Allerlei: Neues in Bild, Ton und als Umfrage

Hallo zusammen!

Die Zwischenstände brauchen noch ein, zwei Tage, aber vier Dinge wollte ich doch vorher kurz schon mal hier hereinreichen.

der-tanzball-2016-thomas-web-1287Zunächst einmal sind meine Fotos vom Tanzball 2016 mittlerweile online. Wer schon mal in meine Aufnahmen schauen mag, der findet sie hier auf der offiziellen Webseite des Balls. Es sind wie ich finde einige echt schöne Aufnahmen dabei herausgekommen und hoffe, sie gefallen euch auch!
Ein Video von mir (mit Aufnahmen von Thomas Bender und mir) sowie Fotos diverser anderer Fotografen folgen aber auch noch.

dorp-cast-umfrage-2016Wer hingegen mehr Fan des DORPCasts ist, der sollte im Laufe des Tages mal immer wieder einen Blick auf die DORP riskieren, denn dort geht heute Die große DORPCast-Umfrage 2016 ins Netz. Vermutlich irgendwann im frühen Nachmittag – ein wenig davon abhängig, wann ich heute meine Mittagspause nehme.
Nachtrag: Sie ist nun online und kann hier gefunden werden!
Wie immer bitten wir um Feedback in Form von zehn Fragen, mit deren Antworten wir dann versuchen, den DORPCast noch mehr exakt zu dem zu machen, was ihr euch von ihm erhofft.

Wer mich hingegen einmal abseits des eigenen Podcasts hören will, der kann alternativ einen Blick auf Folge 45 von Darkside Journey werfen. Auch ein Podcast-Format, und zudem eines, dem ich auf der RPC 2016 Rede und Antwort über DORP und die Welt gestanden habe. Es hat eine Weile gedauert, bis es nun erschienen ist, aber jetzt ist es für jeden zu hören:

brettagoge_400x400Und zuletzt vielleicht noch der Tipp, einmal der Webseite des Brettspiel-Podcasts Brettagoge einen Besuch abzustatten – dort startet nämlich heute ein wie ich finde recht cooles Podcast-Adventskalender-Projekt.
Und vielleicht, vielleicht ist es ja auch nicht so ganz uneigennützig gedacht, wenn ich euch bewusst ein wenig in die Richtung lenke.

So viel nun aber von mir für heute – die Zwischenstände zum Monatsanfang gibt’s dann auch dieser Tage, allerspätestens Montag, versuchsweise früher.

Viele Grüße,
Thomas

Der große Tanzball 2016

oder: Wie viele Leute sind eigentlich 800?
oder: Sich fallen lassen können
oder: Dankbarkeit und Bescheidenheit

Hallo zusammen!

Irgendwie … irgendwie ist es noch immer surreal. Sehr, sehr surreal. Vorgestern fand in Wuppertal Der Tanzball 2016 statt. Das ist die zehnte Inkarnation des Balls, den wir sonst im Winkelsaal von Schluss Burgau in Düren veranstalten, den wir aber anlässlich des Jubiläums in die Historische Stadthalle Wuppertal verlagert haben.
Mit Crowdfunding. Mit drei Jahren Projektvorlauf.
Mit 800 Tänzern auf der Tanzfläche.
Und irgendwie kann ich noch immer nicht ganz begreifen oder erfassen, was wir da auf die Beine gestellt haben.

dertanzball2016

So als Kontext: Unser Verein, Saltatio – Historisches Tanzen Aachen hat etwa 70 Mitglieder, wie immer mit der üblichen Zahl in der Summe enthaltener Karteileichen. Der Verein ist sechs Jahre alt, also für einen Sportverein noch ein Küken. Und dennoch haben wir dort diesen Ball Wirklichkeit werden lassen.

Wir haben uns gerade in den letzten Wochen immer wieder versucht, vorzustellen, wie viel 800 Leute nun sind. Wir kennen 200 von den Bällen in Düren, wir alle waren schon mal auf Großveranstaltungen, aber ich für meinen Teil war tief, tief beeindruckt, als ich das erste Mal von der Empore aus einen Blick auf diese Menschenmenge werfen konnte. 800 Menschen auf einer Tanzfläche … das ist viel.

