Seelenworte

Actuarium – Das Making-Of-Vlog-Dings

Hallo zusammen!

Ende September habe ich ja Actuarium veröffentlicht, einen Kurzfilm, der zu gleichen Teilen unser LARP-Setting Condra zelebriert und Film-Test für Xoro 2 darstellt. Soweit, so schön.
Ich hatte damals schon angekündigt, dass ich eigentlich gerne noch ein Making Of machen würde – nur fehlte mir dazu einfach hinten und vorne die Zeit. Na ja, fast, denn vor einigen Wochen waren wir gerade mit dem DORPCast durch, ich saß noch vor meinem Rechner, das Mikro noch vor mir … und dachte mir, ach komm, jetzt oder nie.

Und das Ergebnis seht ihr heute!

So, damit kann ich das Kapitel Actuarium hier auch schließen. Kommendes Jahr gibt es aber, wenn all die Glücks- und Unglückspatrone uns Hold sind, mehr Condra-Kurzfilme zu sehen; wenigstens einen. Arbeitstitel Dagonett

Ach ja, und wenn ihr ihn verpasst hattet, das hier ist Actuarium:

(Bin immer noch ziemlich stolz drauf.)

Viele Grüße,
Thomas

Die große DORP- und DORPCast-Umfrage 2018 ist gestartet!

Hallo zusammen!

Die Chancen sind ja zumindest relativ hoch, dass ihr, wenn ihr hier mitlest, auch um mein Tun und Treiben bei der DORP wisst, allem voran natürlich der DORPCast. Und es hat ja auch mittlerweile schon eine gute Tradition, dass wir im Dezember eine Jahresumfrage starten, nachhorchen was wir gut gemacht haben, was weniger, und wo wir uns verbessern können. Das ist auch dieses Jahr wieder der Fall, und das bringt uns zu folgendem Link:

Wie immer sind es „nur“ zehn Fragen – SurveyMonkey veranschlagt ca. vier Minuten für die Beantwortung –, aber uns hilft es immer sehr. Wir lesen natürlich auch Kommentare, zumindest den Tom und mich kriegt ihr ja auch verlässlich bei Twitter und einige mehr noch bei Facebook, aber es ist trotzdem aus unserer Sicht immer schwer, ein Big Picture zu bekommen.
Und auch wenn vielleicht nicht jede Antwort immer direkt Niederschlag findet, wir gehen sie jedes Jahr gewissenhaft durch und geben stets unser Bestes, eure Wünsche und unsere Vision für das Projekt – denn da will ich nicht lügen, am Ende werden wir immer im Zweifel tun, was wir für sinnvoll halten – möglichst eng miteinander zu verweben.

Oh, und noch etwas Wichtiges natürlich: Wir haben zwar dieses Jahr kein dediziertes Karitativ-Projekt gefahren – kommendes Jahr aber vermutlich wieder –, was nichts daran ändert, dass Ihr Name ist Mensch auch 2018 wieder Einnahmen generiert hat. Und diese Einnahmen werden wir wieder spenden. Wem? Auch das obliegt euch, fünf Optionen stehen dieses Mal zur Wahl.

Der Zeitraum für die Umfrage ist bewusst weitläufig gesteckt. Wir beginnen heute (1. Dezember) und lassen es dann bis zum Ende unserer Winterpause am 20. Januar 2018 laufen. Genug Zeit also, die Stimme abzugeben … aber am Besten ist natürlich, ihr macht’s einfach direkt!
(Einen DORPCast haben wir auch noch dieses Jahr, aber danach gehen wir – ebenfalls wie jedes Jahr – über Weihnachten in kreativen Winterschlaf und sammeln unsre Kräfte für die nächste Offensive.)

Ich freue mich wirklich enorm auf 2019 aus Sicht der DORP. Unser 20. Jahr – am 1.2. 1999 ging die Seite an den Start – und wir haben viel vor. Wird es klappen? Vermutlich nicht alles.
Aber selbst wenn wir nur die Hälfte schaffen sollten, wird es denke ich ein cooles und spannendes Jahr, und ich freue mich schon drauf, es mit euch zu teilen.
Bevor es aber soweit ist, lassen wir erst einmal 2018 Revue passieren.

