur wenige Monate älter als ich. Viel zu jung also, um schon zu gehen.

Wir haben nur dieses eine Leben.
Wir sollen verdammt sein, wenn wir nichts daraus machen.

Viele Grüße,
Thomas


  1. Die Redensart hat mich bei der Übersetzung der Dumarest-Romane wirklich Nerven gekostet. Vor allem weil es als Credo eines Ordens dort auch nicht zuließ, dem Sinn nach frei übersetzt zu werden.
    „Einzig durch Gottes Gnade bin nicht ich es, der dort wandelt“ vielleicht. 

Morold: Drehtag 1 im Kasten

Hallo zusammen!

Morold und die Karte von Carthagena hat seinen ersten Drehtag hinter sich. Wobei es uns die Begleitumstände gar nicht mal leicht gemacht haben.

Ursprünglich war der Dreh für vorletzten Samstag angesetzt, aber nach langem Ringen hatten wir den aufgrund der Wetterprognosen abgesagt. Zu Recht, wie wir sehen sollten.
Wir hatten eh einen Ausweichtermin im Kalender, das passte also. Diesmal waren uns auch die Wettergötter mehr als hold und so rückten wir aus an eine sowohl aus Xoro wie auch aus Hilde vertraute Location …

… nur um dort eine unliebsame Überraschung in Form einer gewaltigen Zahl Touristen zu erleben. Versteht mich nicht falsch, das ist ihr gutes Recht und wir drehen ja bewusst nur an öffentlichen Orten. Aber so ein Aufkommen haben wir da auch noch nicht erlebt.
Also spontan vor Ort eine neue Location gesucht und – dank Ralfs untrüglicher Erinnerung an frühere Drehorte – auch gefunden. Dennoch hat uns das ganze Aufheben schon mal anderthalb Stunden vom Tag gefressen; ein beschwerlicher Start also.

Als es dann aber einmal lief, dann lief es auch. Die Darsteller gaben alles, das neue Kamera-Gespann, bestehend aus Ralf (der auch bei Hilde DP war) und Tom (der schon bei Xoro die Kamera schwang) funktionierte hervorragend und am Ende des Tages waren wir mit der Ausbeute sehr, sehr zufrieden.
Inzwischen habe ich erste Shots auch schon gesehen und denke, ja, das wird auf jeden Fall der hübscheste Eifelarea-Film bisher.

Alle Fotos in diesem Artikel außer dem ersten sind © 2019 by Ralf Murk

#einmalmitprofis ;)

Alles in allem war es mal wieder ein Paradebeispiel für die Hürden, die man als NoBudget-Filmtrupp manchmal nehmen muss, aber auch Zeugnis davon, dass wir solche Rückschläge mittlerweile souverän einfach meistern können.
Vermutlich wächst das Projekt damit allerdings von zwei auf drei Drehtage an, da wir am Ende halt doch weniger geschafft haben, als geplant war. Nun denn, dann ist das so.
Erscheinen soll der Film 2020 – und da habe ich auch keine Zweifel, dass das klappen wird.

Einen möglichen Drehtag haben wir für dieses Jahr noch, bevor uns hier die kalte Jahreszeit in der Eifel einholt, aber auch da wird es nun erst einmal eine Frage sein, wie gnädig uns die Wettergötter sind. Ich werde weiterhin berichten.

Hier im Blog geht’s in den kommenden Tagen vermutlich mal wieder mit Allerlei weiter, denn auch an anderen Fronten tut sich nach wie vor einiges.

Viele Grüße,
Thomas

DORP by DORP – Spot 2

Hallo zusammen!

Ohne lange Vorrede:

Der Spot war nun erstaunlich lange in der Mache. Mir waren nach dem ersten Spot zwei Sachen klar: Mir war klar, dass ich noch einen machen will, aber dass ich nicht den gleichen Stunt nochmal bringen will.

Also suchte ich etwas, was ähnlich gut zu adaptieren sein könnte wie der Sommer-Alkopop-Party-Spot-Look des ersten Videos und kam dann relativ schnell zu Apples Here is to the crazy ones, den ich ungeachtet dessen, was man von der Firma halten mag, schon immer mochte – aber das war erst einmal nur eine grobe Idee.

Dann kam der Tag, an dem ich das Vorwort zu dem Handbücher des Drachen-Titel Rollenspiel-Essays 2 schrieb (Wer noch eins will …) und darin wiederum folgende Worte fand:

Wir sind alle Rollenspieler. Nennt uns Stimmungsspieler oder Püppchenschubser, Erzählonkel oder Powergamer – wir finden uns alle gemeinsam am Spieltisch ein, um miteinander Spaß zu haben.

Und da dämmert mir, dass da vielleicht was geht. Der Apple-Spot vermeidet es umfassend, auf das Produkt selber zu verweisen, sondern wirbt im Grunde mit der Leistung der gezeigten Leute.
Und das fand ich gut. Aber damit das ginge, konnten das im Grunde nicht nur wir sein, dafür brauchten wir die Hilfe unserer Fans – und geholfen haben sie uns! Sowohl auf der Dracon als auch auf der Feencon sind einige meinem Ruf gefolgt und haben das Video in dieser Form möglich gemacht.
Insofern sind in dem Video auch drei inszenierte Leute aus dem DORP-Freundeskreis, ein Dracon-„Moment“, unser Feencon-Stand, eine Wiederverwertung aus dem letzten Spot und ein schrulliges Jugendvideo von Matthias und mir zu sehen, aber eben auch viele, viele von euch. Und das hat das Video für mich dann so rund und befriedigend umzusetzen gemacht.

Ich hoffe es macht euch Spaß. Wenn ihr’s jetzt nicht ganz doof findet, gibt’s kommendes Jahr definitiv wieder eines. Und garantiert wieder ganz anders.
Dieses Mal aber konnte ich nicht nur implizit Werbung für unseren Shop machen, sondern vor allem ist es eine Huldigung von, ein Loblied auf euch, unseren Fans.

Und das?
Das macht mich glücklich.

Viele Grüße,
Thomas

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