Dabei war ich selbst schlussendlich auch nur ein kleines Rädchen in einem größeren Getriebe. Doch ich glaube, der Grund, weshalb ein so relativ kleiner Verein mit einer noch wesentlich kleineren Kern-Orga in der Lage war, das zu stemmen, lässt sich auf ein Wort zusammenfassen: Vertrauen.
Jeder hatte – ob im Vorfeld oder vor Ort – sein Ressort, seine Aufgaben, und jeder hat erledigt, was zu erledigen war. Wichtiger noch: Alle anderen konnten sich darauf verlassen, dass dies geschah.
Mein Ressort gestern waren die Fotos. Und so wie sich die restliche Orga darauf verlassen konnte (und musste), dass ich mich darum kümmere, so konnte ich mich darauf verlassen, dass mein kleines Fotografen-Team seinerseits ebenfalls seiner Aufgabe nachgeht. Es könnte nicht funktionieren, wenn eine so kleine Gruppe dann noch damit beschäftigt wäre, jeweils dem Nebenmann über die Schulter zu schauen, ob es auch läuft. Vertrauen, bei vielen von uns über mehr als ein Jahrzehnt gemeinsamer Hobby-Projekte gewachsen, war ein unbezahlbares Fundament.
Es ist tatsächlich ganz furchtbar klischeehaft wie bei der in Filmen und TV-Serien so beliebten Partnerschaftsübung, wo sich einer fallenlassen soll, damit der andere ihn auffangen kann – nur dass wir alle gleichzeitig sowohl Fallender als auch Fänger waren.
Und es hat funktioniert.

Wer mich kennt, weiß, dass ich "den Moment davor" sehr schätze – unser Saal, exakt eine Stunde vor Ballbeginn

Wer mich kennt, weiß, dass ich „den Moment davor“ sehr schätze – unser Saal, exakt eine Stunde vor Ballbeginn

Was nun vor allem anderen bleibt, für mich, bei mir, ist Dankbarkeit und tatsächlich ein starkes Gefühl von Demut. Dankbarkeit nicht nur für unsere phantastischen Helfer und konkreten Traumerfüllungsgehilfen, sondern auch für unsere Backer, unserer Förderer und Unterstützer sowie für all unsere Gäste, ohne deren Füße auf der Tanzfläche alles andere hinfällig gewesen wäre.
Demut aber vor allem angesichts dessen, dass es uns gegeben war, dieses Projekt realisieren zu dürfen. Wir sind beschenkt. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Wer kann denn schon von sich sagen, dass er so etwas als reines Hobby-Projekt in die Welt hat setzen dürfen – nun, einfach weil er es gerne wollte?
Ich hatte so einen Moment auf dem Weg durch die Gänge der Stadthalle. Unser Organist spielte gerade eine Pausenmusik und der Orgelklang durchdrang das gesamte Gebäude, durchmischt von den Stimmen derer, sich gerade erfrischten oder anderweitig einen Moment erholten. In diesem Augenblick abseits der großen Veranstaltung mit ihren starken Bildern, ihren schillernden Farben und den beschwingten Bewegungen der Tanzenden, in diesem Augenblick dachte ich an etwas, was ich in letzter Zeit häufiger in Gesprächen rund um das Weltgeschehen gesagt habe: Ich möchte den Menschen doch einfach nur ein wenig Freude in ihr Leben bringen. Ihnen Spaß bereiten.
Ich glaube, das haben wir am Samstag gemacht.
Und zwar ziemlich ordentlich.

Viele Grüße,
Thomas

Die letzte Tröte ihrer Art

Hallo zusammen!

Zehn Jahre.
Zehn Jahre sind eine lange Zeit.
Vor zehn Jahren, das war 2006. Das war ein Jahr vor der Markteinführung des iPhones. Angela Merkel war gerade seit einem Jahr im Kanzleramt, George W. Bush befand sich in der Mitte seiner zweiten Amtszeit als Präsident. Im Vorjahr war Star Wars Episode 3 erschienen, die Fußball-WM fand in Deutschland statt, Nintendo veröffentlichte die Wii und Lordi gewannen den Eurovision Song Contest.
Ich denke, man kann es wirklich eine lange Zeit nennen.

Jeder gute Irre braucht eine Wand mit Zeitungen – in diesem Falle alle bisher veröffentlichten Ausgaben der Tröte

Jeder gute Irre braucht eine Wand mit Zeitungen – in diesem Falle alle bisher veröffentlichten Ausgaben der Tröte

Anfang 2006 erschien die erste Ausgabe der Tröte, der fiktionalen Zeitung unserer LARP-Spielwelt Condra. Sie erschien danach (nahezu) jeden Monat, jedenfalls jedes Mal, wenn wir eine unserer „Tavernen“ veranstaltet haben. 104 Ausgaben sind seither erschienen, mindestens zwei Seiten lang, mehrfach länger oder mit Extra-Beilage. Zusammengetragen von einer tapferen Schar ehrenamtlicher Schreiberlinge, die jede Ausgabe, jedes Jahr gefüllt haben. Schon vor Jahren hatten wir genug, dass ich mir den Wunsch erfüllen konnte, ein „Verschwörungstheoretiker“-Zimmer auf einem Con einzurichten, dessen Wände mit den Ausgaben der Zeitung gepflastert waren.