Und in diesem Sinne: Ihr habt das Wort!

Viele Grüße,
Thomas

PS: Morgen hab ich noch was für euch hier an dieser Stelle!

Vier Jahreszeiten zur Selbsterkenntnis

Hallo zusammen!

Heute wird’s ein wenig philosophisch.
Wenn man sich ein wenig mit Zen-Lehren beschäftigt, begegnet man unweigerlich früher oder später einer Textsammlung mit dem klangvollen Titel Die torlose Schranke; manchmal auch unübersetzt wahlweise Wumenguan oder Mumonkan, bisweilen freier als Das torlose Tor übertragen. 48 Kōan aus dem 13. Jahrhundert, die teils schwerer, teils leichter nachzuvollziehen sind.

Aber im 20. Kōan findet sich in Wumens Kommentar ein Gedicht, das es mir schon vor einigen Jahren beim ersten Lesen sehr angetan hatte:

Im Frühling hunderte Blumen; im Herbst der Erntemond;
Im Sommer eine frische Brise; im Winter schließt Schnee sich dir an.
Wenn dir sinnlose Dinge nicht in deinen Gedanken nachhängen, ist für dich jede Jahreszeit gut.

(Deutsch von mir; aus einer englischen Übersetzung von Reps/Zenzaki.)

Wie komme ich jetzt gerade darauf?
Nun, zum einen komme ich akut nicht umhin, sehr konkret über Jahreszeiten nachzudenken. Nach diesem unfassbar trockenen und phasenweise heißen Sommer ist ja nun endgültig der Herbst angekommen, und zumindest hier in preußisch Sibirien werden auch die Öfen schon kräftig gestocht. (Für nicht Nicht-Rheinländer: befeuert.)
Und wie ich vorgestern durch den Ort nach Hause ging und über mir Schloss Schleiden im Nebel mehr zu erahnen als zu sehen war, dachte ich mir, dass es wohl endlich mal Zeit ist, diesen Artikel zu schreiben.

Aber das ist die profane Seite – die Jahreszeiten für sich. Ich meine, es ist dennoch wahr – ich habe ja vor Jahren hier schon mal eine Artikelreihe über deren Schönheit und Faszination geschrieben, und dieser Reiz ist für mich noch immer da. Ich kenne so viele Leute, die irgendwie eine Hass-Jahreszeit haben, egal welche, und so ganz habe ich es noch nie nachvollziehen können. Jede Jahreszeit hat ihre Tücken, hat Umstände mit denen man umzugehen lernen muss, aber ob nun im Juli im prallen Sonnenschein oder im Winter kniehoch im Schnee, ich finde in all dem liegt unverkennbar Schönheit.

Doch das Gedicht benennt ja noch eine Facette – wenn dir sinnlose Dinge nicht in deinen Gedanken nachhängen – und das ist, gerade heute, etwas, was mir noch viel wichtiger erscheint.
Es gibt so viel, mit dem wir uns heute grundsätzlich beschäftigen können. Mit hoher Politik auf nationalem und internationalem Parkett, mit Wohl und Wehe unseres jeweiligen Social-Media-Umfelds, mit Bürgerrechtsbewegungen und Promi-Tratsch, mit Medienkonsum und Mediendiskurs. Nicht nur daheim, sondern überall, ob auf einer Sitzbank im Wald oder in der Schlange vom Supermarkt, irgendein Input ist nur einen Griff in die Jacke und wenige Daumenbewegungen entfernt. Es ist leicht, seinen Verstand 24/7 auf Achse zu halten, es gibt immer was, über das man sich freuen kann, gefühlt aber noch zahlreicher was, um sich aufzuregen oder zu sorgen.
Und wenn man ehrlich ist, betreffen einen davon vermutlich 80% nüchtern betrachtet gar nicht. Zumindest nicht in einer Art und Weise, an der man im jeweiligen Moment überhaupt etwas ändern kann.