Grob jedes Quartal trafen wir uns und planten das kommende Zeitgeschehen. Jeden Monat habe ich einen Schreibplan veröffentlicht, aus dem sich dann ambitionierte Helfer Themen heraussuchen konnten. Danach wurde es gesetzt, gedruckt und zur Taverne geschaffen. Lange Zeit nutzten wir Copyshops, seit einer Weile jagen wir sie aus Bequemlichkeit über den heimischen Drucker. Immer mal wieder gab es Kapriolen, etwa eine Ausgabe, die uns nichts gekostet hat, weil der Mann an der Kasse im Copyshop kein Kleingeld hatte um meinen Fünf-Euro-Schein zu wechseln und sie mir darum geschenkt hat, oder eine Ausgabe, die sündhaft teuer war, weil alle Kopierer bis auf den Farbdrucker im Laden ausgefallen waren.
Und irgendwie hat es immer geklappt. Eine Tröte hat es mal nicht zur Taverne geschafft, weil es auf dem Lieferweg Missverständnisse gab, aber selbst die war fertig.

Zur Feier der 50. Ausgabe gleich im doppelten Umfang: Die Tröte

Zur Feier der 50. Ausgabe gleich im doppelten Umfang: Die Tröte

Aber wie ich sagte, zehn Jahre sind eine lange Zeit. Seit 2006 bin ich zwei Mal umgezogen. Damals studierte ich noch Politische Wissenschaften, ein Nebenfach, was ich ja später noch gegen Philosophie tauschen würde. Überhaupt, ich studierte noch; wir studierten noch. Nun aber, 2016, haben wir alle weniger Zeit als früher, und in der Tendenz wird es nur schlimmer. Das Wahre Leben© hat seine Klauen in uns gegraben, so wie das eines Tages nahezu jedem passiert, und es ist wohl an der Zeit, mit der Zeit zu gehen. Und zu gehen.
Die Tröte 104, die letztes Wochenende auf der Taverne verfügbar war, wird die letzte ihrer Art sein.
Schon irgendwie das Ende einer Ära.

Wobei es nicht ganz vorbei ist. Noch ist es nicht Zeit, die Stühle hochzustellen und das Universum hinter uns abzuschließen, aber kürzer treten müssen wir. Vier Tröten, das ist so im Moment der Plan. Jeder Jahreszeit ihre Ausgabe, aber dafür vielleicht in diesem kleineren Rahmen wieder mit derselben Liebe gefertigt, die wir einst auch für elf Ausgaben pro Jahr aufbringen konnten.
Nun könnte man argumentieren, dass es dann doch weitergeht – aber es ist dennoch ein Abschluss. Ein Schlussstrich. Ein Einschnitt.
Es ist etwas ganz anderes, grob vier Mal pro Jahr etwas anzupeilen, als sich selbst den Druck zu machen, jeden Monat, jede Taverne, zwei Seiten zu füllen, jedes Quartal mit detaillierter Entwicklung auszugestalten.

Die Tröte geht also weiter, aber irgendwie wird es auch nicht mehr Diese Tröte sein. Das ist vorbei.
Es ist schade, aber es ist mit aufrechtem Haupte zu nehmen.

Ein Stapel der "Tröte 8"-Sonderausgaben inkl. der beigelegten Karte

Ein Stapel der „Tröte 8“-Sonderausgaben inkl. der beigelegten Karte

Ich bin stolz, auf das, was wir geleistet haben. Sicherlich ist es faktisch einfach nur ausgedachter Unfug, aber zehn Jahre lang verlässlich jeden Monat Leuten Spiel- und Spaßpotenzial zu bereiten, das ist nicht trivial. Und niemand sollte jemals so davon denken.
Vielleicht werde ich noch einen kleinen Gedenkband schrauben, mit allen Tröten der letzten zehn Jahre. Vielleicht auch nicht.
Erst einmal will ich einfach stolz sein.
Stolz, und gespannt auf das, was ich mit der freigewordenen kreativen Energie im kommenden Jahr so anstellen werde.
Ich bin sicher, da findet sich etwas!

Viele Grüße,
Thomas