Das ist kein Plädoyer gegen Engagement – versteht mich nicht falsch.
Es ist ein Plädoyer gegen permanentes Engagement.

Ich traf neulich eine Bekannte nach langen Jahren wieder; eine Bekannte, die eine schwere Erkrankung ausgestanden hatte, deren Ausgang alles andere als sicher war. Das war bei mir ja nun nicht so, aber in vierzehn Monaten beide Eltern verloren zu haben, hat offenbar auf mich einen ähnlichen Effekt gehabt, den auch sie bemerkt hatte – man beurteilt noch mal neu, was man so mit seinem Leben anfängt. Und an die Endlichkeit all unseres sterblichen Wandelns erinnert zu werden ist etwas, was eine Menge Perspektiven verschieben kann.

Und dann ist man irgendwann bei „Ja, natürlich ist der Frühling schön, aber ich habe das dieses Jahr gar nicht wertschätzen können, weil ich mich mit [irgendwas] beschäftigt habe.“
Das ist etwas, was ich zumindest für mich nicht mehr haben wollte.

Für in Deutschland lebende Männer, die in den 80ern geboren wurden, liegt die prognostizierte durchschnittliche Lebenserwartung bei ca. 70 Jahren. Was bedeutet, dass ich gerade Halbzeit habe – und ich für meinen Teil möchte einfach keinen nahenden Winter, keinen kommenden Sommer am Ende nicht bewusst wahrgenommen haben, weil ich in meinen Gedanken in Nebensächlichkeiten verloren war. Insbesondere – aber nicht nur – in all denen, die das Internet zur Türe reinträgt.

Jetzt ist es natürlich leicht, verstohlen zu kichern und „höhöhö, Midlife-Crisis, wa?“ zu raunen. Aber die Stoßrichtung ist genau die Falsche. Ist ja nicht so, als hätte ich mich das nicht auch gefragt; aber all die klassischen Anzeichen, die daraus eine Krise machen – man liest von Stimmungsschwankungen, Grübeleien, innerer Unsicherheit, Unzufriedenheit mit dem bisher Erreichten – kann ich verneinen. Das ist nicht der Punkt, darüber zu diskutieren wäre bestenfalls eine Schubladenkategorie als Strohmann.
Wenn das letzte Jahr mir etwas gebracht hat, dann ist es ganz im Gegenteil eine innere Ruhe und eine starke Zufriedenheit mit dem, was ist. Auch gerade aus der Akzeptanz geboren für das, was ist, im Gegensatz zu dem, was sein könnte oder vielleicht sein wird. Und weil ich ja keinen solchen Text schreiben kann, ohne nicht Star Wars zu zitieren – Yoda sagt über Luke exakt das in Das Imperium schlägt zurück, wenn er kritisiert: „Mit seinen Gedanken niemals war er ganz bei dem was ihn umgab.“

Das ist für mich denke ich der wichtigere Nachklang des Gedichtes – zu versuchen, möglichst frei von sinnlosen Dingen, die mir in meinen Gedanken nachhängen, in den Tag blicken. Und den Tag auch wahrnehmen.
Nicht im Wald stehen und mich darüber ärgern, dass [irgendwer] auf Twitter Unrecht hat. Im Wald stehen und im Wald stehen.

Der Herbst wird kühl, der Winter steht bevor, es ist die dunkle Jahreszeit, in der man häufiger abends daheim ist, in der man Licht und Wärme sucht. Nutzt doch diese Momente mal, und schaut, ob die täglichen Hügel, auf denen ihr kämpft, welche sind, auf denen es sich wirklich zu sterben lohnt.
Wer weiß, vielleicht können diese Worte dem einen oder anderen ja einen Schubs in eine gute Richtung geben, ohne dass es wie bei mir Schicksalsschläge hageln muss.

Ich wünsche es euch.

Viele Grüße,
Thomas

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